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  • „Rettungseinsatz-App“: Software-Doktorand Christian Zöllner entwickelt App für Rettungskräfte

Üben fürs Überleben: Eine App hilft Rettungskräften bei ihren Einsätzen

  • Um in lebensgefährlichen Situationen angemessen reagieren zu können, müssen Rettungskräfte ständig trainieren.
  • Das ist in den meisten Fällen aber aufwendig und kostspielig.
  • Die App des Software-Doktoranden Christian Zöllner soll da nun Abhilfe schaffen.
Heidi Becker
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In vielen Situationen entscheidet das richtige Verhalten von Rettungskräften über Leben und Tod. Um bei Einsätzen keine Fehler zu machen, werden Routinen daher ständig geübt. Bislang läuft das noch recht aufwendig ab – dank der App des Software-Doktoranden Christian Zöllner könnte sich das nun ändern.

Übungen sind oft aufwendig und kostspielig

Wenn Rettungskräfte in Deutschland ihre Routinen üben, findet das laut Christian Zöllner bislang entweder über nachgestellte Situationen oder über „Dynamische Patientensimulation“ statt. Zöllner ist ehrenamtlicher Helfer bei den Berliner Maltesern und weiß, wie wichtig das Üben der Routinen von Rettungskräften ist. Sowohl Katastrophen nachzustellen als auch die „Dynamische Patientensimulation“ – bei der laminierte Karten Verletzte darstellen – ist allerdings aufwendig und kostspielig.

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Christian Zöllner beschäftigt sich am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) mit Simulationen und regte fünf seiner Studierenden an, eine Rettungseinsatz-App zu entwickeln. Mit der Hilfe des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sollten die Studierenden ein Programm entwickeln, mit dem die Rettungskräfte weniger aufwendig, aber dafür präziser und realistischer Koordination und Timing für einen Rettungseinsatz üben können.

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Rettungsgasse richtig bilden
1:01 min
Rettungskräfte kommen oft nicht schnell genug an eine Unfallstelle.  © RND

Rettungskräfte können mit der App Routinen üben

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Das Ergebnis ist eine App, die den Rettungskräften während einer Übung Verletzte anzeigt. Vorab müssen QR-Codes gedruckt und in einem Raum oder auf einem Gelände verteilt werden. Dann werden die „Verletzten“ nach dem Grad ihrer Verletzungen abgearbeitet. Die Übungen reichen etwa vom Checken der Ausrüstung im digitalen Notfallkoffer bis zum Anlegen eines Druckverbands, bei dem auf dem Smartphone eine Uhr mitläuft. „Man lernt durch die App das Haushalten mit Zeit, Material und Personal“, fasst Zöllner der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ (MAZ) gegenüber zusammen.

Rettungskräfte können ihre Routinen so wiederholen, bis jeder Handgriff sitzt. „Es geht in den Übungen auch darum, dass die Strategien, die die Sanitäter aus dem Lehrbuch kennen, dauerhaft frisch bleiben“ erklärt die am Projekt beteiligte Studentin Chiara Schirmer der „MAZ“. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat offenbar bereits Interesse an der App angemeldet.

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