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Per Girocard oder Smartphone: Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

  • In der Corona-Krise nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeit, kontaktlos zu zahlen.
  • Was viele nicht wissen: Die meisten Smartphones und Bankkarten sind bereits kompatibel.
  • Wie funktionieren bargeldlose Transaktionen, wie sicher sind sie und was wird benötigt?
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In Zeiten der Corona-Krise verzichten immer mehr Menschen auf Bezahlvorgänge mit Bargeld oder die Eingabe der PIN am Kartenterminal. In den vergangenen Tagen sei mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos durchgeführt worden, teilte die Deutsche Kreditwirtschaft der Deutschen Presse-Agentur mit.

Experten aus dem Gesundheitswesen weisen zwar darauf hin, dass das Übertragungsrisiko durch Bargeld im Vergleich zu anderen Infektionswegen relativ gering ist, dennoch nutzen viele Kunden zunehmend die Möglichkeit, an der Kasse mit ihrem Smartphone oder durch das Auflegen der Bankkarte zu bezahlen. Auch der IT-Branchenverband Bitkom hat Händler dazu aufgerufen, Kunden das kontaktlose Zahlen zu ermöglichen. In vielen Geschäften, Tankstellen und Verkaufsstellen sei dies bereits problemlos möglich.

Auch mobil kontaktlos bezahlen mit NFC-Chip

Beim kontaktlosen Zahlen werden die Daten zwischen Terminal und Bankkarte oder Smartphone mithilfe der sogenannten Near Field Communication (NFC) übermittelt. Dafür ist es nicht mehr notwendig, die Karte in das Terminal zu stecken. Für die reibungslose Transaktion müssen lediglich die zwei Quellen dicht aneinander gehalten werden. Die nötigen Zahlungsdaten werden dann verschlüsselt übertragen. Zwar ist die Übertragungsrate geringer als etwa bei Bluetooth, dennoch gilt die Methode als sicherer, da die räumliche Nähe gewährleistet sein muss.

Wer mit seiner Bankkarte kontaktlos zahlen will, benötigt also einen eingebauten NFC-Chip. Dieser ist durch das Funksymbol (ähnlich dem WLAN-Symbol) zu erkennen und sollte bei allen neueren Giro-, Debit- und Kreditkarten vorhanden sein. In Deutschland sind derzeit rund 100 Millionen Girokarten im Umlauf, mehr als 75 Prozent davon sind bereits kontaktlos.

Nicht nur der Kunde, auch der Händler benötigt ein NFC-fähiges Gerät. Dieses erkennen Sie ebenfalls an dem Funksymbol. In großen deutschen Supermarkt- und Discounterketten wie Netto, Rewe, Edeka, Penny, Aldi und Lidl ist die kontaktlose Zahlung bereits etabliert. Auch Drogeriemärkte wie Rossmann, dm und Müller erlauben bargeldlose Zahlvorgänge bis 25 Euro. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Filiale mit NFC-Lesegeräten ausgestattet ist.

Wie hoch ist das Limit bei kontaktlosem Zahlen?

Bis zu einem Betrag von meist 25 Euro können Einkäufe durch das Auflegen der Karte auf das Lesegerät kontaktlos bezahlt werden. Bei höheren Beiträgen ist nach wie vor die Eingabe der PIN oder eine Unterschrift erforderlich. Allerdings variiert das Limit für die Zahlung je nach Kartenanbieter und nach Händler. Die US-Kreditkartenunternehmen Visa und American Express haben beispielsweise eine Obergrenze von 50 Euro. Die meisten deutschen Händler ermöglichen kontaktloses Zahlen jedoch nur für Beträge bis zu 25 Euro. Mitunter kann es vorkommen, dass auch bei kleineren Beträgen eine Sicherheitsabfrage per PIN oder Unterschrift erforderlich ist – hierbei handelt es sich um gelegentliche Sicherheitsüberprüfungen der Bank.

