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Kleinanzeigenbetrug: So schützen Sie sich vor der neuen Paypal-Masche

  • Onlineportale für Kleinanzeigen sind beliebt bei Schnäppchenjägern – und bei Betrügern.
  • Aktuell versuchen Betrüger, mit gefälschten Mails des Zahlungsdienstleisters Paypal Geld von Verkäufern zu erbeuten.
  • Die Polizei warnt vor der neuen Betrugsmasche und gibt Tipps, wie Verkäufer sich schützen können.
Michèle Förster
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Wer auf Kleinanzeigenportalen im Internet gebrauchte Möbel, Technikgeräte oder ein Auto zum Verkauf anbietet, freut sich in der Regel über Kaufinteressenten. Doch die Polizei warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche: Verkäufer auf Kleinanzeigenseiten sollten bei vermeintlichen Paypal-Zahlungen ihrer Käufer unbedingt genau hinschauen.

Betrüger tarnen sich als interessierte Käufer

Die neue Masche mit gefälschten Paypal-Zahlungen wirkt auf den ersten Blick relativ unauffällig. Sobald ein Verkäufer einen Artikel zum Verkauf angeboten hat, meldet sich der vermeintliche Interessent. Laut Landeskriminalamt Niedersachsen benutzen die Betrüger dafür häufig allgemein formulierte Anfragen, die mittels Übersetzer generiert wurden. Ein solches Schreiben sieht in der Regel so aus:

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“Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich interessiere mich wirklich für den sofortigen Erwerb des Produktes. Ich werde gerne wissen, wie lange Sie es besessen haben. Können Sie mir versichern, es ist in ausgezeichnetem Zustand? Und kann ich mehr Bilder dafür bekommen? Was ist der Endpreis? Ich werde diese Informationen gerne bald erhalten, damit wir diese Transaktion so bald wie möglich abschließen können. Grüße”

Vorsicht vor vermeintlichen Mails zur Paypal-Zahlung

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Geht der Verkäufer auf die Fragen ein, meldet sich der angebliche Käufer wieder und bietet an, den Artikel mit Paypal zu bezahlen. Sobald der Betrüger die Zahlungsinformationen für Paypal erhält, erklärt der Betrüger, er müsse ein Transportunternehmen organisieren, da er den Artikel nicht selbst abholen könne. Dafür hätte er dem Verkäufer bereits mehr Geld über den Zahlungsdienst Paypal geschickt.

Als Beleg dient eine Paypal-Nachricht, in der erklärt wird, “dass die Zahlung erfolgt sei und man nun auf eine Bestätigung des Transportdienstes warte, damit die Überweisung an den Käufer vollzogen werden kann”, weiß das LKA. Dabei handelt es sich jedoch um eine Fälschung – das Geld ist nicht auf dem Paypal-Konto des Verkäufers eingegangen.

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© Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen

Die Kosten für den Transport sollen dann vom Verkäufer an ein Geldinstitut im Ausland überwiesen werden. Doch sobald Verkäufer auf diese Forderung hereinfallen, ist das Geld in der Regel nicht mehr zurückzuholen – denn die Betrügerkonten existieren meistens nicht lange. Verkäufer, die der Masche zum Opfer gefallen sind, sollten ihre Bank kontaktieren, rät das LKA. Zudem sollten sie den Mailverkehr speichern und den Fall zur Anzeige bringen.

So schützen Sie sich vor Onlinebetrug

An diesen Anzeichen erkennen Sie einen Betrugsversuch auf Kleinanzeigenportalen:

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  • Die vermeintlichen Interessenten nutzen in der Regel universelle Textbausteine, die sich selten auf einen konkreten Artikel beziehen.
  • Auch fordern die Betrüger den Versand ins Ausland. Als Tarnung wird dabei manchmal angegeben, dass es sich um ein Geschenk für einen Verwandten handelt.
  • Weil die Käufer den Artikel angeblich nicht abholen könnten, schlagen sie den Transport mittels Reederei vor. Dabei wirken die Nachrichten wie mit einem Übersetzungsprogramm erstellt.
  • Für die Bezahlung wird Paypal vorgeschlagen.
  • Eine angebliche Paypal-Nachricht besagt, dass für die Bezahlung der Spedition mehr Geld überwiesen wurde.

Um sich als Verkäufer vor Betrug zu schützen, sollten Sie einen Artikel möglichst nur bei Abholung vor Ort verkaufen und dabei auf Barzahlung bestehen. Wenn Sie für die Zahlungsabwicklung den Dienstleister Paypal bevorzugen, sollten Sie nicht die Option “Freunde und Familie” wählen. Gerade bei unbekannten Personen sollten Sie auf eine abgesicherte Zahlung und Versand mit Sendungsverfolgung achten.

RND/dpa



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