Highlightarme Fotosafari: „New Pokémon Snap“ im Test

  • Mit „New Pokémon Snap“ erscheint nach mehr als 20 Jahren der Nachfolger des von vielen geliebten N64-Spiels.
  • Rund 200 toll animierte Monster stehen diesmal als Fotomotive bereit.
  • Was anfangs noch viel Charme versprüht, sorgt aufgrund des repetitiven Spielablaufs und weniger Höhepunkte aber bald für Ernüchterung.
Christian Neffe
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Es hat lange gedauert: 21 Jahre nach dem Erscheinen von „Pokémon Snap“ für Nintendo 64 steht endlich ein Nachfolger in den digitalen und analogen Regalen bereit. Schon die Ankündigung von „New Pokémon Snap“ ließ bei langjährigen Fans der „Pocket Monsters“ das Nostalgieherz höher schlagen, hatte der Erstling seinerzeit doch frischen Wind in das Franchise gebracht: Als Nachwuchsfotografen wurden die Spieler hier auf Bildersafari geschickt. Ähnlich einem „Rail-Shooter“ bewegten sie sich auf fest vorgegebenen Bahnen durch unterschiedliche Biotope, um dort Pokémon in mannigfaltigen Posen vor die Linse zu bekommen. Dank spezieller Items sowie vieler kleiner Geheimnisse motivierte das auch über mehrere Durchgänge hinweg.

„New Pokémon Snap“ bleibt dem ursprünglichen Spielprinzip nicht nur weitestgehend, sondern fast vollständig treu. Lediglich in Sachen Umfang und Story wurde zugelegt: Die Menge der potenziellen Fotomotive ist von 63 auf rund 200 gewachsen, die Anzahl der Strecken wurde von sechs auf zwölf erhöht, plus einige Bonustouren. Viele davon sind zudem in einer Tag- und einer Nachtvariante verfügbar. Der fahrbare Untersatz bewegt sich dabei auf einer vorgegebenen Route mit gelegentlichen Abzweigungen, wobei der Finger stets auf dem Abzug sein sollte, um die herumwuselnden Pokémon möglichst treffsicher abzulichten. Mit Äpfeln, die als Lockmittel dienen, sowie Leuchtbällen und einer Flöte lässt sich zudem Einfluss auf Umwelt und Monsterchen nehmen.

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Überzeugende Grafik

Am Ende jeder Tour gibt es Punkte, die den Forscherrang erhöhen, was wiederum zu leichten Veränderungen auf den Strecken führt und neue Motive freischaltet. Alles im Namen der Wissenschaft: Professor Mirror will auf dem Inselarchipel, das den Schauplatz des Spiels bildet, das sogenannte Lumina-Phänomen untersuchen. Die Story bietet einen losen Rahmen für die Geschehnisse, ist in Summe aber nicht mehr als das: ein Rahmen.

Die Kernmechanik, das Abfahren der Strecken also, versprüht anfangs noch eine Menge Charme. Die Monsterchen sind großartig animiert und hauchen den Kulissen, die sich von Wäldern über eine Wüste bis zu einem Vulkan- und Unter­wasser­level erstrecken, viel Leben ein. Die Pokémon jagen, spielen, schlafen, wandern und fliegen umher: Den Entwicklern gelingt es gut, das Gefühl zu vermitteln, hier nur ein Beobachter in einem der Zivilisation entrückten Habitat zu sein und die Pokémon mehr als in jedem anderen Spiel der Marke in ihrem natürlichen Umfeld kennenzulernen.

Auf Dauer ermüdend

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Zumindest zu Beginn. Denn obwohl sich das Spiel um Variationen bemüht ist, Geheimnisse einstreut, das Bearbeiten sowie Hochladen von Fotos ermöglicht und die Jagd nach dem besten Motiv zunächst motiviert, fühlt sich das wiederholte Abfahren der immer und immer gleichen Strecken für ein paar Punkte mehr schon bald repetitiv und ermüdend an. Verstärkt wird das durch das langsame Spieltempo, das „New Pokémon Snap“ zwar zu einem guten Spiel zum Entspannen, aber auch sehr highlightarm macht.

„New Pokémon Snap“ eignet sich deshalb lediglich für Franchise­neulinge jüngeren Alters oder aber langjährige Fans, die gern die rosarote Nostalgiebrille tragen. Alle anderen dürften nach einigen Stunden ernüchtert den Controller aus der Hand legen und höchstens nach einem stressigen Arbeitstag mal für ein oder zwei Touren zurückkehren.

Plattform: Nintendo Switch

USK: ohne Altersbeschränkung

Preis: ab 50 Euro

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