• Startseite
  • Digital
  • Oberlandesgericht: Powerbank im Auto führt nicht zu Bußgeldern

Oberlandesgericht: Powerbank im Auto führt nicht zu Bußgeldern

  • Wer am Steuer sein Handy oder elektronische Kommunikationsgeräte in die Hand nimmt, riskiert Bußgelder, Punkte, Fahrverbote.
  • Doch was ist mit einer Powerbank?
  • Ein Fall aus Hamm zeigt nun: Weder Powerbank noch Ladekabel sind isoliert betrachtet elektronische Geräte und dürfen damit während des Fahrens bedient werden.
Anzeige
Anzeige

Hamm. Elektronische Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen, dürfen Autofahrer nicht während der Fahrt in die Hand nehmen. Per Handy zu telefonieren ist zum Beispiel nur mit Freisprechanlage erlaubt. Doch eine Powerbank, eine Art Nachlade-Akku, dürfen Autofahrer während der Fahrt anschließen. Das zeigt eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm, über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet (Az.: 4 RBs 92/19).

Powerbank und Ladekabel keine elektronischen Geräte

Im Fall ging es um einen Autofahrer, der sein Handy über eine Freisprechanlage zum Telefonieren nutzte. Am Handy war zudem bereits ein Ladekabel angeschlossen. Der Mann nahm Ladekabel und Powerbank in die Hand, um sie zu verbinden. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen "vorsätzlicher verbotswidriger Benutzung eines Mobiltelefons als Kraftfahrzeugführer" zu 180 Euro Bußgeld.

Die Richter am OLG hoben die Entscheidung auf. Denn in ihren Augen sind weder Powerbank noch Ladekabel isoliert betrachtet elektronische Geräte. Stattdessen dienen sie dazu, andere Geräte mit Energie zu versorgen. Zudem geht demnach von ihrer Nutzung keine vergleichbare Ablenkung hervor, anders etwa als bei einem Handy mit Touchscreen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen