So schützen Sie sich vor teuren Handy-Abofallen

  • Immer wieder entdecken Verbraucher dubiose Drittanbieter-Leistungen auf ihrer Handyrechnung.
  • Doch wer kein Handy-Abo bestellt hat, sollte auf keinen Fall zahlen.
  • Was können betroffene Kunden tun?
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Berlin. Egal ob Videos, Börsennews, Spiele oder Klingeltöne: Seit 1. Februar 2020 müssen Mobilfunkanbieter beim Abschluss eines Abos für Drittanbieter-Leistungen oder Mehrwertdienste das sogenannte Redirect-Verfahren einsetzen. Wenn jemand auf seinem Smartphone bei einem Drittanbieter durch Antippen etwas abonniert, wird er auf eine Seite des Mobilfunkanbieters umgeleitet, um den Kauf abzuschließen. Und zwar per Tipp auf einen Button mit eindeutiger Aufschrift wie „zahlungspflichtig bestellen“.

Allerdings ist dieser Schutz lückenhaft, wie „Finanztest“ (Ausgabe 11/20) berichtet. Dies zeigten zahlreiche Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Es gebe viele Fälle, in denen der Kundenschutz ausgehebelt werde – etwa, indem die Drittanbieterleistung plötzlich als eigene Leistung des Providers deklariert werde, oder schlicht durch Anbieter-Wirrwarr.

Die Experten raten daher Betroffenen, auf keinen Fall zu zahlen, wenn sie nichts bestellt haben. Sowohl bei Mobilfunkfirma als auch beim Drittanbieter sollte man schriftlich bestreiten, dass ein Vertrag zustande gekommen ist.

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Experten raten zur Anzeige

Man sollte sich auch nicht beirren lassen, wenn der Provider als angeblichen Bestellbeweis nur ein unplausibles Konvolut aus Zahlen und Buchstaben vorlegt. So etwas sei kein Beweis für eine tatsächliche Bestellung.

Außerdem raten die Experten zur Anzeige des Anbieters der angeblichen Leistung bei der Polizei wegen Betrugs. Das sei einfach online möglich.

Beschwerde einreichen

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Zusätzlich ist eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur (E-Mail: rufnummernmissbrauch@bnetza.de) ratsam. Wichtig ist den Angaben zufolge, dass man keine Schlichtung beantragt, sondern Beschwerde einreicht. Sonst werde man aus formalen Gründen abgewiesen.

Zudem ist jeder Mobilfunkanbieter verpflichtet, eine sogenannte Drittanbietersperre einzurichten, wenn Kunden das per E-Mail im Online-Kundenbereich, in der Kunden-App oder telefonisch verlangen. Die Sperre hilft den Experten zufolge aber offenbar nicht vor teuren Kostenfallen, wenn der Leistungsanbieter selbst eine Mobilfunkfirma ist.

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Wer wissentlich ein Handy-Abo abgeschlossen hat, kann den Vertrag formell wieder kündigen. Allerdings gibt es einige Anbieter, die etwa eine 12-monatigen Kündigungsfrist vorsehen. Üblicherweise reicht eine Email oder eine SMS, um vom Vertrag zurückzutreten. Wer sicher gehen will, sollte zudem eine schriftliche Bestätigung fordern. Betroffene sollten sich genau informieren, von welchem Anbieter sie Leistungen beziehen und welche Bedingungen bestehen.

RND/dpa/mkr

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