Das iPhone 13 Pro Max im Praxistest

  • Ab dem 24. September ist die neue iPhone-13-Familie erhältlich.
  • Im ersten Praxistest überzeugt das iPhone 13 Pro vor allem durch seine Kamerafunktionen.
  • Dass die Batterie deutlich länger hält als beim Vorgängermodell, fällt angenehm auf.
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Wenn die iPhones der Modellreihe 13 am Freitag erhältlich sind, werden viele Interessierte wohl erst mal wieder leer ausgehen. Denn zumindest für die Pro-Modelle lag die Lieferfrist bei Vorbestellung am Donnerstag bereits bei Anfang November. Einzig das iPhone 13 und dessen Minivariante waren Mitte Oktober verfügbar.

Der Wettlauf um die Verfügbarkeiten gehört zu den Ritualen einer iPhone-Einführung. Umso wichtiger ist der genaue Blick, ob sich der Umstieg auf das neue Spitzenmodell wirklich lohnt.

Einen allerersten Eindruck hinterlässt schon die Verpackung. Sie ist noch flacher geworden als die des Vorgängermodells – und gänzlich plastikfrei. Weder drumherum noch drinnen. Laut Apple spart allein diese Maßnahme 600 Tonnen Kunststoff. Bis 2025 will man in Cupertino komplett auf Kunststoff bei Verpackungen verzichten. Die gesamte 13er Produktlinie sei auf Nachhaltigkeit ausgerichtet wie noch kein Apple-Produkt zuvor. So seien alle vier Telefone haltbarer und langlebiger geworden und enthielten mehr Recyclingmaterialen. Beim iPhone 13 Pro Max sind 99 Prozent des verwendeten Metalls Wolfram recycelt, 98 Prozent der seltenen Erden sind es ebenfalls; die auf den Platinen genutzten Metalle Gold und Zinn sind es gar zu 100 Prozent.

Erster Eindruck: Die alte Hülle passt nicht

Öffnet man die Verpackung, sieht man auf den ersten Blick keinen Unterschied zum Vorgängermodell – bis auf die neue Farbe Sierrablau. Beim Versuch, das 13er Pro Max mit einer 12er Hülle zu schützen, stellt man aber schnell fest – das passt nicht, die sind nicht gleich, die Telefone. Der zunächst aufkommende leichte Unmut darüber, die Lieblingshülle fortan nicht mehr nutzen zu können, verschwindet allerdings, wenn man sich den Grund für die anderen Abmessungen anschaut. Die Linsen des neuen Fotosystems sind deutlich größer.

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Legt man ein iPhone 12 Pro Max (l.) und das neue iPhone 13 Pro Max nebeneinander, so sind die größeren Objektive des neuen Modells deutlich zu erkennen. © Quelle: Daniel Killy/RND

iPhone 13 Pro Max: Wie ist die Kamera?

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Das neue Kamerasystem enthält ein Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Teleobjektiv, die gegenüber dem iPhone 12 Pro noch einmal gewaltig in der Performance zugelegt haben. So bietet die Tele-Brennweite von 77 mm einen dreifachen optischen Zoom. Das Ultraweitwinkel hat eine Blende von 1.8, was 92 Prozent mehr Lichtempfindlichkeit entspricht – das Weitwinkel kommt jetzt mit Blende 1.5 daher, was nach Apple-Angaben einer 2,2-fachen Lichtempfindlichkeit entspricht. Diese Daten lassen sich ohne Labor natürlich nicht verifizieren, aber die Fototests, gerade bei diffusen Lichtverhältnissen, sprechen da doch eine deutliche Sprache.

Die Ultraweitwinkelaufnahme des iPhone 12 Pro Max: ist wenig kontrastreich. © Quelle: Daniel Killy/RND
Die Aufnahme des iPhone 13 Pro Max mit dem gleichen Objektiv ist wesentlich kontrast- und detailreicher. © Quelle: Daniel Killy/RND

Die Fülle der Kameraneuerungen wie etwa das professionelle Filmen mit automatisch wechselnden Fokussierungen oder auch die Nachtaufnahmefähigkeiten bei minimalem Licht waren in der Kürze der Zeit gar nicht alle im Test auszuschöpfen. Doch der heimliche Hit ist auf jeden Fall die Makrofunktion.

Bis zu zwei Zentimeter lässt sich bei Foto und Video an Objekte heran gehen, mit wirklich verblüffenden Ergebnissen.

Überraschende Ansichten eines Zehn-Euro-Scheins bietet die Makro-Funktion des neuen iPhone 13 Pro Max. © Quelle: Daniel Killy/RND
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Dank der Leistungsfähigkeit des neuen Apple-eigenen A15-Bionic-Chips gibt es auch etliche Softwarelösungen, die die Kamera deutlich aufwerten. Mit voreingestellten Bildstilen lassen sich Farbtemperatur und Kontrast auswählen, und die Bokeh-Funktionen, also die gewollte Unschärfe im Hintergrund eines Porträts oder eine Filmszene, wurden beim Fotografieren deutlich ausgebaut und verblüffen bei der Videofunktion. Der schnelle Prozessor lässt sogar erstmals zu, mit der Profi-Einstellung Pro-Res-Video zu filmen – allerdings bedarf es bei dieser sehr datenintensiven UHD-Variante mindestens eines 256 GB-Speichers.

