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„Keiner scrollt zurück und liest den Vertrag“: Verbraucherzentrale warnt vor Vertragsabschluss via Tablet

  • Früher war es ein großes Bündel Papiere, das der Kundschaft für einen Vertragsabschluss im Geschäft in die Hand gedrückt wurde – heute ist es vermehrt das Tablet.
  • Doch nicht selten sind Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende überrascht, was sie unterzeichnet haben.
  • Der Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt zu Vorsicht.
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Berlin. Verbraucherschützerinnen und -schützer raten zu besonderer Vorsicht, wenn Verträge durch eine Unterschrift auf einem Tablet geschlossen werden sollen. „Eigentlich könnte ich auch hier den Vertrag lesen und zurückscrollen. Das tut aber keiner, vor allem nicht, wenn der Verkäufer ungeduldig ist und hinter mir der nächste Kunde wartet“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller. Immer wieder seien Verbraucherinnen und Verbraucher überrascht, was sie unterzeichnet hätten. Müller schlägt daher ein Widerrufsrecht für solche Verträge vor – ähnlich wie im Onlinehandel, wo ein Kauf bis zu 14 Tage nach Abschluss zurückgenommen werden kann.

Mit Papier gingen Verbraucherinnen und Verbraucher noch immer anders um als mit digital vorgelegten Verträgen, sagte Müller. „Teilweise sind es banale Fragen wie Lichtverhältnisse, ob ich ein Tablet wirklich lesen kann.“ Er respektiere technische Innovationen im Handel. „Aber dann müssten eben auch mehr Verbraucherrechte damit einhergehen und eine Widerrufsmöglichkeit.“ Bisher gelte im Laden „unterschrieben ist unterschrieben“. „Das sollte auch im stationären Handel mit solchen technischen Hilfsmitteln künftig anders werden“, sagte Müller.

Verbraucherschützer fordern Handyverträge mit einer Laufzeit von zwölf Monaten

Die Verbraucherzentralen fordern auch, dass Vertragslaufzeiten etwa für Handyverträge im Regelfall nur noch zwölf Monate betragen. Das war zuletzt bereits im Bundestag diskutiert, dann aber abgelehnt worden. „Das war ein Fehler, das sollte man korrigieren“, sagte Müller. „Nach wie vor gibt es diese Lockangebote mit 24 Monatsverträgen mit irgendeiner vergünstigten Leistung nebenbei“, kritisierte er. Kürzere Vertragslaufzeiten sorgten dafür, dass die Verbraucher häufiger wechselten, was Druck auf die Preise ausübe – und das ist für Verbraucher erst mal eine gute Botschaft“, betonte Müller.

RND/dpa

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