Kritik für Bundeswehr-Plakate auf der Gamescom

Die Bundeswehr wirbt zur Gamescom um neue Rekruten – und setzt dabei bewusst auf Gaming-Sprache. Man wolle damit zum Nachdenken anregen, heißt es. Andere finden die Aktion dagegen kriegsverherrlichend.

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Köln. In Spielen wird viel geballert und geschossen. Der Kampf ist ein wichtiges Spieleelement. Ob das kämpfende Raumschiffe sind, Orks und andere Fantasy-Wesen oder Menschen in simulierten Weltkriegen – eines ist dabei aber immer klar: Der Kampf ist nicht real, niemand wird wirklich verletzt oder getötet. Wer sich mit Inbrunst in den ewigen Kampf zwischen Allianz und Horde stürzt, kann im echten Leben überzeugter Pazifist sein.

In Köln versucht die Bundeswehr dagegen zur Gamescom mit Plakaten offenbar gezielt Gamer als neue Rekruten zu werben. „Multiplayer at its best!“ steht da auf einem. Auf einem anderen ist zu lesen: „Mehr Open World geht nicht!“ Beide Plakate nutzen Gaming-Sprache. Ein Mutliplayer, also ein Mehrspieler-Spiel, ist ein Videospiel, das man gemeinsam zocken kann. Als „Open World“ bezeichnet man eine Spielewelt, die man frei erkunden kann, ohne dazu zum Beispiel ein bestimmtes Level frei schalten zu müssen.

Bundeswehr will „zum Nachdenken anregen“

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Man wolle mit der Kampagne zum Nachdenken anregen, schreibt die Bundeswehr auf Twitter. Was zähle wirklich: „Krieg spielen oder Frieden sichern?“ Am Ende des einen Plakats steht deshalb zum Beispiel: „An deine Grenzen gehen statt in deinem Level festzuhängen? Mach, was wirklich zählt. Setz dich für Freiheit und Sicherheit ein und starte deine Laufbahn bei der Bundeswehr.“ Dort wird dann auch unter anderem auf den Messestand der Bundeswehr auf der Gamescom verwiesen.

Auf Twitter stößt die Werbekampagne auf Kritik, wie man zum Beispiel in den Kommentaren unter dem Tweet der Bundeswehr lesen kann:

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Die Bundeswehr greift nicht zum ersten Mal zu einer bewusst jugendlichen Ansprache. So startete sie beispielsweise 2017 die YouTube-Serie "Mali" und bewarb sie mit einem Snapchat-Filter, der die Nutzer in Bundeswehr-Soldaten verwandelte.

Von asu/RND