Selbstfindung in der Wüste: „Sable“ im Test

  • „Sable“ ist allen voran ein visuell außergewöhnliches Spiel, dessen Welt eine faszinierende Atmosphäre erzeugt.
  • Spielerisch beschränkt es sich auf Klettern, leichte Rätsel und Erkunden.
  • Viele kleine technische Probleme trüben den entspannenden Selbstfindungstrip derzeit allerdings noch.
Christian Neffe
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Jedes neue Spiel braucht im Idealfall – nicht nur, aber vor allem zu Marketingzwecken – ein großes Alleinstellungsmerkmal. Bei „Sable“ wird dieses Merkmal schon auf den ersten Blick deutlich: die Optik. Das Indie-Spiel des englischen Entwicklerstudios Shedworks besticht durch ein außergewöhnliches und wunderschönes visuelles Design, bestehend aus kantigen Objekten, großflächigen, monochromen Texturen und sanften Pastelltönen, aus denen eine Wüstenwelt geformt wurde, die zwar zum Erkunden einlädt, darin aber leider zu wenig Spektakuläres zu bieten hat.

In der Rolle von Titelfigur Sable gilt es, sich in der sandigen Einöde auf Selbstfindungsreise zu begeben. Als Mitglied des nomadischen Stammes der Ibexii muss Sable an der Schwelle zum Erwachsenwerden das alte Ritual des „Gleitens“ absolvieren: Mit einem mechanischen Untersatz begibt sie sich in die Weiten der Welt, um anderen Menschen zu helfen, dafür Abzeichen und schließlich spezielle Masken zu sammeln, die jeder in dieser Wüste abhängig von seiner Berufung trägt.

„Sable“ lädt zum Entspannen und Entdecken ein

„Sable“ erinnert am ehesten an eine Mischung aus „Zelda: Breath of the Wild“ und „Journey“: Die Erkundung der Welt steht im Mittelpunkt und erfolgt sowohl durch das Verfolgen von Quest-Zielen als auch Markierungen, die sich an interessanten Orten in der Welt setzen lassen. Dort wird dann vor allem geklettert: Bis auf metallische Oberflächen lassen sich alle Strukturen erklimmen, zumindest bis Sables Ausdauerleiste erschöpft ist. Die lässt sich durch spezielle Sammelobjekte erweitern, ebenso lässt sich Sables Gleiter verbessern und die Gleiterin selbst neu ankleiden, was allerdings keine spielerischen Vorteile bringt.

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„Sable“ ist ein sehr verzeihendes, seichtes und entschleunigtes Spiel, das zum Entspannen und Entdecken einlädt. © Quelle: Screenshot/Christian Neffe

Große Distanzen überwindet Sable in der Luft mittels einer Schwebefähigkeit. Fallschaden gibt es nicht, ebenso wenig wie Kämpfe, Game-overs oder wirklich herausfordernde Rätsel: Die, die innerhalb der vielen Ruinen warten, sind wahrlich keine Kopfnüsse. „Sable“ ist ein sehr verzeihendes, seichtes und entschleunigtes Spiel, das zum Entspannen und Entdecken einlädt.

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Das weiß über die rund 15 Stunden Spielzeit auch durchaus zu faszinieren, nur stellen sich gegen Ende dann doch Ermüdungserscheinungen ein: Sobald die sechs großen Gebiete mit ihrer Handvoll Schauplätze einmal erkundet sind, ist alles erlebt, und die flache Spielmechanik sowie die monotonen Aufträge, die einen meist von Punkt A nach B und wieder zurück schicken, machen sich dann deutlich bemerkbar.

Deutsche Übersetzung für viele Texte fehlt noch

So schön der Ausflug in die Wüstenwelt auch ist, und so sehr der beruhigende, verträumte Klangteppich aus der Feder von Japanese Breakfast zur Atmosphäre beiträgt, so sehr wird letztere derzeit noch von Bugs gestört. Während des Tests kam es selbst nach einem ersten großen Patch immer wieder zu Grafik- und Sound-Fehlern sowie Problemen bei der Kollisionsabfrage, durch die Sable an Objekten hängenblieb oder sie nicht greifen konnte. Auch ließ sich beispielsweise ein Knopf zur Aktivierung eines Rätsels nicht drücken, was sich nur durch einen Spielneustart beheben ließ. Probleme, die zwar verschmerzbar sind und die die Entwickler sicher zeitnah beheben werden – die das Wohlfühlerlebnis „Sable“ derzeit aber dennoch schmälern. Auch dass aktuell noch eine deutsche Übersetzung für die zahlreichen Texte fehlt, dürfte manchen ebenfalls stören.

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„Sable“ ist ohne Altersbeschränkung für PC, Xbox Series X/S, Xbox One und PlayStation 4 für etwa 25 Euro erhältlich.

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