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Entspannen mit “Merkelwave”: Wie warme Worte der Kanzlerin zum Youtube-Musikhit wurden

  • Das Internet hat sich etwas Neues ausgedacht – und sich mal wieder selbst übertroffen.
  • “Merkelwaves” sind entspannte Lo-Fi Beats gepaart mit motivierenden Aussagen Angela Merkels.
  • Wieso diese schräge Kombination funktioniert.
Alice Mecke
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Hannnover. Wie kommt man am besten durch eine globale Pandemie? Mit Humor – und aufmunternden, warmen Worten. Ein neues Netzphänomen verknüpft beides. Kreative Köpfe haben das neue Musikgenre “Merkelwave” ins Leben gerufen. Auf Youtube ist ein einstündiges Youtube-Video zu sehen, das beruhigende Low Fidelity (Lo-Fi) Sounds mit ermutigenden Aussagen von Angela Merkel kombiniert. Was total absurd klingt, klappt erstaunlich gut – über eine Millionen Aufrufe hat das Video, das seit März online ist.

Der Lo-Fi-Sound ist dabei nicht unbedingt der Rede wert – Lo-Fi soll mit Absicht simpel und nicht hochwertig produziert klingen. Viel genialer sind natürlich die Aussagen Merkels, die sorgsam ausgewählt wurden. Begrüßt wird man mit den Worten “das Internet ist für uns alle Neuland”, ein episches Zitat aus dem Jahr 2013, während einer Pressekonferenz mit dem damaligen US-Präsident Barack Obama.

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Die Magie des Merkelwaves

Weiter geht es mit Schmankerln wie: “Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das!” oder: “Zwischendrin einen Moment innehalten, schweigen, nachdenken, Pause machen.” Auch ein englisches Zitat durfte nicht fehlen: “Now a door to a new life is opening”. Es ist schwierig, sich dem Merkelwave zu entziehen, zu neugierig ist man auf das nächste Zitat. Ob man will oder nicht: Bei einigen Zitaten geht einem wirklich das Herz auf und man vergisst für kurze Zeit seine Sorgen.

Das “Video” zur Musik ist übrigens eine sich wiederholende Animation: Angela Merkel sitzt auf rosafarbenen Sitzen in einem fahrenden Zug, blickt nachdenklich und ihre E-Zigarette qualmt.

Das Internet liebt Merkelwave

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Die Kommentare zeigen, wie gut Merkelwave funktioniert und das trotz scheinbar fehlendem Zusammenhang zwischen unserer Bundeskanzlerin und stümperhaften Beats. “Merkelwave: the genre we didn’t know we needed”, der Kommentar trifft es auf den Punkt, genau wie diese treffende Beobachtung: “Keine einzige Seele hat danach gefragt, aber wir sind trotzdem alle hier.” Ein User fragt sich bereits “warum ist das noch nicht unsere Nationalhymne?”

Der Macher von Merkelwave, der Youtube-User “robtake”, hat auch noch ein weiteres Video veröffentlicht: “lo fi spahnwave beats to relax/get healthcare systems in very good shape to”. In dieser Versionen sind Zitate von Gesundheitsminister Jens Spahn rund um das Coronavirus der Star.

Idee kommt aus UK – von Politikern selbst

Auch andere Politiker mussten schon als “Wave” herhalten. Es gibt den “Lofi Söderwave”, den “Lofi Amthor Wave” und die Mutter aller Waves kommt aus UK: Der “lo fi boriswave” zeigt Premierminister Boris Johnson, ebenfalls im Zug sitzend unterlegt mit entspannter Musik und Zitaten. Das Video wurde Ende 2019 sogar über den offiziellen YouTube-Kanal der konservativen Partei Englands veröffentlicht. Vielleicht ist es der genialste PR-Coup der letzten Jahre gewesen.


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