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Mozilla in der Krise: Firefox-Entwickler streicht rund ein Viertel der Jobs

  • Die Corona-Krise trifft den Firefox-Entwickler Mozilla.
  • Rund 250 Mitarbeiter verlieren ihren Job, wie CEO Mitchell Baker mitteilt.
  • Mit anderen Produkten will sich das Unternehmen neu aufstellen.
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San Francisco. Mozilla streicht als Folge der Corona-Krise etwa jeden vierten Arbeitsplatz und will sein Geschäft mit der beschleunigten Entwicklung neuer Dienste ausbauen. Rund 250 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, der Standort in Taiwan wird geschlossen, wie Mozilla-Chefin Mitchell Baker am Dienstag in einer Mitteilung ankündigte. Ob auch das Berliner Büro von den Stellenkürzungen betroffen sein wird, ist unklar. Alle betroffenen Mitarbeiter sollen für den Rest des Jahres eine Abfindung erhalten.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie hätten den Umsatz erheblich gedrückt, räumte Baker ein. Die Jahresziele können deswegen nicht erreicht werden. Eine zentrale Einnahmequelle von Mozilla ist ein Deal mit Google: Der Internet-Konzern bezahlt dafür, dass seine Suchmaschine im Firefox-Webbrowser voreingestellt wird. Google meldete für das vergangene Quartal einen Rückgang der Online-Werbeerlöse. Der Vertrag mit Google läuft allerdings im Laufe dieses Jahres aus. Bisher ist noch nicht bekannt, ob der Deal verlängert wird. Bricht der Suchmaschinen-Riese als Partner weg, so bedeutet das für Mozilla schwere finanzielle Konsequenzen.

Fokus auf neue Sicherheitsprodukte

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Erst im Januar hatte Mozilla sich von 70 Mitarbeitern trennen müssen. Bereits im Jahr 2018 verzeichnete das Unternehmen Verluste. Vor allem Konkurrenten wie Google Chrome, aber auch die Standard-Browser Edge und Safari machen Mozilla zu schaffen. Für den Smartphone- und Tabletmarkt spielt das Unternehmen keine bedeutende Rolle.

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Mit einer veränderten Aufstellung will das Unternehmen nun seine Zukunft sichern. Neue Produkte sollen sich auf Datenschutz und Sicherheit für Internet-Nutzer fokussieren, wie Baker ankündigte. So könnte etwa das Geschäft mit VPN-Angeboten weiter ausgebaut werden. Neue Teams werden die Arbeit am Design der Nutzeroberflächen und im Bereich des maschinellen Lernens intensivieren. Investitionen in Angebote für Software-Entwickler sollen dagegen zurückgefahren werden. Zudem zeichnet sich ab, dass Kunden für Mozilla-Produkte künftig zahlen könnten. Man habe erkannt, dass das Mozilla-Modell, “bei dem alles kostenlos war, seine Konsequenzen hat”, heißt es in der Mitteilung.

RND/mkr/dpa

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