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  • Microsoft-Edge-Chromium-Update: Besserer Browser als Google Chrome?

Browserupdate von Microsoft: Edge Chromium soll besser als Google Chrome werden

  • Im Browserwettstreit geht Microsoft den nächsten Schritt.
  • Der 2015 eingeführte Edge-Browser bekommt am heutigen Mittwoch ein automatisches Update mit Bausteinen des Open-Source-Projekt Chromium.
  • Das soll vor allem zur besseren Kompatibilität und höheren Geschwindigkeit beitragen.
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Mit Chromium Edge startet Microsoft in eine neue Ära seiner Browsergeschichte. Nachdem die Nutzung des Internet Explorers stark eingebrochen war, launchte der Konzern im Jahr 2015 seinen neuen Browser Edge. Die Nutzerzahlen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Mit einem neuen Update will Microsoft jetzt nachhelfen. Dieses soll besonders zu einer besseren Kompatibilität führen – zu Edge auf anderen Endgeräten und auch für andere Browser auf Windows-Geräten.

Mitte Dezember hatte der Microsoft-Konzern bereits mitgeteilt, dass er in Zukunft auf das Open-Source-Projekt Chromium setzen will. Nach einer etwa einjährigen Entwicklungs- und Testphase geht der neue Edge Chromium nun für Windows 10 an den Start. Spannend daran: Nicht nur der Name erinnert an Googles Chrome-Browser. Dieser basiert nämlich auch auf Chromium. Microsoft und Google werden künftig also enger zusammenarbeiten.

Edge Chromium ist in neuestem Windows-Update enthalten

Für Unternehmenskunden soll der neue Microsoft-Browser mit Chromium-Unterbau aus Kompatibilitätsgründen übrigens vorerst nicht als automatisches Update kommen, wie das Microsoft-Magazin „WindowsArea.de“ berichtet. Bei allen Privatanwendern, die eine aktuelle Windows-Version von mindestens April 2018 (Version 1803) haben, kommt der Chromium Edge im neuesten Patchupdate.

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Windows-Standardbrowser Edge wird ersetzt

Die neue Version des Edge-Browsers mit Chromium-Unterbau kommt als Aktualisierung des von Haus aus mitgelieferten Microsoft-Browsers, obwohl es sich um mehr als ein Update handelt. Alle Icons, Pfade und Verknüpfungen in Startmenü, Taskleiste oder auf dem Desktop werden direkt ersetzt.

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Erstmals verzichtet Microsoft auch auf das gewohnte „e“, das Nutzer schon von Edge oder auch dem Internet Explorer kannten. Das neue Edge-Icon sieht aus wie eine Mischung aus den Logos der beiden Browser Edge und Chrome.

Bei Windows-Nutzern, die ein anderes Betriebssystem als Windows 10 oder eine ältere Version haben, wird die neue Edge-Version nicht automatisch aufgespielt.

Warum die Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Google?

Laut eigenen Angaben von Microsoft soll der Umstieg die Performance und Webkompatibilität des Browsers erhöhen. Dadurch büßt der Konzern zwar seine Eigenständigkeit ein, kann aber auf ein langjährig erprobtes und bewährtes Open-Source-Modell zurückgreifen.

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Mit dem neuen Unterbau ist Microsofts Edge mit Googles Chrome-Browser kompatibel. Das bietet mehrere Vorteile für unterschiedliche Nutzergruppen. Entwickler von Anwendungen und Webseiten stehen oft vor der Herausforderung, ihre Inhalte für viele unterschiedliche Plattformen und Geräte optimieren zu müssen. Da Ressourcen und Arbeitskraft begrenzt sind, fokussieren sie sich oft auf die gängigste Form. Auf den anderen Plattformen kann es somit unter Umständen zu Kompatibilitätsproblemen kommen.

