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Teurer Spaß für große Wohnungen: „Mario Kart Live: Home Circuit“ im Test

  • Mit „Mario Kart Live: Home Circuit“ wird die eigene Wohnung zur Rennpiste.
  • Die Installation ist simpel, die technische Umsetzung gelungen.
  • Um das Potential voll auszuschöpfen, wird jedoch viel Platz benötigt.
Christian Neffe
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Innovation und Nintendo gehören zusammen wie Butter und Brot: Im Kampf der Konsolen setzten sich die Japaner mit ihrer neuartigen Hybridkonsole Switch in ihre eigene Nische, 2018 erschien mit „Nintendo Labo“ ein Papp-Selbstbaukasten, der zum Experimentieren und sogar Programmieren einlud – und mit dessen Hilfe die Switch zur Virtual-Reality-Brille umgebaut werden konnte. Nun gibt es wieder etwas Neues: „Mario Kart Live: Home Circuit“ verbindet analoges und digitales Spiel per Augmented Reality.

Hinter diesen Schlagwörtern steckt eine simple, aber clevere Idee: „Home Circuit“ macht die eigenen vier Wände zur Mario-Kart-Rennstrecke. In der wuchtigen Packung stecken ein rund 20 Zentimeter langes Kart (wahlweise in der roten Mario- oder der grünen Luigi-Version), das mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist, sowie vier faltbare Tore aus Pappe.

Home Circuit überzeugt mit sauberer technischer Umsetzung

Die Vorbereitung ist denkbar einfach: Das Mini-Kart muss rund zwei Stunden lang per USB aufgeladen und auf der Switch eine entsprechende Software aus dem E-Shop installiert werden. Einmal gestartet, erscheinen alle weiteren Anweisungen auf dem Bildschirm: Das Auto per Knopfdruck und QR-Code-Scan mit der Konsole verbinden sowie die Strecke festlegen, indem die Tore, die automatisch von der Kamera erkannt werden, frei im Raum platziert werden. Dann den gewünschten Kurs einmal per Steuerung über die Switch abfahren, um den genauen Verlauf festzulegen – fertig.

Wer anspruchsvolle Strecken fahren will, braucht für „Mario Kart: Home Circuit“ viel Platz in der Wohnung. © Quelle: Screenshot/Nintendo
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„Mario Kart Live: Home Circuit“ weiß sofort zu begeistern: Die Idee ist grandios, die technische Umsetzung sauber, die Verarbeitung des Karts wirkt äußerst wertig. Die Rennen selbst laufen in gewohnter „Mario Kart“-Manier ab: Bowser Jr. und seine Gehilfen stellen sich dem Spieler als Widersacher entgegen und können mit bekannten Items wie Bananenschalen ausgetrickst werden. Erwischt es einen selbst, kommt das analoge Kart kurz ins Stocken, ein Powerpilz hingegen verleiht ihm einen Schub. Das Ganze steuert sich intuitiv und präzise, wird aber erst durch die Augmented-Reality-Elemente wirklich faszinierend: Je nachdem welcher Renn-Cup gefahren wird, geht es etwa über staubige Pisten, grüne Wiesen oder unter die Wasseroberfläche. Das alles ist, inklusive der Gegner und anderer virtueller Hindernisse, auf dem Bildschirm zu sehen.

Für die Rennen wird viel Platz benötigt

Bei aller Euphorie gibt es aber auch Stolpersteine. Zum ersten verlaufen die Rennen trotz visueller Abwechslung stets gleich: Andere Gegner als Bowser Jr. und Co. gibt es nicht, alternative Renn- oder Spielmodi (abgesehen von verschiedenen Schwierigkeitsstufen) ebenfalls nicht. Das Einsammeln von Münzen schaltet lediglich neue Outfits frei. Zum zweiten verlangt das Spiel viel Platz: Wer wirklich abwechslungsreiche Kurse bauen will, benötigt ein entsprechend großes Zimmer oder muss Möbel rücken.

„Mario Kart Live: Home Circuit“ ist für die Nintendo Switch erhältlich, von der USK ab 0 Jahren freigegeben und kostet ca. 110 bis 130 Euro. © Quelle: Nintendo

Denn, zum dritten, die komplette Wohnung kann bei „Home Circuit“ nur schwer genutzt werden, da die Verbindung zwischen Kart und Konsole ab etwa fünf bis sechs Metern stockt. Und zum vierten ist da der Preis: 110 Euro für ein einzelnes Kart und die Tore sind, trotz aller Wertigkeit, ein ziemlicher Brocken (lokale Mehrspielerrennen setzen ein zweites Auto und eine zweite Konsole voraus, einen Onlinemodus gibt es nicht). Wer sich das leisten und eine geräumige Wohnung vorweisen kann, dürfte mit „Mario Kart Live: Home Circuit“ aber regelmäßig kurzweiligen, großen Spaß haben.

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