Auch die Frontkamera mit 12 Megapixeln erlaubt einen Nachtmodus und jetzt im Selfievideo auch Bokeh, also Hintergrundunschärfe.

iPhone 13 Pro Max: Wie ist der Bildschirm?

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Dass auch fremde Inhalte auf dem iPhone13 fabelhaft aussehen, liegt an dem Super-Retina-XDR-Bildschirm, der jetzt bis zu 120 Hz Leistung bringt, was 120 Neueinstellungen pro Sekunde entspricht. Damit und mit der Rechenkraft des A15 sind wirklich ruckelfreie und flüssigere Wiedergaben möglich – bei Bewegtbild oder schnellen Bildschirmaktionen wie etwa dem Wischen oder Scrollen oder bei speicherfressenden Zeichen- oder Bildprogrammen.

Und die jüngste Apple-Erfindung Pro Motion soll dafür sorgen, dass der Bildschirm nur das wiederholt, was sich dynamisch verändert – alles andere wird bis zu 10hz heruntergefahren und spart so die Akkuladung. Dieses Verfahren, das so ähnlich von Highend-Fernsehern bekannt ist, lässt sich naturgemäß nicht im Hausgebrauch verifizieren. Auch die Angabe, dass die Helligkeit des Screens jetzt bis zu 1200 Nits betrage, lässt sich nicht einfach nachweisen – wohl aber die Tatsache, dass der Bildschirm deutlich heller ist als je zuvor ein iPhone-Screen.

Mehr Licht: Der Bildschirm des iPhone 13 Pro Max ist wesentlich heller als der des Vorgängermodells. Beide bilden dasselbe Foto ab. © Quelle: Daniel Killy/RND

iPhone 13 Pro Max: Wie ist der Akku?

Dass der Ladezyklus der Batterie deutlich länger hält als beim Vorgängermodell, das hingegen fällt auch ohne Benchmarktests angenehm auf. Allerdings war das schnelle Entleeren des Akkus nach intensiver Nutzung des Vorjahresmodelles auch die große Schwäche des iPhone Pro Max. Nummer 13 scheint dieses Problem jetzt gelöst zu haben – und verspricht 28 Stunden nonstop-Videogenuss und gut über 12 Stunden Batterieladung bei Intensivnutzung. Das liegt einmal daran, dass die Batterie jetzt wirklich auch physisch größer geworden ist und auch an der Tatsache, dass hauseigener Chip und hauseigenes Betriebssystem iOS 15 perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Ein Phänomen übrigens, das sich durch die gesamte Produktfamilie von Apple zieht, seit die Kooperation mit Intel Geschichte ist. Natürlich wirkt sich diese Gesamtperformanz auch auf die Spielfreude aus. Das Testspiel „What Remains of Edith Finch“, ein literarisches Abenteuer in der Ego-Perspektive, ließ die Zeit wesentlich schneller vergehen als den Ladestand der Batterie.

Äußerst geeignet für Spiele: Unser Testspiel „What Remains of Edith Finch“ beeindruckte auf dem iPhone 13 Pro Max durch Sound und Grafik, nicht aber durch Batteriegefräßigkeit. © Quelle: Daniel Killy/Screenshot RND

iPhone 13 Pro Max: Mobilfunk

Netzsuche, Sprach-Aus- und Eingabe beim Telefonieren – all das funktioniert gewohnt schnell und hochwertig. Schade nur, dass Apple den schnelleren 5G-mmWave-Standard bisher nur in den USA anbietet.

Fazit zum iPhone 13 Pro Max: Lohnt sich der Wechsel?

Das iPhone 13 Pro Max ist wirklich in allen Belangen spitze. Die Performanz von Hard- und Software, die Topkameras, das 120hz-Display und die extensive Akku-Ladedauer sowie Details wie das Makrofeature oder der optische Dreifachzoom machen das Gerät für Fotofreaks attraktiv. Die nehmen dann auch gern in Kauf, dass das iPhone 13 Pro Max nach wie vor etwas langsam lädt und mit 238 Gramm auch 12 Gramm schwerer ist als sein Vorgänger.

Für alle anderen, die bereits ein 12 Pro Max haben oder nicht ausschließlich Wert auf die jeweils beste Kamera legen, ist ein Wechsel in diesem Jahr nicht zwingend notwendig. Sie können sich schon aufs Jahr 2022 freuen. Denn Apple-Astrologen vermelden bereits aufgeregt, dass das Design des 14er-Modells schlanker würde und die Objektivwülste plan in die Rückseite eingearbeitet seien.

Unser Testgerät wurde von Apple zur Verfügung gestellt und hat einen Speicher von 512 GB. In dieser Konfiguration kostet es 1599 Euro. Je nach Speichergröße liegt der Preis für das iPhone 13 Pro Max zwischen 1249 und 1829 Euro.

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