Starke Heldensaga: “Marvel’s Avengers” überzeugt mit kinoreifer Story

  • Eigentlich sollte “Marvel’s Avengers” vor allem ein Online-Spektakel für mehrere Spieler werden.
  • Doch seine Stärken liegen überraschenderweise ganz woanders.
  • Das Spiel überzeugt mit kinoreifer Story im Solospieler-Modus – nur das eintönige Kampfsystem lässt Federn.
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Berlin. Kamala Khan ist eigentlich nur ein großer Fan der Avengers – so wie vermutlich viele Comic- und Film-Fans gerade. Doch Kamala ist kein ganz normales Mädchen, sondern die Hauptfigur von “Marvel’s Avengers”, einem neuen Superhelden-Spiel rund um Captain America, Black Widow und Iron Man.

Die haben zu Beginn des Spiels nicht ihren besten Tag: Als San Francisco von mysteriösen Superschurken angegriffen wird, erleiden die Avengers eine überraschende Niederlage. Menschen sterben, die Superhelden werden aufgelöst und in alle Winde verstreut.

Unscheinbares Mädchen wird Superheldin

Mittendrin die junge Kamala, die ihre Helden eigentlich nur bei einer Autogrammstunde treffen wollte – und die jetzt plötzlich eigene Superkräfte entwickelt. Die Geschichte davon, wie Kamala von der Außenseiterin zur Anführerin wird und die Avengers im Kampf gegen das Böse vereint, ist das absolute Highlight von “Marvel’s Avengers”. Was eine ziemlich große Überraschung ist.

Denn eigentlich ist das neue Spiel von Square Enix und Crystal Dynamics als sich immer fortsetzendes Online-Multiplayer-Spektakel konzipiert: Gemeinsam mit Freunden schlüpfen Spieler in die Rolle ihrer Lieblingshelden, bekämpfen Feinde, sammeln Ausrüstung und werden mit der Zeit immer stärker.

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Action, lebendige Figuren und Humor – ohne Stars

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Im Multiplayer-Bereich leistet sich “Marvel’s Avengers” jedoch einige Schwächen – bei der Geschichte für Solospieler dagegen nicht. Zwar lehnt sich das Spiel nur grob an die Avengers-Filme an. So fehlen etwa die Gesichter und Stimmen der Original-Schauspieler. Trotzdem finden sich die Stärken der Filme auch im Spiel: Viel gut inszenierte Action, lebendige Figuren und eine große Portion Humor.

Spielerinnen und Spieler schlüpfen meistens in die Rolle von Kamala, steuern aber auch die anderen Charaktere. Die Missionen sind immer ähnlich: Rätsel lösen, etwas klettern und hüpfen und vor allem: Roboter kaputt-kloppen. Das macht in den Missionen, die die Story vorantreiben, durchaus Spaß.

Kampfsystem zu eintönig – Story überzeugend

In den dazwischen eingestreuten “Warzone”-Missionen, die auf den Mulitplayer-Modus vorbereiten sollen, liegt der Fokus jedoch nur auf dem Kampf – und das wird auf die Dauer etwas abwechslungslos und austauschbar. Denn für so viel Dauerklopperei ist das Kampfsystem schlicht zu eintönig. Die Charaktere haben zwar alle viele Fähigkeiten zum Freischalten, sind aber trotzdem nicht unterschiedlich genug: Black Widow spielt sich ungefähr wie der Hulk, Iron Man ist nicht grundsätzlich anders als Thor. So kommt trotz aller scheinbaren Tiefe zu schnell Langeweile auf.

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Doch allein für die in rund 15 Stunden toll erzählte Geschichte aus dem Marvel-Kosmos lohnt sich die Investition in “Marvel’s Avengers”. Und wer die Action trotz aller Austauschbarkeit trotzdem schätzt, kann den Online-Part als Bonus begreifen – vor allem, wenn Freundinnen und Freunde hinzustoßen. Denn gemeinsam sind nicht nur die Avengers am stärksten, auch Spiele machen dann am meisten Spaß.

RND/dpa

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