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Luca-App-Macher: 126.000 Menschen erfuhren von möglichem Infektionsrisiko

  • Die Luca-App steht seit einiger Zeit in der Kritik von Experten und Expertinnen.
  • Nun haben die Macher darauf mit der Veröffentlichung aktueller Nutzerzahlen reagiert.
  • Demnach hätten rund 126.000 Menschen durch die App von einem möglichen Infektionsrisiko erfahren.
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Berlin. Die Macher der umstrittenen Luca-App haben eine positive Zwischenbilanz gezogen. Allein in den vergangenen zehn Wochen zwischen dem 1. Juni und dem 23. August hätten 126.000 Menschen durch die Luca-App von einem möglichen Infektionsrisiko erfahren, erklärte die Culture4Life GmbH. Zuvor habe jeweils eine Gesundheitsbehörde in dem Luca-System den Aufenthalt einer später positiv getesteten Person als Risiko eingestuft. In diesem Zeitraum hätten die Gesundheitsämter 1750-mal von Betrieben gesammelte Kontaktdaten der betreffenden Besucherinnen und Besucher angefordert.

„Die Betroffenen hatten damit die Gelegenheit, noch vor einer Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt ihr eigenes Verhalten anzupassen“, sagte Patrick Hennig, Geschäftsführer der Culture4Life GmbH. „Das entspricht 126.000 möglichen Infektionsketten, die potenziell unterbrochen wurden.“

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Anhaltende Kritik an Luca

Die Luca-App will die Zettelwirtschaft ersetzen, die bei einer analogen Erfassung der Besuche von Restaurants, Ausstellungen und anderen Events entsteht. Der Hersteller konnte unter anderen den Rapper Smudo von den Fantastischen Vier als Fürsprecher gewinnen. Der Luca-Hersteller hat mit 13 Bundesländern einen Vertrag. Nur Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen haben sich gegen eine vertragliche Bindung entschieden. Dort setzten zwar auch etliche Gesundheitsämter das System ein, müssen aber auf eine umfangreiche technische Unterstützung verzichten.

Die Luca-Macher reagieren mit der Vorlage der aktuellen Nutzungszahlen auf die anhaltende Kritik von Aktivistinnen und Aktivisten des Chaos Computer Clubs, Fachpersonen für Datenschutz wie die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk und zahlreichen Wissenschaftlern. Sie bemängeln zum einen das Konzept der zentralen Datenspeicherung. Gleichzeitig stellen die Kritisierenden auch die Relevanz der Luca-App in Frage. Kritik üben auch Vertretende von Gesundheitsämtern, etwa in Berlin-Neukölln.

Chaos Computer Club bezweifelt Zahlen der Nutzenden

Die Macher der App verweisen nun darauf, dass sich inzwischen mehr als 29 Millionen Menschen im Luca-System registriert haben. „Dass Luca in der Bevölkerung angekommen ist und angenommen wird, zeigen die über 53 Millionen Check-ins in den vergangenen 28 Tagen“, sagte Hennig. Der Chaos Computer Club bezifferte dagegen die Zahl der aktiven Nutzenden, die täglich die App benutzen, auf nur rund sechs Millionen Menschen. „Luca wird im wesentlichen weder von Endnutzerinnen und Endnutzern, noch von Betreibenden und Kulturstätten verwendet“, erklärte Jens Rieger vom Chaos Computer Club in Freiburg.

Hennig bestreitet die Richtigkeit der Zahlen des Clubs: „Sie basieren auf Schätzungen aus der Community, die mitunter um den Faktor 2 und mehr von den tatsächlichen Zahlen abweichen.“ Derzeit seien über 325.000 Betriebe in Deutschland im Luca-System registriert. Rund 60 Prozent dieser Betriebe gehörten zum Sektor der Gastronomie.

RND/dpa

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