PS-4-Spiel im Test: Zivilisation neu aufbauen bei “Wattam”

  • Los geht “Wattam” mit der Postapokalypse.
  • Die Spieler müssen versuchen, eine leere Welt wieder aufzubauen.
  • Die interne Logik des Playstation-4-Spiels hat allerdings nur wenig mit dem Menschen vertrauten Gesetzen zu tun.
Jan Bojaryn
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Der Bürgermeister ist ein grüner Würfel mit Gesicht, Armen, Beinen und einem Hut. Er ist traurig. Mutterseelenallein sitzt er in einer leeren, eckigen Welt. Dann entdeckt er etwas Neues: Da liegt ein Stein auf der Wiese. Er tritt näher, nimmt ihn in die Hand. Plötzlich wachsen dem Stein Arme, Beine und ein Gesicht. „Hi“, ruft der Stein und winkt. Der Bürgermeister weint vor Glück. Er hat seinen ersten Freund gefunden!

Das klingt nach einer Geschichte, die sich ein Kind ausdenken würde. Aber der Urheber ist Keita Takahashi, über 40 Jahre alt und gestandener Spieleentwickler. Der Japaner besitzt einen entwaffnenden Humor, den er schonungslos auf alles anwendet.

Playstation-Spiel “Wattam”: Verlorenes erneut entdecken

Diesen Witz zeigt auch sein neues Spiel “Wattam”, das er gemeinsam mit einem kleinen Spielestudio entwickelt hat. Es beginnt traurig: Eine Katastrophe hat alles ausgelöscht. Die Postapokalypse erinnert allerdings an einen Kindercartoon. Die Spieler müssen versuchen, das Verlorene wiederzuentdecken. Die anfangs leere Welt füllt sich mit vermenschlichten Gegenständen.

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Es ist eine endlose Freude des Wiedersehens mit dem Stein, der Gabel, der Nase und unzähligen anderen Gegenständen, von fröhlichem Singsang untermalt.

“Wattam”-Spielwelt jenseits der Realität

Die Welt hat eine interne Logik, aber die hat wenig mit unserer Realität zu tun. Pflanzen die Spieler eine Eichel ein, wächst ein kleiner Baum. Tanzen nun alle Gegenstände um den Baum, wächst er. Klettert eine Blume auf den Baum, kann sie sich den Eichelhut aufsetzen, woraufhin der Baum wütend wird, die Blume einsaugt und sie als Apfel wieder ausspuckt.

Das ganze Spiel besteht aus solchen Interaktionen, aus Ausprobieren und Spaß am Nonsens. Nach ein paar Stunden ist die Welt voll, und die Geschichte wird zu Ende erzählt. Diese Stunden sind wertvoll – für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

Keita Takahashi: “Wattam” für Playstation 4 und PC (bisher nur im Epic Games Store), 16 bis 20 Euro. Keine Altersbeschränkung.