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Google und Facebook sollen in Australien für journalistische Inhalte zahlen

  • Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sind die Werbeanzeigen zahlreicher Medien eingebrochen.
  • In Australien will die Regierung nun Tech-Riesen zur Kasse bitten.
  • Google und Facebook sollen künftig für Nachrichteninhalte bezahlen.
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Canberra. Die Internetgiganten Google und Facebook sollen nach dem Willen der australischen Regierung künftig für Nachrichteninhalte bezahlen. Ende Juli sollten Regelungen vorgestellt werden, nach denen die Unternehmen für journalistische Inhalte zahlen, die sie von Nachrichtenmedien absaugen, kündigte Schatzkanzler Josh Frydenberg am Montag an. Eine konkrete Summe nannte er nicht - Google und Facebook sollten aber eine Millionensumme an Medienkonzerne zahlen.

Laut Frydenberg wird die Wettbewerbs- und Verbraucherkommission ACCC die Regeln erarbeiten. Wegen der Coronavirus-Pandemie sind die Umsätze von Medien durch Werbeanzeigen in den Keller gegangen. Der Druck Dutzender Zeitungen wurde gestoppt, weil Anzeigenkunden kaum noch Inserate schalten. Google verbuche 47 Prozent der Online-Werbeausgaben ohne Kleinanzeigen in Australien für sich, Facebook gebe 24 Prozent an, sagte Frydenberg.

Wettbewerbskommission erarbeitet freiwilligen Kodex

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Die ACCC hatte bereits versucht, einen freiwilligen Kodex zu etablieren, nach dem die Internetgiganten traditionelle Medien für deren Inhalte bezahlen. Die Parteien konnten sich jedoch nicht auf „dieses Schlüsselthema Bezahlung gegen Inhalt“ einigen, sagte Frydenberg. Australien könne mit den neuen Regeln Erfolg haben, wo andere Länder wie Frankreich und Spanien gescheitert seien. Der Ansatz sei nicht wie in Europa, sagte auch Kommunikationsminister Paul Fletcher. Statt über das Urheberrecht solle in Australien versucht werden, die Internetkonzerne über das Wettbewerbsrecht zur Kasse zu bitten.

Man sei enttäuscht von der Ankündigung der Regierung, sagte der Facebook-Verwaltungsdirektor für Australien und Neuseeland, Will Easton. Covid-19 habe Unternehmen in ganz Australien in Mitleidenschaft gezogen, darunter die Verlage. Daher habe Facebook jüngst auch weltweit Investitionen in Medienkonzerne angekündigt. Damit bezog er sich auf eine Summe von 100 Millionen Dollar, die Facebook im März als Investition in die Industrie rund um Nachrichten ankündigte.

Google erklärte, mit mehr als 25 australischen Verlagen zusammengearbeitet zu haben, um einen freiwilligen Verhaltenskodex auszuarbeiten. Daran werde man unter den neuen Regierungsplänen weiter festhalten.

Der Chef der Kommission ACCC, Rod Sims, spielte die Möglichkeit herunter, dass der Konzern seine Funktion Google News wie in Spanien einstellen könnte. Etwa zehn Prozent aller Ergebnisse der Google-Suche seien Einträge von Medienkonzernen, sagte er dem Sender ABC. Für beide Seiten gebe es also einen Wert. „Und ich denke, es wird hart für Google und Facebook sein, einfach zu sagen, wir werden keinerlei Kontakt zu Nachrichtenmedien haben.“

RND/AP

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