Neuer Google Nest Hub im Test: Ein treuer Begleiter auf dem Nachttisch

  • Die zweite Generation des Google Nest Hubs ist ab sofort in Deutschland verfügbar.
  • Im Test überzeugt vor allem der neue Schlafsensor. Der Nest Hub kommt daher am besten im Schlafzimmer zum Einsatz.
  • Etwas enttäuschend ist hingegen die mittelmäßige Soundqualität des Smartdisplays.
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Die zweite Generation des Google Nest Hubs ist da: Das neue Smartdisplay kommt wie sein Vorgängermodell mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm auf den Markt – bietet aber einige neue Funktionen. Der Lautsprecher mit Bildschirm und Sprachassistent hat beispielsweise nun einen Schlafsensor, der Bewegungen und Atmung erkennen kann und dem Nutzer auf Basis der Daten Informationen zur Qualität seines Schlafes liefert. Das funktioniert nicht über eine Kamera (die der Nest Hub nicht besitzt), sondern per Motion-Sense-Funktion, die auch die Steuerung mancher Anwendungen per Handgesten ermöglicht. Hält das Gerät, was es verspricht? Wir haben es für Sie getestet.

Nest Hub ist stark mit anderen Google-Diensten vernetzt

Die Einrichtung des Nest Hubs läuft geschmeidig: Zunächst muss sich das Gerät mit dem Smartphone über die Google Home App verbinden. Über das Handy kann so beispielsweise auch die Motion-Sense-Funktion oder auch der Schlafsensor aktiviert werden. Zudem können Dienste wie Spotify und Netflix über das Smartdisplay verlinkt werden. Für viele Nutzer wird vor allem auch die Einrichtung von Fotos und Anrufen interessant sein. Hierbei wird schnell klar, dass der Nest Hub sehr stark mit anderen Google-Apps vernetzt ist: Um Bilder auf das Display zu bringen, wird Google Fotos benötigt, für Anrufe Google Duo. Letzteres muss auch der Empfänger installiert haben, um angerufen werden zu können. Auch die Google Fit App wird den Nutzern sehr ans Herz gelegt, um etwa die per Schlafsensor gesammelten Informationen langfristig auf dem Handy speichern und abrufen zu können.

Die Vernetzung mit den vielen Google-Diensten muss nichts schlechtes sein. Wer jedoch noch nicht mit Fotos, Duo, Fit und Co. vertraut ist, muss sich auf einen längeren Einrichtungsprozess einstellen, um alle Funktionen des Nest Hubs auskosten zu können. Der Nest Hub ist daher vor allem für diejenigen geeignet, die diese Apps schon nutzen – oder auch Smarthome-Technik wie vernetzte Sicherheitskameras, Thermostate und Lampen in den eigenen vier Wänden installiert haben. Denn diese lassen sich über den Nest Hub steuern.

Fixe Reaktionen auf Spracheingaben – mittelmäßige Soundqualität

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Erfreulich ist, wie schnell der Nest Hub Spracheingaben umsetzt: Das Wetter wird in Sekundenschnelle auf dem Display angezeigt und per Lautsprecher angekündigt, Treffer bei der Googlesuche werden schnell vorgelesen. Praktisch ist der Sprachassistent mit Display beispielsweise auch in der Küche: So lassen sich ganz einfach Kochrezepte aufrufen, die Schritt für Schritt laut vorgelesen werden und auf dem Display ansehnlich bebildert werden.

Musik und Videos spielt das Smartdisplay auf Wunsch nach einem einfachen „O. K. Google“ schnell auf Spotify, YouTube und Netflix ab. Mit dem Nest Hub Musik zu hören und Serien zu schauen ist ab und zu ganz nett, seine Stärke ist es aber nicht. Denn das Display ist doch etwas klein für Serien und Filme. Und der Klang der Lautsprecher ist leider nicht so klar und dynamisch wie erhofft. Google kündigte zwar zuvor an, dass der Nest Hub 50 Prozent mehr Bass hat – und den hört man auch. Aber der Lautsprecher klingt insgesamt einfach etwas zu flach.

Smartdisplay eignet sich gut als digitaler Bilderrahmen

Der Nest Hub kommt deutlich am besten im Schlafzimmer zum Einsatz. Da Googles Smartdisplay keine Kamera hat und das Mikrofon manuell stumm geschaltet werden kann, werden Nutzer auch eher dazu geneigt sein, das Gerät neben dem Bett zu platzieren. Laut Google hatten viele Nutzer das Vorgängermodell schon im Schlafzimmer aufgestellt. Schließlich lässt sich der Nest Hub hervorragend als digitaler Bilderrahmen nutzen. Die Fotos sehen trotz der vergleichsweise moderaten Bildauflösung von 1024 zu 600 Bildpunkten gut aus: Die Farben wirken sehr brillant und scharf. Ein Sensor sorgt außerdem dafür, dass die Helligkeit des Displays an die Lichtverhältnisse angepasst wird. Somit kommen Bilder, aber auch Videos stets gut zur Geltung.

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Google Nest Hub 2: Schlafsensor überzeugt im Test

Der Schlafsensor ist der wohl entscheidende Grund, das Smartdisplay auf dem Nachttisch zu lagern. Die Einrichtung war sehr kurz und einfach, weil der Nest Hub die Schlafposition in wenigen Sekunden kalibriert hat und das Gerät sehr genau angibt, wo und wie es für eine genaue Messung des Schlafes positioniert werden muss. Im Test hat die Funktion dank der detailreichen Aufzeichnungen und den darauf basierenden Vorschlägen zur Verbesserung des Schlafes überzeugt. Der Zeitraum, in dem man geschlafen hat, wurde ziemlich genau gemessen. Interessant waren auch die Informationen dazu, ob man in der Nacht gehustet oder geschnarcht hat und wie hoch die Atemfrequenz in der Nacht war.

Auf dem Display wird den Nutzern nach einigen Nächten Tipps für einen Schlaf angezeigt – beispielsweise, wenn der Schlafrhythmus sehr uneinheitlich ist. Auch praktisch: In kurzen Erklärvideos auf YouTube, die auf dem Display abgespielt werden können, erfahren Nutzer mehr über einen gesunden Schlaf. Ebenfalls positiv ist der Tageslichtwecker, der das Display allmählich vor der Aufstehzeit angenehm aufhellen lässt und somit den Sprung aus dem Bett erleichtert. Nachts stört das Display nicht, weil es zu einem schwarzen Hintergrund mit Digitaluhr wechselt oder sich auf Wunsch sogar ganz ausschaltet und erst wieder hell wird, wenn das Licht am Morgen angeht oder der Wecker klingelt.

Der neue Nest Hub kann Nutzern dank Schlafsensor Informationen zu ihrem Schlaf liefern. © Quelle: Google
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Der Schlafsensor ist eine wichtige und gelungene Funktion des Nest Hubs. Gerade deshalb ist es schade, dass der Schlafsensor nach Aussage von Google nur bis zum kommenden Jahr in einer Vorabversion angeboten wird. Danach könnte ein kostenpflichtiges Abo notwendig sein, um die Funktion weiter nutzen zu können, so Google. Je nach Höhe der Kosten könnte das einige Nutzer abschrecken. Ohne den Schlafsensor würde die Motion-Sense-Funktion nur wenig zu bieten haben: Aktuell lässt sich Motion Sense nur dafür verwenden, um beispielsweise Musik oder den Wecker per Handgesten an- und auszuschalten. Das ist zwar praktisch, aber im Endeffekt einfach zu wenig, weil es die vielen Möglichkeiten der Funktion kaum ausreizt.

Fazit zum neuen Google Nest Hub

Die zweite Generation des Google Nest Hubs hat sich im Test als treuer Begleiter erwiesen. Dank seines schlanken Designs lässt sich das 99,99 Euro teure Gerät auch in der Küche und im Schlafzimmer aufstellen. Im Test hat vor allem der Schlafsensor überzeugt, der wertvolle Informationen über den Schlaf liefert. Auf Basis der Daten gibt der Nest Hub zudem Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität. Auch Fotos sehen auf dem Smartdisplay gut aus, die Farben sind scharf, klar und brillant. Wer den Nest Hub allerdings primär für Musik und Filme nutzen möchte, wird womöglich von der mittelmäßigen Soundqualität und dem für Videos sehr kleinen Sieben-Zoll-Display enttäuscht sein. Am besten ist Googles Smartdisplay auf dem Nachttisch aufgehoben, um dort tagsüber als Bilderrahmen und nachts als Schlafsensor zu fungieren.

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