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  • Kinder auf Tiktok: Wie gefährlich ist die Plattform? Experten geben Tipps für Eltern

Expertentipps: So schützen Sie Ihre Kinder auf Tiktok

  • Besonders bei den Jüngsten erfreut sich die chinesische Social-Media-App Tiktok großer Beliebtheit.
  • Doch zwischen harmlosen Tanz- und Playbackvideos finden sich immer wieder auch bedenkliche oder gefährliche Clips.
  • Experten raten daher zu Tipps, die das Surfen auf der Plattform sicherer machen.
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Mehr als ein Drittel der US-amerikanischen Tiktok-Nutzer sind 14 Jahre alt oder jünger, wie die “New York Times” kürzlich berichtete. Eigentlich ist die Nutzung der App Tiktok erst ab 13 Jahren erlaubt. Doch auf dem beliebten Musical.ly-Nachfolger sind mittlerweile auch zahlreiche Grundschüler unterwegs.

“Obwohl Tiktok für Menschen über 13 gedacht ist, schaffen es jüngere Kinder durchaus, die Altersbeschränkung zu umgehen und ihre Videos für die ganze Welt sichtbar zu posten. Dazu kommt dann noch, dass sie unter Umständen Zugriff auf nicht jugendfreie Inhalte erlangen”, warnt Ruby Gonzalez, Head of Communications bei dem VPN-Anbieter NordVPN.

Medienexperten warnen vor Cybergrooming

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Und auch die Initiative “Schau hin!”, an der unter anderem das Bundesministerium für Familie beteiligt ist, warnt vor Gefahren etwa durch Cybergrooming oder Werbung. “Die App ist optimal an die Bedürfnisse Jugendlicher zwischen zehn und 13 Jahren angepasst, denn es spricht den sich entfaltenden Charakter der Jugendlichen und ihren Wunsch zur Selbstdarstellung an”, heißt es in einem Infotext zur App. Auf ihrer Webseite stellt die Initiative Eltern daher einige Tipps bereit, die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern beachten können.

Zunächst sollten sich Eltern und Kinder gemeinsam mit der App vertraut machen. Wie lässt sich ein Konto einrichten? Was wird im Feed angezeigt? Wie finde ich Accounts, denen ich folgen will? Wichtig ist es, die Kinder für die Videoerstellung zu sensibilisieren. Gemeinsam kann überlegt werden, welche Clips in welcher Form veröffentlicht werden. Allgemein gilt, dass möglichst wenige private Informationen geteilt werden sollten.

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Einigung im Streit um Tiktok-Mehrheit
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Im Streit um die Kontrolle der Kurzvideo-Plattform Tiktok soll es eine Einigung zwischen dem chinesischen Eigentümer Bytedance und der US-Regierung geben.  © Reuters

“Begleiteter Modus” für Eltern und Kinder

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Standardmäßig ist jedes angelegte Tiktok-Profil erst einmal öffentlich. Als wichtigen Schritt rät auch NordVPN dazu, das Konto des Kindes auf privat zu stellen. Dies lässt sich mit einem Klick in den Einstellungen zu Privatsphäre und Sicherheit ändern. So können nur bestätigte Follower die Aktivitäten des Kindes nachverfolgen.

Eltern können darüber hinaus auf den sogenannten “Begleiteten Modus” von Tiktok zurückgreifen. Dieser ermöglicht es, den eigenen Tiktok-Account mit dem des Kindes zu verknüpfen. Anschließend können Eltern zum Beispiel einstellen, wie viel Zeit der Nachwuchs in der App verbringen darf – zur Auswahl stehen 40, 60, 90 oder 120 Minuten. Auch lässt sich der Zugriff auf möglicherweise unangemessene Inhalte kontrollieren. Eltern können jedoch zu keinem Zeitpunkt sehen, was genau ihre Kinder konsumieren. Seit Ende April hat Tiktok bei Kindern unter 16 Jahren die Möglichkeit der Direktnachrichten automatisch deaktiviert. Für den “Begleiteten Modus” benötigen Eltern und Kinder einen Account auf der Plattform. Anschließend lässt er sich unter “Einstellungen und Datenschutz” aktivieren.

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Unter dem Punkt “Digital Wellbeing” lässt sich zudem der “Eingeschränkte Modus” einschalten. “Durch das Aktivieren des ‘Eingeschränkten Modus’ kann das Erscheinen von Inhalten, die möglicherweise für ein bestimmtes Publikum nicht angemessen sind, begrenzt werden”, heißt es seitens Tiktok. Bestimmte Videos, die nicht für Kinderaugen bestimmt sind, sollen so herausgefiltert werden. Tiktok gibt jedoch an, dass auch in diesem Modus unangebrachte Videos ausgespielt werden können.

Umgang mit unangemessenen Kommentaren

Kinder sollten darüber informiert werden, wie sie etwa mit unangemessenen Videos und Kommentaren umgehen. Eltern sollten auch hier als Ansprechpartner erreichbar sein und zeigen, wie Kinder andere Nutzer sperren und melden können.

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Besteht der Verdacht des Cybergroomings (also das gezielte Anbahnen von sexuellen Kontakten im Internet), sollten Eltern umgehend aktiv werden, denn die sexuelle Belästigung im Internet ist eine Straftat. Als Beweise können Screenshots dienen, die Eltern an die Polizei weiterleiten.

Laut “Schau hin!” ist es wichtig, dass sich Eltern ausgiebig mit der App vertraut machen und sich über Privatsphäre, Datenschutz und ungeeignete Inhalte informieren. Eine begleitete Heranführung an Tiktok kann später Diskussionen und Streit, aber auch die Gefahr von unangemessenen Videos verhindern.


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