Samsungs Krux mit dem Knick

  • Der südkoreanische Technikriese Samsung arbeitet an weiteren Varianten eines faltbaren Smartphones.
  • Der auf der Entwicklerkonferenz vorgestellte Entwurf besticht durch optischen Charme.
  • Ob das aber nach dem Galaxy-Fold-Desaster der richtige Weg ist, Kundenvertrauen zurückzugewinnen, ist zu bezweifeln, meint Daniel Killy.
Daniel Killy
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Wer zwei linke Hände hat und schon einmal einen Brief in einem Fensterumschlag platzieren wollte, der kennt das Problem: Mit dem ersten Falten klappt es häufig nicht. Mühsam muss man das Papier noch mal knicken, damit das Adressfeld auch richtig ins Fenster passt. Ein wenig erinnert Samsungs Auftritt auf seiner Entwicklerkonferenz an die eigene handwerkliche Unbeholfenheit. Wenn's mit dem Querfalten nicht klappt, probieren wir es doch einfach noch einmal mit dem Längs-Knick.

Sind faltbare Bildschirme wirklich die Zukunft?

So elegant der neue Entwurf für ein „Foldable“ der Zukunft auch wirken mag, der Eindruck, man halte störrisch an einer noch nicht ausgereiftem technischen Idee fest, bleibt. Warum sollen die Bildschirmprobleme, die den Start des Galaxy Fold um gut ein halbes Jahr verschoben haben, mit einem Dreh um 90 Grad behoben sein? Einen weiteren verunglückten Produktlaunch, das wissen die Ingenieure bei Samsung, dürfen sie sich nicht leisten. Aber vielleicht sind sie ja auch davon überzeugt, dass faltbare Bildschirme die Zukunft des Smartphone-Marktes seien. Dann darf man wirklich gespannt sein auf die angekündigte „Palette an neuen Formfaktoren“. Sehr viel mehr Faltvarianten als hoch und quer gibt's nämlich nicht – zumindest nicht beim Brief … Das ist die Krux mit dem Knick.