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“Lego Super Mario” im Test: Kreative Überraschung für Kinder

  • “Lego Super Mario” ist am 1. August mit vielen Spielsets in den Handel gehüpft.
  • Mit Lego-Steinen können Jump-’n’-Run-Spiele gebaut werden. Das Kernstück ist eine übergroße Mario-Figur voller Sensoren, die auch Geräusche machen kann.
  • Im Praxistest überzeugt das analoge “Super Mario” Kinder von vier bis elf Jahren.
Jan Bojaryn
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45 Euro sind ein Haufen Steine. Für das neue “Lego Super Mario” sind sie nur der allererste Anfang: Ein Mario, eine Startröhre, eine Zielfahne, zwei Gegner und ein paar Hindernisse stecken im “Lego Mario”-Starterset. Das ist enttäuschend wenig.

Mit diesem Lego-Set wird wenig gebaut und viel gespielt. Der Trick funktioniert mit Strom: Stecken Spieler zwei AAA-Batterien in den beigelegten Plastik-Mario, dann erwacht der Klempner zum Leben. In der Spielfigur stecken Displays an Brust und Augen, dazu eine Reihe von Sensoren. Dank der Technik wirkt Mario überraschend lebendig. Er schaut sich um. Nehmen Spieler ihn in die Hand und lassen ihn hüpfen, dann jauchzt er. Wird er hingelegt, dann schläft er ein.

Münzen sammeln in analogen Jump-’n’-Run-Spielen

Die Steine im “Lego Super Mario”-Starterset reichen aus, um einen ersten, grundlegenden Level wie in den Jump-’n’-Run-Spielen zu bauen. Anleitungen und Hilfe kommen von einer Gratis-App für gängige Handys und Tablets. Im Praxistest mit Kindern von vier bis elf Jahren kommt das Konzept auf Anhieb gut an. Vor allem der lebendige Mario ist ein Hit. Die jüngeren Kinder haben es mit dem Bauen nicht eilig, sie spielen mit Mario. Die vierjährige Testerin redet sogar mit ihm.

Per App-Anleitung können Jump-’n’-Run-Spiele gebaut werden. © Quelle: Lego Gruppe

Die vielen kleinen Bauelemente können immer wieder neu kombiniert werden. Mit dem smarten Mario in der Hand durchqueren Spieler ihre selbst gebauten Level und sammeln Münzen unter Zeitdruck. Im Starterset sind die Kombinationsmöglichkeiten allerdings schnell erschöpft. Ein Sortiment von Erweiterungen steht bereit. Bekannte Spielschauplätze wie Bowsers Festung, berühmte Hindernisse wie die Piranhapflanzen und beliebte Kostüme wie der Feueranzug werden verkauft.

Kosten steigen schnell auf über 100 Euro

Die Kosten sind ein Problem: Die ersten 45 Euro sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Mehr Vielfalt kostet je nach Set zwischen 10 und 90 Euro. Gerade die älteren Kinder im Praxistest steigen erst dann richtig ein, als das “Bewachte-Festung”-Set mit zusätzlichen Hindernissen geöffnet wird. Die Gesamtkosten verdoppeln sich damit auf 90 Euro.

Kindern muss man weder den Preis erklären noch die Idee. Die App zum Spielzeug enthält anschauliche Bauanleitungen und wortlose Demovideos. Die Bauaufgaben zünden vor allem bei den sieben- und neunjährigen Kindern in der Runde. Hindernisse, Gegner und Levelbausteine lassen sich immer neu kombinieren. Und dann darf Mario auf der Jagd nach Münzen hindurchhüpfen. Leben kann er nicht verlieren, dafür muss er innerhalb von je 60 Sekunden virtuelle Münzen sammeln, indem er von Spielern durch den Level bewegt wird.

Bekannte Spielschauplätze wie Bowsers Festung können als Zusatzsets gekauft werden. © Quelle: Lego Gruppe

Für Erwachsene ist das bis auf ein paar kleine Geschicklichkeitstests banal einfach. Doch selbst der elfjährige Tester springt irgendwann auf die Münzjagd an. War das Bauen für den Lego-Kenner noch eine Unterforderung, steckt im Bauen und Optimieren doch eine Menge Kreativität. Nach mehreren Spielstunden ist der Test vorbei. Und alle wollen weiterspielen. Für Kinder ab sechs Jahren ist die Idee ein klarer Hit. Aber bevor Eltern einsteigen, sollten sie gut überlegen, ob sie mit den Kosten einverstanden sind. Denn das Starterset hält nicht lang.

Digital und analog verknüpft: Mario ist nicht allein

Viele Spielzeuge schlagen Brücken zwischen der digitalen und analogen Welt. Hier sind drei gute Alternativen:

  • Merge Cube: Auf den ersten Blick sieht dieser Würfel voller seltsamer Symbole aus, wie ein Zauberwerkzeug. Aber durch die Kamera eines Handys oder Tablets verwandelt sich das Augmented-Reality-Spielzeug. Statt einem Würfel haben Kinder ein Modell des Sonnensystems in der Hand, oder ein menschliches Organ, oder eine Spielwelt à la “Minecraft”. Erhältlich für knapp 30 Euro, die zahlreichen Apps sind kostenlos. Empfohlen ab 10 Jahren.
  • Sphero Mini: Dieser Roboter im Tischtennisballformat rollt von allein. Per Handy-App lässt er sich lenken, wie ein ferngesteuertes Auto. Neben einer albernen Steuerung per Gesichtsausdruck überzeugt vor allem die Programmieroption. Algorithmen führen den Roboter durch Parcours und Labyrinthe. Für geduldige und rätselfreudige Kinder ist das ein Spaß. Erhältlich für circa 50 Euro, im Activity Kit mit verschiedenen Parcourselementen für 85 Euro. Empfohlen ab 8 Jahren.
  • Nintendo Labo: Pappbausätze als Zubehör für eine Spielkonsole — klingt abwegig, klappt aber gut. Die Labo-Bausets führen Kinder durch überraschend komplexe Bauanleitungen. Am Ende stehen interaktive Spielzeuge, in die eine Nintendo-Switch-Konsole oder einzelne Controller eingelegt werden. Die Angeln, Lenkräder und Musikinstrumente unterhalten teils für ein paar Minuten, teils für viele Stunden. Funktioniert nur in Verbindung mit einer 320 Euro teuren Nintendo Switch (nicht Switch Lite). Die Sets sind für je 30 bis 40 Euro erhältlich. Für Einsteiger und Bastler lohnt sich vor allem das Multi-Kit 01, für echte Spielefans am ehesten das Fahrzeug-Set 03. Empfohlen ab 6 Jahren.
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