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In Behörden und Verwaltung: Corona-Pandemie bringt Digitalisierung in Schwung

  • Auch während einer Pandemie sind die Menschen auf eine funktionierende Verwaltung angewiesen.
  • Wegen der Ansteckungsgefahr war zeitweise der persönliche Besuch bei den Behörden jedoch nur eingeschränkt möglich.
  • Deshalb hat der Kontakt über Computer und Internet plötzlich an Bedeutung gewonnen.
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Dresden. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben aus Sicht der Staatskanzlei die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung deutlich beschleunigt. “Wir erleben, wie wichtig die Digitalisierung ist, um Organisationen arbeitsfähig zu halten und drohende soziale Isolation zu mildern”, sagte der Beauftragte für die Informationstechnologie Sachsen, Staatssekretär Thomas Popp der Deutschen Presse-Agentur, die eine Umfrage bei den Verwaltungen durchführte. Es sei beobachtet worden, dass während der Hochphase der Pandemie im Frühjahr die spezifischen Hilfsangebote im Service-Portal Amt24 rege genutzt worden seien. “Eine zeitgemäße Verwaltung muss die digitale Option als gleichwertig zum persönlichen Besuch im Amt anbieten”, sagte Popp.

Abmeldung von Autos oder Ummelden auch online möglich

So hätten während der Pandemie unter anderem von Verdienstausfällen Betroffene ihre Entschädigung mit Hilfe eines Onlineassistenten im Serviceportal Amt24 beantragen können. In der Stadt Leipzig zum Beispiel könnten Vorgänge wie die Abmeldung von Autos, deren Umschreibung, der Halterwechsel oder auch einfache Adressänderungen elektronisch abgewickelt werden. Diese so genannte dritte Umsetzungsstufe der internetbasierten Kraftfahrzeugzulassung (iKfZ) soll laut Popp bis Jahresende in allen Zulassungsstellen in Sachsen eingeführt sein. Dann sei es nicht mehr notwendig, persönlich bei der Zulassungsstelle zu erscheinen. Voraussetzung: Die Personalausweise der Betreffenden könnten elektronisch genutzt werden.

Ein Onlinezugangsgesetz (OZG) soll laut Popp sicherstellen, dass bis Ende 2022 etwa 2000 Verwaltungsleistungen digital über das verwaltungsübergreifende Serviceportal Amt24 angeboten werden. Sachsen fördere die Umsetzung im kommunalen Bereich mit drei Millionen Euro jährlich. Zudem stelle der Freistaat unter anderem seine zentrale technische Infrastruktur für die Kommunen zur Mitnutzung zur Verfügung.

Digitalisierung muss auch nach Corona weiter beschleunigt werden

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In Leipzig wurden schon im Februar die Zahl der mobilen Geräte wie Laptops oder Tablet-Computer von 1200 auf 1600 Geräte erhöht. Dadurch konnten etwa jeder fünfte Computer-Arbeitsplatz mit moderner Technik ausgestattet werden, wie es hieß. Weil es Lieferengpässen gab, wurden die Geräte Beständen entnommen, die eigentlichen für die Schulen bestimmt waren. Sie sollen später wieder zurückgegeben werden. Zudem wurde die Internetbandbreite erhöht, um unter anderem die neue Konferenztechnik entsprechend einzusetzen zu können. Die Ausstattung von acht Beratungsräumen mit Videokonferenztechnik wurde verbessert.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Digitalisierung beschleunigt werden müsse. Es müsse zwischen den internen Abläufe und den Vorgängen mit Publikumsverkehr wie etwa bei den Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen, den Meldeämtern oder bei Schulanmeldungen unterschieden werden. Während Bürger und  Unternehmen zunehmend nach digitale Verwaltungsdienstleistungen fragten, bei denen sie nicht mehr in den Behörden selbst vorstellig werden müssten, wollten die Beschäftigten in den Verwaltungen die Vorgänge und Daten zunehmend digital bearbeiten. Das sei letztlich eine eine Voraussetzungen, um zunehmend auch im “Home-Office” arbeiten zu können.

Besonders in kleinen Städten stößt die Digitalisierung schnell an ihre Grenzen

Die Stadt Chemnitz setzte bei der Digitalisierung auch eigene Akzente, hieß es, etwa mit der Einführung einerelektronischen Aktenführung, der Terminvergabe über das Internet oder aber auch die Anmeldung von Hunden. Das werde gut angenommen.

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Die Kommunen seien bei der Digitialisierung der Verwaltung auf einem guten Weg, sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, Mischa Woitschek. Projekte wie die Internet-Kfz-Zulassung, die derzeit von Sachsens Kreisfreien Städten und Landkreisen eingeführt werde, seien vorangeschritten. Dennoch zeige sich, dass die Digitalisierung angesichts begrenzter finanzieller und personeller Kapazitäten besonders der mittleren und kleinen Städte und Gemeinden an Grenzen stoße. Deshalb werde an Beratungsangeboten gearbeitet, um sie bei der Digitalisierung zu unterstützen.

RND/dpa

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