Nun soll das neue Edge-Chromium nicht nur eine schnellere Performance und mehr Funktionen bieten, sondern auch Entwicklern ermöglichen, bereits für Chrome erstellte Erweiterungen ohne großen Aufwand auch für den Microsoft-Browser anzubieten. Microsoft selbst stellt eine langfristige Zusammenarbeit in Aussicht: Man möchte „auch weiterhin in Chromium arbeiten, anstatt ein paralleles Projekt zu entwickeln“. Dazu arbeiten die Microsoft-Entwickler direkt mit den Teams von Google zusammen.

Für den Endverbraucher ist diese Entwicklung durchaus positiv zu sehen. Sie können alle auf Chromium basierenden Browser mit einer verbesserten Performance nutzen. Denn nicht nur der Edge-Browser verbessert sich, auch weitere Browser können unter Windows besser und stabiler genutzt werden.

Und warum lohnt es sich für Microsoft? Ganz einfach: Der Konzern drohte, bei starker Konkurrenz wie Google Chrome und Mozilla Firefox den Anschluss zu verlieren. Wenn Entwickler ihre Anwendungen nicht mehr auf den Microsoft-Browser optimieren, entstehen Probleme, durch die wiederum weniger Menschen Edge nutzen. Zusätzlich soll Microsoft Edge auf diese Weise noch einfacher auf weitere Plattformen gebracht werden können – zum Beispiel auch auf macOS.

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Edge Chromium: Das kann Microsofts neuer Browser

Für Anwender gibt es viele Vorteile. Edge verfügt nun über sämtliche Extensions, die auch in Chrome verfügbar sind. Die Add-ons sind im Chrome Web Store erhältlich. Auch von Chrome bekannte Funktionen, wie die Berechtigungen für Standort, Mikrofon und Webcam für Webseiten individuell einzustellen, kommen nun zu Edge. Darüber hinaus können auch einzelne Tabs stumm geschaltet werden, und die „Neuer Tab“-Seite lässt sich ebenfalls personalisieren.

Nicht nur ein neues Design, das wie eine Mischung aus Edge und Chrome aussieht, hat der Browser erhalten, er ist auch deutlich schneller geworden und wartet so mit einer verbesserten Performance auf. Auch ein Dark Mode ist nun verfügbar, und ebenfalls wurde ein Trackingschutz implementiert, Google-Trackings wurden hingegen entfernt. Ein nettes Feature sind auch die sogenannten „Collections“, bei denen es sich um eine Art Pinnwand handelt, auf der Nutzer Bilder, Links oder Texte speichern und auch exportieren können.

Microsoft will auch mit Verbesserungen in den Bereichen Barrierefreiheit, Toucheingabe und mehr in Chromium begonnen haben, die auch anderen auf Chromium basierenden Browsern wie Google Chrome zugutekämen. Weiter will Microsoft gemeinsam mit der Open-Source-Community an Akkulaufzeit, Touchbedienung, Barrierefreiheit oder Sicherheit in Chromium-basierten Browsern arbeiten.

Edge Chromium nicht installieren – so geht’s

Bei der neuen Version von Edge Chromium handelt es sich quasi um ein Zwangsupdate. Wer lieber auf die bisherige Edge-Variante zurückgreifen möchte, kann auf ein Tool zurückgreifen, das Microsoft zur Verfügung stellt. Damit können Sie das automatische Update unterdrücken. Das Microsoft Edge Chromium Blocker Toolkit blockiert auch alle zukünftigen automatischen Updates von Edge. Diese können Sie jedoch noch manuell installieren. Laut Microsoft ist die Software in erster Linie für Unternehmen gedacht, aber auch Privatanwender können das Tool gratis downloaden. Auf „heise online“ werden Sie durch die Schritte zur Installation und Nutzung des Blockertoolkits geführt.

In Szenekreisen wird Edge Chromium jedoch als überaus deutliche Verbesserung zum bisherigen Edge gefeiert, so dass man sich überlegen sollte, ob man tatsächlich bei der bisherigen Edge-Version bleiben möchte.