Apple Pay: Kontaktlos zahlen mit iPhone

Neuere Smartphone sind mittlerweile mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Für Apple-Geräte läuft das kontaktlose Bezahlen über den Dienst Apple Pay, Android-Nutzer können auf Google Pay zurückgreifen.

Bei Apple ist der NFC-Chip ab dem iPhone 6 standardmäßig verbaut. Seit 2018 können auch deutsche Verbraucher Apple Pay nutzen. Dazu muss der Dienst zunächst auf dem Smartphone eingerichtet werden. Im Apple “Wallet” findet sich die Option “Karte hinzufügen”. Nutzer benötigen eine aktuelle Debit- oder Kreditkarte, deren Daten sie in Apple Pay hinterlegen. Nach der Eingabe des Sicherheitscodes wird die Karte verifiziert. Im Anschluss ist die Bezahlfunktion freigegeben. Wie auch bei der Bankkarte erfolgt der Bezahlvorgang durch Auflegen des Smartphones auf das Lesegerät. Welche Kartenanbieter und welche Händler kompatibel sind, hat Apple auf seiner Webseite hinterlegt. Ab 2020 soll es laut Apple möglich sein, Girocards für die Funktion freizuschalten.

Auch mithilfe der Apple Watch kann bargeldlos gezahlt werden, alle Modelle sind mit einem NFC-Chip ausgerüstet. Dazu müssen Nutzer die Bankkarte über die Watch-App hinzufügen. Unter “Meine Uhr” und “Wallet & Apple Pay” kann der Dienst aktiviert werden.

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Kontaktlos zahlen mit Google Pay

Für Google Pay benötigen Nutzer die entsprechende Android-App auf ihrem Smartphone. Diese ist kostenlos im Play Store erhältlich. Möglich ist das kontaktlose Bezahlen für Android-Versionen ab 5.0 Lollipop – zudem ist ein eingebauter NFC-Chip erforderlich. Die Google-Pay-App wird nach Installation zunächst mit dem Google-Konto verknüpft. Nun können Nutzer eine Kreditkarte hinterlegen – allerdings ist die Zahl der mit Google kooperierenden Banken geringer als bei Apple. Als Alternative bietet Google Pay die Bezahlmöglichkeit mittels Paypal. Dazu einfach die Daten in der App hinterlegen, anschließend kann der Einkauf durch Auflegen des Smartphones getätigt werden. Über die kooperierenden Händler informiert Google hier.

Wie sicher ist kontaktloses Zahlen?

Für eine erfolgreiche NFC-Transaktion müssen beide Empfänger weniger als vier Zentimeter voneinander entfernt sein. Die Zahlung erfolgt zudem über eine Verschlüsselung der Daten, das minimiert die Betrugschancen. Dennoch gibt es Berichte über Kriminelle, die in Menschenmassen spezielle Lesegeräte an die Taschen der Menschen halten, um so ungewollte Zahlungen auszulösen. Wer sich davor schützen will, verstaut seine NFC-fähige Karte in einer speziellen Hülle. Zudem kann ein regelmäßiger Blick auf die Kontobewegungen für mehr Sicherheit sorgen. Wer eine bedenkliche Abbuchung bemerkt, sollte seine Karte sperren lassen.

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Bei Smartphones ist das Auslesen hingegen nur möglich, wenn die entsprechende App geöffnet ist. Nutzer von Apple und Google Pay sollten ihre Geräte durch starke Passwörter sichern. Verbraucherschützer raten zudem, das Smartphone mit Sicherheitsupdates regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Google weist darauf hin, dass die hinterlegten Kreditkartendaten weder auf dem Endgerät noch beim Verkäufer gespeichert werden. Stattdessen erfolgt die Transaktion über eine virtuelle Nummer, einen sogenannten Token. Auch Apple kann nicht auf die Kartendaten zurückgreifen und speichert die Nummern nicht ab. Zudem lässt sich der Bezahldienst nur nach Eingabe der Face- oder Touch-ID nutzen, alternativ kann auch ein Code verwendet werden.

RND/mkr

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