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Handel mit Schuppentieren floriert auf Facebook

Ein Pangolin auf Nahrungssuche: Die Schuppentiere ernähren sich von Insekten.

Ein Pangolin auf Nahrungssuche: Die Schuppentiere ernähren sich von Insekten.

Das Ameisen fressende Schuppentier, auch Pangolin genannt, zählt zu den meistgehandelten Wildtieren weltweit. Tierschützern zufolge sollen jährlich mehr als 2,5 Millionen Exemplare der Schuppentiere illegal gehandelt werden. Allein 2019 wurden 97 Tonnen der rund acht Zentimeter langen Schuppen von Afrika hauptsächlich nach China und Vietnam transportiert. Die Schutzplatten des Pangolins kommen etwa in der traditionellen chinesischen Medizin zum Einsatz, sein Fleisch gilt dort als Delikatesse. Alle acht Pangolin-Arten sind mittlerweile bedroht oder teilweise kritisch gefährdet.

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In den vergangenen Monaten erregte das Pangolin besondere Aufmerksamkeit, denn Forscher vermuteten, dass es sich bei dem schuppigen Säugetier um einen Überträger des Coronavirus handeln könnte. China hatte daraufhin ein Verbot von Wildfleischverzehr ausgerufen. Mittlerweile sind in die meisten der sogenannten Wet Markets, auf denen lebende Tiere und allerhand Wildtierfleisch zum Kauf angeboten werden, wieder geöffnet.

Auch im Internet scheint der Handel mit den vom Aussterben bedrohten Tieren kein Ende zu finden. Wie die Initiative Tech Transparency Project (TTP) herausgefunden hat, tummeln sich auf Facebook zahlreiche illegale Händler, die die Tiere, ihre Schuppen oder andere Pangolin-Produkte zum Kauf anbieten.

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Facebook untersagt Handel mit gefährdeten Tierarten

In den Community-Standards von Facebook ist der Verkauf von gefährdeten Tierarten verboten. Nicht erlaubt sind demnach “Inhalte, die das Wildern, den Verkauf oder Kauf von gefährdeten Tierarten oder ihren Körperteilen beziehungsweise den Handel mit diesen koordinieren oder unterstützen”, heißt es in den Regularien. Auch Inhalte, die einen Nutzer beim Kauf oder Wildern einer bedrohten Art zeigen, sind demnach verboten.

Dennoch hat das TTP eine ganze Reihe von Facebook-Gruppen und -Seiten ausfindig gemacht, in denen der Handel mit den in Afrika und Asien beheimateten Tieren floriert. Unter Namen wie “Pangolin Scales for Sale in Vietnam” (“Pangolinschuppen zum Verkauf in Vietnam”) bieten die Verkäufer entsprechende Produkte an, posten Fotos von der Ware und hinterlassen Interessierten ihre Kontaktdaten. Doch nicht alle Gruppen tragen derart offensichtliche Namen. Wie das TTP berichtet, habe man auch Facebook-Seiten ausfindig gemacht, die sich etwa als Streichelzoo für die seltenen Tiere getarnt hätten. Eine andere Seite trägt den Namen “Pangolin” und wirbt damit, Beauty- und Gesundheitsprodukte zu verkaufen. Hier werden unter anderem Öle aus den Schuppen und Knochen des Tieres angeboten.

Facebook ist auf Berichte von Nutzern angewiesen

Im März 2018 hatte sich das soziale Netzwerk der “Coalition to End Wildlife Trafficking Online” angeschlossen, einer Initiative mit dem Ziel, den Onlinehandel von Wildtieren bis 2020 um 80 Prozent zu reduzieren. Doch seither ist Facebook immer wieder in die Kritik geraten. So meldeten Kritiker, dass auf der Plattform Werbung für Elefantenstoßzähne und Nashornhörner geschaltet wurde. Die Organisation Traffic stieß auf den Handel mit den gefährdeten Nashornvogelarten in thailändischen Gruppen und die Deutsche Welle machte auf weit verbreitete Verkäufe von bedrohten Reptilien auf Facebook aufmerksam.

“Es ist illegal, es ist falsch und wir haben Teams, die sich darum kümmern, dass solche Aktivitäten gestoppt werden”, sagte ein Facebook-Sprecher auf Nachfrage von Buzzfeed. Inhalte würden umgehend gelöscht, sollten sie gegen die Richtlinien verstoßen. Die Moderatoren verlassen sich bei der Suche nach unerlaubtem Wildtierhandel demnach auf Technologie, sind aber auch auf Berichte von NGO-Partnern und aus der Community angewiesen, die auf den Missbrauch aufmerksam machen. Mittlerweile seien laut Buzzfeed mindestens zwei der Pangolin-Seiten entfernt worden.

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RND/mkr

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