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Hilfe für Gewaltopfer: Bund unterstützt Entwicklung einer „Inkognito App“

  • Mit einer neu geplanten App will der Bund Frauen helfen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind.
  • Dazu wird das Bundesjustizministerium knapp 1,7 Millionen Euro bereitstellen.
  • Die Anwendung soll auf dem Smartphone für Außenstehende nicht erkennbar sein und einen stillen Notruf ermöglichen.
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Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer oder sexualisierter Gewalt betroffen. Wie das Bundeskriminalamt im November mitteilte, wurden im Jahr 2019 insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalten wie Stalking, sexuellen Übergriffen und Bedrohungen. Knapp 115.000 der Betroffenen waren Frauen. In solchen Notsituationen sind Betroffene oft auf externe Hilfe angewiesen. Das Bundesjustizministerium will künftig die Entwicklung einer App fördern, die von häuslicher Gewalt bedrohte Frauen unterstützen soll.

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, plant das Ministerium in den Jahren 2021 bis 2023 eine Investition in Höhe von 1.698.000 Euro, um die Anwendung auf den Markt zu bringen. Die Initiative „Gewaltfrei in die Zukunft“ entwickelt die App gemeinsam mit Partnern wie dem Landeskriminalamt Niedersachsen.

Stiller Notruf und Gewalttagebuch

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Die „Inkognito App“ soll nicht ohne weiteres auf dem Smartphone erkennbar sein. Damit soll verhindert werden, dass gewalttätige Partner die Anwendung entdecken. In akuten Notsituation können Betroffene über die App einen lautlosen Notruf absetzen. Nutzerinnen können zudem ein verstecktes Gewalttagebuch führen und Verletzungen, Vorfälle und Bedrohungen in einem gesicherten Protokoll dokumentieren. Außerdem wollen die Entwickler hilfreiche soziale, juristische und psychologische Informationen bereitstellen. Die App soll zunächst in der Region Hannover getestet werden.

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„Für viele Frauen kann das eigene Zuhause ein Ort des Schreckens sein. Vielen fällt es sehr schwer, Alarm zu schlagen und Hilfe zu suchen, um sich und oft auch die eigenen Kinder zu schützen. Die Corona-Zeit hat die Lage womöglich noch verschärft, weil sich das Leben in die eigenen vier Wände verlagert hat. Gewalttaten werden oft Scham oder Angst nicht angezeigt. Deshalb wollen wir die Entwicklung einer versteckten Smartphone-App fördern, die stille Notrufe und die gerichtsfeste Dokumentation von Bildern und Berichten der Betroffenen ermöglicht“, kommentierte Bundesjustizministerin Christina Lambrecht das Projekt.

Die Fördersumme von knapp 1,7 Millionen Euro muss im Rahmen des Bundeshaushalts noch vom Bundestag beschlossen werden. Wann die App in den Stores erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

RND/mkr

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