Im Spieletest: Das Grafik-Adventure “Luna The Shadow Dust”

  • “Luna The Shadow Dust” ist ein wunderschönes Zeichentrickspiel.
  • Das Grafik-Adventure ist einfach und familienfreundlich.
  • Gelegentlich wird es gruselig.
Jan Bojaryn
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Wer starke Bilder findet, der kann sich die Worte sparen. Das Grafik-Adventure „Luna The Shadow Dust” sieht besonders stark aus. Das Spiel mag klein sein, eher kurz, aber dafür ist es schön. Es ist technisch einfach – ganz so wie Grafik-Adventures von früher, in denen Helden Rätsel lösen müssen, damit die Handlung weitergeht. Aber das Kleinstudio Lantern Games macht aus der alten Idee ein handwerkliches Meisterstück. Statt auf protzige Effekte setzen sie auf altmodische Animationstechniken. Jede Szene, jede Bewegung sieht aus, als sei sie aus einem vergessenen Zeichentrickklassiker gefallen.

Melancholisches Abenteuer über Freundschaft

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Die Erzählung hält sich über weite Strecken zurück. Ein Kind erwacht in der Öde, am Fuß eines geheimnisvollen Turms. Jeder Raum des Turms ist verschlossen und muss über ein Rätsel geöffnet werden. Auf dem Weg nach oben schließt das Kind Freundschaft mit einem Tier irgendwo zwischen Hund, Katze und Wollknäuel. Nur an wenigen Punkten wird der Rhythmus von mehrminütigen Filmszenen unterbrochen, in denen die Geschichte sich dramatisch zuspitzt.

Für zwei Abende bietet „Luna“ stimmungsvolle Unterhaltung. Es erinnert an klassische Kinderliteratur: Zwei knuddelige Helden freunden sich an und helfen einander. Unerschrocken und selbstbestimmt überwinden sie unheimliche Hindernisse. Mit dem Stoff sollten Eltern ihre Kinder allerdings nicht alleinlassen. Eine melancholische Schwere liegt über dem Spiel. In den längeren Zeichentrickeinspielern zeigt das Abenteuer Bilder, von denen Kinder im Vorschulalter Albträume bekommen können. Trauer, Verlust und Einsamkeit klingen immer wieder an. Warm, aber traurig klingt auch die Kammermusik.

Kurzes Spielevergnügen für Erwachsene und Kinder

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Ein Abenteuer nur für Erwachsene ist „Luna“ aber auf keinen Fall. Es ist ein Titel, mit dem sich sowohl Eltern als auch Kinder anfreunden können; und den sie am besten gemeinsam durchspielen.

Hilfe von ihren Eltern dürften Kinder nicht nur bei der Verarbeitung der Bilder brauchen, sondern auch angesichts der Rätsel. Um voranzukommen, muss das Duo jeden neuen Raum erkunden, verstehen, und dann lösen. Schwer sind die Kopfnüsse nie. Ein paar von ihnen sind originell und erlauben ungewöhnliche Wege, mit der Spielwelt zu interagieren. Einige sind eher unsinnig. Und häufiger ist die Lösung eine Geduldsprobe: Da wissen die Spieler längst, wann wer auf welche Platte hopsen muss. Aber bis die liebevoll animierten Charaktere über die Bühne spaziert sind, vergeht viel Zeit.

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“Luna The Shadow Dust” ist im Februar für Windows-, Mac- und Linux-PCs erschienen. © Quelle: ASH/ Lantern Studio

Trotz des gemäßigten Gehtempos ist die Reise schnell vorbei. Rätsel und Geschichte sind eher oberflächlich. Schön ist es, die Welt zu sehen, sich in ihr aufzuhalten und sie einmal zu durchqueren. Und das reicht: Das Adventure spendet Wärme, wie ein Kaminfeuer.

“Luna The Shadow Dust” ist im Februar für Windows-, Mac- und Linux-PCs erschienen. Es kostet 20 Euro.

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