Roboterhund Spot überwacht Corona-Maßnahmen in Singapur

  • In Singapur setzen die Behörden bei der Kontrolle der Corona-Maßnahmen auf die Mithilfe von Robotern.
  • Spot, ein Modell des US-Unternehmens Boston Dynamics, soll künftig in Parks patrouillieren.
  • Auch anderswo kommen Roboter im Kampf gegen das Virus zum Einsatz.
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Um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen, hat sich Singapur die Unterstützung eines Roboters auf vier Beinen zugesichert. Vor allem in den Parks und Grünanlagen der Stadt soll der gelbe Spot künftig patrouillieren, wie die Zeitung “The Straits Times” berichtet. Besucher soll der seltsam anmutende Roboterhund dabei auf die wichtigsten Verhaltensregeln aufmerksam machen. Dazu werden unter anderem vorab aufgenommene Sprachaufzeichnungen abgespielt.

Seit dem 8. Mai ist Spot im Rahmen eines Testes im Einsatz. Zwei Wochen lang wird er im Bishan-Ang Mo Kio Park im Zentrum der Stadt unterwegs sein und Spaziergänger über Sicherheitsabstand und andere Maßnahmen informieren. Singapurs Parkverwaltung will so Mitarbeiter einsparen und Beschäftigte vor dem Kontakt zu anderen Menschen schützen. Zu Beginn soll das Parkpersonal Spot jedoch aus der Ferne begleiten und über einen Joystick lenken.

Mithilfe einer Kamera wird der Roboter zum Beispiel ermitteln, wie viele Personen sich im Park aufhalten. Auch soll er von allein erkennen, wenn zwei Personen zu nahe beieinander sind. Das Model Spot wurde im vergangenen Jahr vom US-Hersteller Boston Dynamics auf den Markt gebracht. Der Roboter zeichnet sich dadurch aus, dass er auch auf unwegsamen Gelände problemlos vorankommt und Personen ausweichen kann.

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Die Behörden in Singapur betonten, dass der Roboter Menschen nicht identifizieren und personenbezogene Daten nicht speichern wird. Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnte der Roboterhund seine Kontrollgänge schon bald auch allein durchführen. Falsches Verhalten ahnden kann Spot allerdings nicht. Dazu ist er auf die Hilfe eines menschlichen Mitarbeiters angewiesen. In Singapur drohen bei Verstößen gegen die Corona-Maßnahmen hohe Geld- und teilweise sogar Freiheitsstrafen.

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Robo-Mitarbeiter im Krankenhaus und im Supermarkt

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Derzeit wird der Einsatz von Spot in Singapur auch an anderer Stelle überprüft. So könnte er zum Beispiel Covid-19-Patienten mit Medikamenten versorgen. In den USA läuft derzeit bereits eine ähnliche Testphase im Bostoner Brigham and Women’s Hospital. Hier hatte sich innerhalb einer Woche ein Sechstel der Belegschaft mit dem Coronavirus infiziert.

Um das Risiko für die Beschäftigten zu senken, unterstützt der automatisierte Vierbeiner nun bei der Erstaufnahme der Patienten. Über ein Tablet, das am Kopf des Roboters angebracht ist, kommunizieren die Krankenhausmitarbeiter mit den Erkrankten. Künftig soll Spot Vitaldaten wie Herzfrequenz, Körpertemperatur und Atemfrequenz messen können, um so Covid-19-Symptome zu erkennen.

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In Deutschland rollt Pepper durch den Supermarkt

Auch in Deutschland kommen im Zuge der Corona-Krise Roboter zum Einsatz. So etwa in der schleswig-holsteinischen Stadt Ahrensburg. Hier rollt seit einigen Wochen Pepper durch die Gänge einer örtlichen Edeka-Filiale. “Den Sicherheitskräften hat kaum ein Kunde zugehört, aber von Pepper sind die Leute fasziniert”, sagte Marktinhaber Christian Höfling der Deutschen Presse-Agentur. Der neue Robo-Mitarbeiter erklärt den Kunden alle drei Minuten die Abstandsregeln im Kassenbereich und an den Theken des Marktes.

RND/mkr

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