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Im Test: Woher kommt der Hype um „Mount & Blade 2: Bannerlord“?

  • „Mount & Blade 2“ ist noch gar nicht richtig fertig und trotzdem schon der erfolgreichste Spiele-Release des Jahres.
  • Spieler können auf der Mittelalter-Baustelle zahlreiche Stunden mit Welteroberung, Familienplanung und spektakulären Schlachten verbringen.
  • Die finale Version soll 2021 erscheinen.
Robert Nößler
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Es ist die Ruhe vor dem Sturm: In Reih und Glied stehen Schwertträger, Bogenschützen und Ritter auf einem Hügel. Am Horizont stürmt ihnen eine mächtige Armee entgegen. Sekunden später verwandelt sich die kleine Anhöhe in ein Schlachtfeld. Pfeile jagen über sattes Grün, Klingen krachen aufeinander und reitende Lanzenträger machen Jagd auf Infanteristen. Willkommen in „Mount & Blade 2: Bannerlord“, dem vielleicht spektakulärsten Mittelalterspiel der vergangenen Jahre.

In diesem außergewöhnlichen Genremix aus Schlachtensimulation, Strategie- und Rollenspiel reisen Abenteurer ein Jahrtausend in die Vergangenheit. Sie stürzen sich als Feldherr (oder -frau) in epische Gefechte, erobern Burgen und Städte oder treiben Handel. Obwohl noch in der Entwicklung, legte „Mount & Blade 2“ den erfolgreichsten Spielestart des Jahres bei Steam hin. Mit bis zu 250.000 gleichzeitig aktiven Spieler schlug der Early-Access-Titel sogar Blockbuster wie „Doom Eternal“ – und das war kein Zufall.

Ein klares Ziel gibt es bei „Mount & Blade 2: Bannerlord“ nicht

Vor allem in der Modderszene, in der Spieler eigenständige Game-Modifikationen erstellen, machte sich der 2008 erschienene erste Teil der Reihe einen Namen. Die riesige Fanszene baute komplette Spielwelten im „Game of Thrones“- oder „Star Wars“-Universum nach. Der neue Teil macht auch dies wieder möglich, ist aber noch mindestens ein Jahr lang eine Baustelle. Eine, auf der Spielen erwünscht ist. Hier haften Eltern nicht für ihre Kinder, sie kundschaften – denn auch Familienplanung samt Partnerwahl und Nachwuchs ist beim Aufbau der Mittelalter-Dynastie zu bedenken.

Ein klares Ziel gibt es dabei nicht. „Mount & Blade 2: Bannerlord“ , das bisher noch komplett auf Englisch ist, folgt dem klassischen Sandbox-Prinzip, in dem Spieler auf die Welt einwirken können, und fesselt damit locker hundert Stunden. Die Spieler können auf dem Weg zu Ruhm und Ehre die riesige Welt von Calradia mit seiner Armee bereisen, dabei auf friedliche Koexistenz setzen, sich einem der acht Königreiche anschließen oder selbst zum König werden.

Während der Schlacht vergisst man die karge Atmosphäre

In den prächtig inszenierten Schlachten wird vom Pferd aus eine ganze Armee dirigiert. Dann hat „Mount & Blade 2: Bannerlord“ seine großen Momente und lässt vergessen, dass die bislang noch monotonen Missionen und karg designten Städte wenig Atmosphäre versprühen. Per Tastenkommando dirigieren die Spieler Heere übers Schlachtfeld oder stehen ihren Truppen selbst kämpfend zur Seite. Bei den Belagerungen schmettern Katapulte ihre mächtigen Geschosse gegen die Burgmauern, während die Infanterie mit Leitern an der Fassade empor klettert. Spätestens dann ist es endgültig vorbei mit der Ruhe.

„Mount & Blade 2: Bannerlord“ ist bei Steam als Early-Access-Version für den PC erhältlich und kostet 50 Euro. Die finale Version soll 2021 erscheinen.



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