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“Ori and the Will of the Wisps” im Test: Ein Spiel für Könner

  • "Ori and the Will of the Wisps” ist die Fortsetzung des beliebten Jump-n-Run-Spiels "Ori and the Blind Forest".
  • Überzeugen kann das Spiel vor allem mit dem atmosphärischen Zusammenspiel von Musik und Artdesign.
  • Doch das Spiel ist nichts für Anfänger.
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Gut Ding will Weile haben: Rund fünf Jahre hat es gedauert, bis die österreichischen Moon Studios die Fortsetzung ihres Jump-n-Run-Meisterwerks “Ori and the Blind Forest” vollendet haben. In “Ori and the Will of the Wisps” schlüpfen Spieler auf Xbox One und PC erneut in die Rolle des weiß leuchtenden Kobolds Ori, der nach dem Ende des ersten Teils eine neue Freundin gefunden hat: die kleine Eule Ku.

Bei einem Flug über die Weiten des heimatlichen Waldes stürzen beide jedoch ab, werden getrennt und landen in einem fremden Forst. Ori begibt sich auf die Suche nach Ku und begegnet dabei diversen Gestalten, die sich mal mehr, mal weniger freundlich zeigen.

Am Spielprinzip hat sich nichts geändert

Am spielerischen Grundgerüst hat sich im Kern wenig verändert: Ori wird in klassischer 2D-Ansicht durch verwinkelte Umgebungen dirigiert, in denen Feinde, kniffligen Sprungpassagen und kleinere Rätsel bewältigt werden müssen. Sukzessive eignet sich der kleine Waldgeist neue Fähigkeiten an und kann sich dann etwa durch Sand wühlen oder zu blau leuchtenden Objekten heranziehen. Im Laufe der zehnstündigen Kampagne zeigt sich jedoch, dass es im Detail mehr als nur geringfügige Änderungen gibt.

So wurde vor allem der Rollenspielanteil massiv ausgebaut. Ori begegnet auf seinem Abenteuer zahlreichen Kreaturen des Waldes, die ihm kleinere und größere Nebenaufgaben auferlegen. Die Belohnungen sind entweder neue Boni, von denen nur eine Handvoll gleichzeitig genutzt werden kann, oder so genannte Geisterkugeln, mit denen diese Boni verbessern lassen. Zudem gibt es diesmal eine Siedlung, die sich mit speziellen Items ausbauen lässt und sich so allmählich von einer desolaten Ruine in ein wohliges Heim verwandelt. Auch bietet “The Will of the Wisps” mehr Abwechslung im Hinblick auf die Umgebungen: Neben Waldgebieten bereist der Spieler diesmal auch eine Wüste, eine verschneite Bergspitze oder eine Lagune.

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Wunderschöne Inszenierung

Die große Stärke, die sich der zweite Teil mit seinem Vorgänger teilt, ist die wunderschöne Inszenierung. Der geschmeidig animierte Kobold bewegt sich durch eine Welt, die direkt aus der Feder namhafter Landschaftsmaler wie Caspar David Friedrich oder William Turner stammen könnte. Der Stil ist schlichtweg eine Augenweide – und der orchestrale Soundtrack aus sanften Streichern und bisweilen auch mal lauten Tönen verwöhnt gleichermaßen die Ohren, mischt der emotionalen Geschichte um Freundschaft, Wiedergutmachung und -aufbau stets die richtigen Töne bei.

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Auf seinen Abenteuern trifft Ori viele Kreaturen des Waldes.

“Ori and the Will of the Wisps” ist kein Spiel für Anfänger

Auch wenn es zunächst nicht so aussieht: “Ori and the Will of the Wisps” ist kein Spiel für Anfänger. Viele Passagen erfordern präzisestes Timing und blitzschnelle Reaktionen. Hinzu kommt, dass die Umgebungen wegen des hohen Detailgrades nicht immer klar lesbar sind. Und auch die Bosskämpfe, so eindrucksvoll sie inszeniert seien mögen, sind knackig schwer. Selbst auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade sind sie eine Herausforderung, die viel Zeit, Geduld, Geschicklichkeit und mehrere Neustarts in Anspruch nehmen. Ebenfalls nicht optimal: Aktuell leidet Oris zweites Abenteuer noch an Ladepausen, die das Geschehen regelmäßig ausbremsen oder kurzzeitig Stillstand bringen.

Insofern erweist sich “Ori and the Will of the Wisps” noch mehr als der erste Teil als ein Spiel für Könner und Geduldige. Die werden jedoch mit einem der schönsten Art-Styles verwöhnt, die der Gaming-Markt derzeit zu bieten hat, und bekommen eine deutlich abwechslungsreichere und spielerisch tiefere Erfahrung geboten, als noch vor fünf Jahren.

Das wichtigste in Kürze:

Plattform: Xbox One und PC

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Preis: ca. 30 Euro

Entwickler: Moon Studios

Publisher: Microsoft Game Studios

Christian Neffe/RND

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