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Elektronischer Personalausweis: Fragen und Antworten zum digitalen Dokument

  • Seit 2010 können die Bürger die Funktionen des elektronischen Personalausweises nutzen.
  • Wegen der umständlichen Anwendung greifen bisher allerdings nur wenige auf das digitale Dokument zurück.
  • Das soll sich bald ändern: Mit dem Einzug auf das Smartphone könnte der E-Perso schon bald regelmäßig zum Einsatz kommen.
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Schon seit zehn Jahren verfügt der hiesige Personalausweis über die sogenannte eID-Funktion und ist somit auch digital nutzbar. Seit 2017 ist diese Funktion bei jedem neu ausgestellten Ausweis automatisch integriert. Das Dokument hat einen eingebauten Chip, mit dem sich Nutzer auch online identifizieren können. Im Jahr 2019 verfügten 60,6 Millionen Bürger über einen Personalausweis im Scheckkartenformat. Bei etwa 23 Millionen war die Online-Ausweisfunktion aktiviert. Die notwendige Software wurde bisher jedoch lediglich knapp zwei Millionen Mal heruntergeladen.

Die umständliche Technik, die ein Lesegerät oder eine NFC-fähiges Smartphone erfordert, hindert viele Bürger an dem Gebrauch der Funktionen. Auch sind die Einsatzmöglichkeiten bei Behördengängen noch stark begrenzt.

E-Perso auf dem Smartphone?

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Wie unter anderem das Magazin “c’t” berichtet, will die Bundesregierung den Prozess künftig vereinfachen. Demnach beschäftigt sich das Wirtschaftsministerium zurzeit mit der Entwicklung einer virtuellen Variante des Ausweises, die auf Smartphones gespeichert werden kann. Die Bundesdruckerei, die hauptverantwortlich für das Projekt “Optimos 2.0” ist, hat bereits eine funktionsfähige Demoversion veröffentlicht. Bislang ist diese allerdings nur für das Samsung Galaxy S20 freigegeben. Weitere Modelle von Samsung, aber auch neuere Apple-iPhones und Google-Pixel könnten folgen. Dafür müssten die Hersteller die Sicherheitschips in ihren Geräten zunächst für die Ausweisfunktionen freischalten.

Wann kommt der E-Perso?

Der E-Perso wird im Rahmen eines “Neun-Punkte-Plans” der Bundesregierung eingeführt. Ab dem 1. Quartal 2021 soll die Anwendung in den Testbetrieb gehen. Ist dieser erfolgreich, so soll die Verwendung der eID auf Samsung-Smartphones der Reihe Galaxy S20 ab dem 1. Juni 2021 möglich sein, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion mitteilte.

Was kann der elektronische Personalausweis?

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Der elektronische Personalausweis hat zwei grundlegende Funktionen: Aus der Ferne lässt sich eine rechtsverbindliche Unterschrift leisten. Mit der eID können Bürger außerdem online oder an speziellen Automaten in Behörden zweifelsfrei die Identität beweisen. Mit diesen Funktionen können Nutzer zum Beispiel Versicherungen abschließen, Konten eröffnen, SIM-Karten freischalten oder Behördengänge digital erledigen. Unter anderem können Kunden der Post, der comdirect-Bank und von Vodafone den E-Perso nutzen. Bürgerdienste bieten allerdings noch keine flächendeckende Nutzung an. Eine Übersicht davon, wo die eID zum Einsatz kommt, findet sich auf der Webseite des Innenministeriums.

Was benötige ich für die Nutzung der eID?

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Zunächst wird ein Personalausweis mit einer freigeschalteten eID-Funktion benötigt. Eine Freischaltung muss im Bürgeramt erfolgen, anschließend erhält man einen Brief mit einer Transport-PIN, einer Entsperrnummer und einem Sperrkennwort. Für die Aktivierung der Online-Ausweisfunktion muss die Transport-PIN anschließend durch eine persönliche, sechsstellige PIN ersetzt werden. Dies kann direkt im Bürgeramt erfolgen oder später an einem mobilen Endgerät. Um sich am Computer auszuweisen, benötigt man neben der PIN-Nummer ein spezielles Lesegerät und eine Software. Für die Identifikation über das Smartphone wird ein Gerät mit NFC-Schnittstelle und entsprechender App benötigt. Smartphones oder Lesegeräte können dann den Chip im Ausweis auslesen und die Daten übertragen.

Welche App und welche Software wird benötigt?

Um den elektronischen Personalausweis über das Smartphone oder den Computer aufrufen zu können, wird eine Software namens “AusweisApp2” benötigt. Diese ist in der mobilen Version kostenlos im App und Play Store verfügbar und wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums entwickelt. Auf der Webseite der App kann die Software für den Computer heruntergeladen werden. Zudem lässt sich einsehen, welche Smartphones über eine NFC-Schnittstelle verfügen und wo sich der Chip befindet. Das Auslesen erfolgt dann, indem das Smartphone dicht an den Personalausweis gehalten wird. Wie dies bei iPhones funktioniert, sehen Sie im Video.

Was benötige ich für die elektronische Signatur?

Dieser Vorgang stellt sich als besonders kompliziert heraus und kommt daher nur selten zum Einsatz. Für die Funktion wird ein weiteres Zertifikat und ein Lesegerät benötigt. Das Signaturzertifikat erhält man ebenso wie das zum Signieren notwendige elektronische Schlüsselpaar ausschließlich bei privaten Anbietern. Die Kosten hierfür unterscheiden sich. Ist eine Person im Besitz eines solchen Schlüsselpaars und des zugehörigen Zertifikats, kann diese mit ihrem Ausweis digital Dokumente unterschreiben.

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Wie erkenne ich, ob die eID freigeschaltet ist?

Bei allen neuen Ausweisen ab 2017 ist die Funktion automatisch aktiviert. Wer einen älteren Personalausweis hat, kann im Bürgeramt überprüfen lassen, ob die eID freigeschaltet ist. Das ist in der Regel kostenfrei.

Wie kann ich mich registrieren?

Wer sich für die Dienste des elektronischen Personalausweises nachträglich registrieren lassen will, kann dies ebenfalls im zuständigen Bürgeramt tun. Dafür wird bundesweit eine Gebühr in Höhe von 6 Euro erhoben. Auch wer seine PIN-Nummer ändern will, wenn diese zum Beispiel vergessen worden ist, muss im Bürgeramt 6 Euro zahlen.

Wie sicher ist der elektronische Personalausweis?

Der elektronische Personalausweis gilt als relativ sicher. Die Ausweisdaten werden stets Ende-zu-Ende-verschlüsselt übermittelt und können nicht abgefangen oder eingesehen werden, heißt es auf der Seite des Innenministeriums. Bevor die Daten übermittelt werden, können Nutzer zudem sehen, wer die Daten erhält und dass er zur Nutzung der Online-Ausweisfunktion berechtigt ist.

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2010 hatte ein Versuch des Chaos Computer Clubs jedoch gezeigt, dass sich Ausweisdaten durch unsichere Lesegeräte ausspähen lassen. Die Experten empfehlen deshalb, nicht auf günstige Lesegeräte zurückzugreifen. Zudem sollten die Geräte nach der Nutzung immer vom Computer getrennt werden. Wer die App nutzt, sollte sich anschließend ebenfalls wieder ausloggen.

RND/mkr/mit dpa

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