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„Jedi: Fallen Order“ im Test: Endlich wieder ein gutes Star-Wars-Spiel!

  • Mal wieder erscheint ein neues Star-Wars-Videospiel.
  • Aber “Star Wars Jedi: Fallen Order” ist wie eine Erschütterung der Macht: Es ist richtig gut.
  • Kleine Hänger verzeiht man da gerne.
Jan Bojaryn
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Der Krieg der Sterne lebt von der Liebe seiner Fans. Hätten die sich nicht schon als Kinder in Wookies und Laserschwerter und Darth Vaders Maske verliebt, dann hätten die Friedensverhandlungen schon vor Jahrzehnten begonnen. Aus dieser Nostalgie heraus erklären sich auch viele Star-Wars-Videospiele. Die sind oft nicht besonders gut – aber gut genug, damit Fans ihren Spaß haben.

"Star Wars Jedi: Fallen Order" ist anders. Das Szenario bedient einen dringenden Dauerwunsch vieler Fans: In dem Action-Adventure spielen wir einen Jedi, der auch aussieht und agiert wie ein entfernter Verwandter von Luke Skywalker. Das böse Imperium herrscht im All, die Jedi müssen sich im Untergrund verstecken. So auch unser Held Cal. Dann aber wird er enttarnt, muss fliehen, und arbeitet fortan für die Wiederauferstehung der Jedi-Ritter.

"Star Wars Jedi: Fallen Order" schwächelt in keiner Disziplin

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Einerseits ist das sehr klassischer Star-Wars-Stoff, andererseits aber auch eine zündende Spielidee. Cal reist mit einer kleinen Crew in einem rumpeligen Raumschiff durch ferne Welten auf der Suche nach altem Wissen. Er muss erkunden, klettern, kämpfen und rätseln. Das Action-Adventure erinnert an Klassiker wie "Tomb Raider", wenn Cal Schalterrätsel in alten Ruinen löst. Es erinnert an Klassiker wie "Metroid", wenn er in den verzweigten Verliesen neue Wege entdeckt und kleine Schätze hebt. Und es zitiert sogar die fordernden, technischen Actionspiele der Serie "Dark Souls", wenn Cal gegen einen Mix fieser Schurken und gefährlicher Alien-Raubtiere kämpft.

Das Besondere daran: In keiner Disziplin schwächelt das Spiel. So fühlt sich "Star Wars" für Spielefans altbekannt an, weil sie die Vorbilder erkennen. Und es fühlt sich aufregend neu an, weil diesen konkreten Genremix so noch niemand inszeniert hat.

Bei "Fallen Order" beeindruckt auch die Technik

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Auch technisch ist das Spiel beeindruckend. Auf allen Plattformen sieht "Star Wars Jedi: Fallen Order" gut aus, auf PCs mit starker Leistung sogar kinoreif – auf älteren Spielkonsolen kann es allerdings auch merklich ruckeln. Dafür kriegen die Augen aber auch einen Mix aus Postkartenansichten und Filmkulissen geboten. In Nahaufnahmen findet die Präsentation eine besondere Stärke. Cal und sein kleines Team sind hervorragend animiert, werden von Schauspielern mit Leben gefüllt und sind auf Anhieb charismatisch. Der junge Jedi, sein kleiner, pfiffiger Roboter, der grummelige Alien-Taxifahrer und die bedeutungsschwer dreinschauende Mentorin sind ein starkes Team.

Das Ensemble muss auch gut funktionieren, denn es muss das Spiel durch einige kleine Hänger tragen. Die eigentliche Geschichte von "Star Wars Jedi: Fallen Order" ist unoriginell, sie bleibt immer im Dunstkreis anderer Star-Wars- und Indiana-Jones-Filme. Aber die Vorbilder werden gut nachgeahmt und die Helden bleiben charmant. Da ist die Schwäche verzeihlich.

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Echte Jedi-Reflexe von Nöten

Beim eigentlichen Spielen machen klassische Krieg-der-Sterne-Szenen nur einen Teil des Abenteuers aus. Wenn Cal in einer Ruine steht und vor seiner extrem komplexen 3-D-Karte brütet, wo er als Nächstes hinmuss, dann wirkt das Abenteuer im Vergleich zu anderen Action-Adventures ungewöhnlich offen. Und wer nicht gerade den einfachsten Schwierigkeitsgrad auswählt, der muss sich ein paar echte Jedi-Reflexe antrainieren, um gegen die Schergen des Imperiums zu bestehen. Das Spiel ist fordernd und durchaus auch frustrierend. Aber dafür lohnt es sich auch. Hier gibt es mehr zu entdecken und mehr zu erreichen.

Das Ergebnis ist nicht nur für Star-Wars-Fans ein Hit – aber besonders die werden sich mit "Star Wars Jedi: Fallen Order" fühlen, als seien sie als Kind in einem Vergnügungspark eingeschlossen worden.

Das sollten Eltern über "Star Wars Jedi: Fallen Order" wissen

Alle Kinder lieben "Star Wars". Aber Eltern tun gut daran, bei diesem Spiel genauer auf die Schachtel zu schauen. Das Spiel ist ab 16 Jahren freigegeben und das ist auch angemessen. Hier sterben geliebte Freunde in Nahaufnahme, Veteranen erzählen einander von Trauma und Folter, und der Held blickt grimmig drein, während er Gegner mit dem Laserschwert in Stücke schneidet. Natürlich ist das Spiel ein pubertäres Vergnügen – aber wer nicht alt genug ist, die düsteren Bilder einzuordnen, der bekommt Albträume.

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"Star Wars Jedi: Fallen Order" ist für PC, PS4 und Xbox One erhältlich und kostet 60 Euro.