Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

RSS-Feeds in Zeiten der Digitalisierung: Wie funktioniert das Format heute?

Feedly ist ein Beispiel für einen RSS-Dienst, der Feeds bündelt und eine App bietet.

Feedly ist ein Beispiel für einen RSS-Dienst, der Feeds bündelt und eine App bietet.

Köln. Mit RSS-Feeds lassen sich Neuigkeiten von beliebig vielen Webseiten bündeln – etwa in Programmen, Browser-Erweiterungen oder Apps. Einzige Voraussetzung: Die Seiten müssen das Web-Feed-Format mit den Dateiendungen .rss oder .xml unterstützen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Vereinfacht gesagt handelt es sich bei RSS-Feeds um individualisierbare Nachrichten- und Informationsticker in Textform“, erklärt Thorsten Neuhetzki vom Tech-Portal „Inside Digital“. Sie lassen sich entweder direkt über entsprechende Programme auslesen. Oder es können weitere Aktionen ausgelöst werden. Dazu zählt etwa der Klick auf einen Textanriss, der zur Ursprungsquelle führt.

Thorsten Neuhetzki vom Portal „Inside Digital“.

Thorsten Neuhetzki vom Portal „Inside Digital“.

Ob per Rechner oder Smartphone: Kein Feed ohne Reader

Um den RSS-Feed einer Webseite zu abonnieren, müssen Nutzer einen Feedreader auf Rechner oder Smartphone installieren. Solche Programme gibt es plattformübergreifend für alle gängigen Betriebssysteme, sagt Marinus Martin vom Technik-Portal „Netzwelt.de“. Wer unterwegs Schlagzeilen lesen möchte, ist dabei mit einer Handy-App besser bedient. Dazu gehören etwa Feedly, Newsblur, Inoreader oder Feeder.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Marinus Martin vom Portal „Netzwelt.de“.

Marinus Martin vom Portal „Netzwelt.de“.

Vorteil: Apps haben RSS modernisiert

Diese Anwendungen haben den klassischen RSS-Dienst modernisiert und bieten beispielsweise die Synchronisierung des RSS-Feeds auf dem Handy wie Desktop-Computer oder Laptop an. Die moderne Art des RSS-Feedreaders bietet zudem weitere Vorzüge: „Anbieter wie Feedly machen auch Vorschläge zu möglichen Feeds aufgrund von Stichwörtern oder Interessen“, sagt Neuhetzki.

Doch auch Browser-Anwendungen und Online-Dienste für RSS-Feedreader existieren neben den Apps weiterhin - und sind nicht weniger komfortabel. „Am Computer können RSS-Feeds ganz einfach mit entsprechenden Programmen abonniert werden“, erklärt Marinus Martin. Zudem gibt es RSS-Add-ons für den Browser, wie etwa Feedbro. Im Programm müsse man dann nur noch den Feed-Link einer Webseite einbinden und abonniert diese so. Doch hier liegt oftmals der Knackpunkt von RSS-Feeds.

Viele Webseiten arbeiten mit dem RSS-Feed-Logo

Viele Webseiten arbeiten mit dem bekannten, leicht erkennbaren RSS-Feed-Logo. „Bei einem Klick auf den Button kann der Nutzer dann in der Regel seinen Dienst auswählen. Manchmal bekommt er aber auch nur kryptischen Code zu sehen“, erklärt Thorsten Neuhetzki. Dabei handele es sich dann schon um den eigentlichen Feed. Hier muss man die URL aus der Browserzeile, die mit „.xml“ endet, kopieren und manuell in den eigenen Feedreader importieren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sind Nutzer auch nach akkurater Suche nicht fündig geworden, bringen Suchmaschinen wie Google eventuell ans Ziel, sagt Marinus Martin. Gibt man die Stichworte „RSS Feed“ sowie den Namen der Webseite ein, erhält man in der Regel den Link zum Feed.

Smartphone: RSS-Feeds und Reader schonen das Datenvolumen

Mittlerweile stehen RSS-Feeds auch für Podcasts zur Verfügung. Neue Audioangebote lassen sich somit ebenfalls übersichtlich in einer Anwendung bündeln. Genau wie bei den meisten RSS-Feedreadern, die zwar Schlagzeile und Anreißer von Artikeln darstellen, nicht jedoch den vollständigen Artikel, finden Abonnenten von Podcast-RSS-Feeds hier keine vollständigen Inhalte.

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie Neuhetzki erklärt: „Es gibt Podcast-Feeds, die sich beispielsweise direkt in ein Podcast-Programm oder Multiroom-Lautsprecher wie Sonos einbinden lassen.“ So können Podcast direkt abgespielt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RSS-Feeds und Reader haben nicht nur den Vorteil, dass sie oft gratis sind. Unterwegs schonen sie das Datenvolumen, da nur der Ausschnitt eines Artikels geladen wird, erklärt Neuhetzki. Überdies muss der Nutzer keine persönlichen Daten wie seine E-Mail-Adresse angeben oder sich registrieren.

Apple News: RSS-Sorgenkind Apple

In Apple News ist die RSS-Unterstützung seit geraumer Zeit eingestellt worden. Trotzdem ist der Dienst noch als Standard-Programm eingestellt, wenn ein Nutzer einen RSS-Feed zum Abonnieren anklickt – und wird nach dem Klick automatisch geöffnet. Doch dann geht es nicht weiter. In Deutschland, wo Apple News noch gar nicht offiziell gestartet ist, passiert meist überhaupt nichts, weder auf macOS-Rechnern noch auf iOS-Geräten.

Weil Nutzer bei Letzteren die Standardprogramme nicht ändern können, haben sie in Sachen Komfort schlechte Karten. Ihnen bleibt bis auf weiteres nur, die Internetadresse des RSS-Feeds von Seiten oder Podcasts manuell zu kopieren und in ihren Feedreader einzufügen.

RND/dpa

Mehr aus Digital

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen