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Gender Gap: Frauen schneiden bei Digitalisierung schlechter ab als Männer

  • Laut einer Studie der Initiative D21 schneiden Frauen bei Aspekten rund um die Digitalisierung schlechter ab als Männer.
  • Frauen schätzen beispielsweise ihre Fähigkeiten, mit Office-Anwendungen umgehen zu können, geringer ein.
  • Im beruflichen Umfeld werden Frauen statistisch gesehen oft schlechter technisch ausgestattet als ihre männlichen Kollegen.
Talisa Moser
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Eine Studie der Initiative D21 kam zu dem Ergebnis, dass Frauen im Durchschnitt weniger digital versiert sind als Männer. Für eine umfassende Einschätzung wurde in einer bundesweiten Umfrage der Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren gemessen.

Die Auswertung zeigt: Frauen erreichten im Schnitt einen niedrigeren Digitalindex als Männer. Auf einer Skala zwischen null und 100 landeten die Männer bei 61 Indexpunkten, Frauen hingegen nur bei 51. Die Studie untersucht, in welchem Umfang die Geschlechter die Digitalisierung adaptieren, nimmt Ursachen und Zugangsbarrieren in den Blick und bietet Ansatzpunkte zur Überwindung der Genderungleichheiten.

Geringeres Interesse für Technik

Frauen erzielten bei allen inhaltlichen Indexsäulen der Studie geringere Werte. Sie schätzen beispielsweise ihre Fähigkeiten, mit einzelnen Anwendungen wie Office-Programmen umgehen zu können, geringer ein als Männer. Dazu kommt, dass ihr Interesse an digitalen Themen deutlich schwächer ausgeprägt zu sein scheint als das von Männern.

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Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind in älteren Generationen noch deutlich stärker ausgeprägt als bei jüngeren, aber auch bei den 14- bis 24-Jährigen spürbar.

Frauen interessieren sich insgesamt weniger für technische Inhalte als Männer. © Quelle: Initiative D21
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Berufswelt: Frauen werden technisch schlechter ausgestattet

Deutliche Unterschiede sind auch bei der technischen Ausstattung von Frauen und Männern sichtbar. So werden in Vollzeit tätige Männer viel häufiger mit mobilen Geräten wie Laptops oder Smartphones ausgestattet als Frauen. In Zahlen: 56 Prozent der befragten Männer, aber nur 36 Prozent der in Vollzeit berufstätigen Frauen in Büroarbeit waren beispielsweise mit einem Laptop beziehungsweise Notebook ausgestattet.

Hannes Schwaderer, Präsident der Initiaitve D21, empfiehlt dazu, dass die geschlechtergerechte Ausstattung mit mobilen Geräten von den Institutionen evaluiert werden sollte. Digitale Geräte wie Laptop und Smartphone müssten normales Arbeitswerkzeug sein, kein Statussymbol für bestimmte Positionen im Job. Eine Folge der unterschiedlichen digitalen Ausstattung sei auch, dass viel mehr Männer im Homeoffice arbeiten als ihre Mitarbeiterinnen und so intensiver die Chance nutzen, Arbeits- und Privatleben besser miteinander zu vereinen. „Frauen und Männer müssen die gleichen Chancen haben, von mobilem Arbeiten, also räumlicher und zeitlicher Flexibilität, zu profitieren“, betont Schwaderer.

Eine gute technische Ausstattung im Job hängt oft von der Position im Unternehmen ab.

Geringerer Bildungsgrad als strukturelle Ursache

Eine weitere Ursache für die geringeren Digitalfähigkeiten ist laut Studie die Tatsache, dass deutlich weniger Frauen in dem Bereich gebildet werden. In technischen Ausbildungs- und Studiengängen ist die Frauenquote noch sehr gering. Das liegt laut Prof. Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit, daran, dass Frauen der Zugang zu entsprechenden Zukunftssaussichten aufgrund von Geschlechterklischees und traditionellen Rollenzuweisungen erschwert wird. Fänden mehr Frauen ihren Weg in digitale Berufe, würde dies mehr Nutzen für vielfältige gesellschaftliche Gruppen bringen und die Qualität der Ergebnisse verbessern.

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Schulungen und Weiterbildungsangebote sind häufiger Männern vorbehalten als Frauen.

Gendergleichstellung in der digitalisierten Welt erreichen

Das Ziel der Studie „Digital Gender Gap“ ist es, Frauen im großen gesellschaftlichen Diskurs des digitalen Wandels sichtbarer zu machen, als es bisher erfolgte, und hierzu Lösungsansätze aufzuzeigen. Für mehr Chancengleichheit müssten Aus- und Weiterbildungsangebote zu digitalen Themen die Verteilung und Vielfalt der beiden Geschlechter sowie deren Kompetenz berücksichtigen.

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