Harmony OS: Huawei bringt Mobilbetriebssystem auf den Markt

  • Das neue MatePad Pro von Huawei klingt nicht nur verdächtig nach dem iPadPro, es sieht dem neuen Apple-Flaggschiff-Tablet trotz eines anderen Formats auch verdammt ähnlich.
  • Mit dem eigenen Hochleistungstablet, zwei weiteren Tablets und Hightechsmartphones will der chinesische Konzern sein autarkes Betriebssystem Harmony OS durchsetzen.
  • Damit soll Google und Apple auch auf dem Gebiet der Betriebssysteme Konkurrenz gemacht werden.
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Huawei hat sein neues Harmony-Betriebssystem für Smartphones, Tablet-Computer und Smartwatches auf den Markt gebracht. Der chinesische Technologiekonzern unternimmt damit den ambitionierten Versuch, neben iOS von Apple und Android von Google eine dritte Mobilplattform zu etablieren. Zuletzt war der Softwaregigant Microsoft an dem Versuch gescheitert, mit Windows der dritte maßgebliche Player auf dem Spielfeld zu werden.

Obwohl Harmony OS vor allem für Smartphones entwickelt wurde, soll das neue Betriebssystem in Deutschland zunächst noch nicht auf Mobiltelefonen erscheinen. Es wird zunächst in den neuen Computeruhren Huawei Watch 3 und Huawei Watch 3 Pro sowie den neuen Premium-Tablets MatePad 11 und MatePad Pro 12.6 zum Einsatz kommen, die am Mittwoch zusammen mit der neuen Software vorgestellt wurden.

Huawei will Apple Konkurrenz machen

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Mit dem 10.8-Zoll-Modell und einem 12,6-Inch-Modell des MatePad Pro will der chinesische Elektronikriese Huawei Apples iPad angreifen. Mit den neuen Smartwatches Huawei Watch 3 und 3 Pro unternehmen die Chinesen nun auch einen erneuten Versuch, die bislang dominante Position der Apple Watch infrage zu stellen.

Und auch die optische Harmonie zwischen Harmony OS und iPad OS fällt ins Auge. Das gilt auch für einzelne Softwareelemente, etwa das Notizprogramm FreeNote, das wie ein Zwilling des iPad-OS-14-Programms Scribble wirkt.

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Harmony OS © Quelle: Huawei

Huawei von US-Sanktionen betroffen

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Mit Harmony OS versucht Huawei, den Schaden einzudämmen, den die Sanktionen der USA insbesondere beim Smartphonegeschäft des Konzerns angerichtet haben. Nach den vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump initiierten Handelsbeschränkungen darf Huawei beim Mobilsystem Android nicht mehr die Google Play Services verwenden. Damit sind der Google Play Store für Millionen von Android-Apps sowie viele populäre Apps wie GMail und Google Maps nur über einen Webbrowser erreichbar. Andere populäre Apps fehlen komplett. Die Sanktionen wurden bislang auch nicht von Trumps Nachfolger Joe Biden aufgehoben.

Nach Angaben von Huawei soll Harmony OS auf bis zu 100 verschiedenen Geräten laufen. Darunter seien auch etliche ältere Smartphonemodelle, so das Unternehmen weiter. In China trauen Experten Harmony OS einen großen Markterfolg zu – international scheinen die Herausforderungen groß zu sein. Neil Shah, Partner bei der Beraterfirma Counterpoint Research, sagte dem amerikanischen TV-Sender CNBC: „Das Einzige, was Harmony OS noch fehlt, sind die begehrten westlichen Entwickler.“

RND/dpa/dk

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