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Hat das Tiktok- und Wechat-Verbot auch Folgen für “Fortnite” und “League of Legends”?

  • Neben der populären App Tiktok nimmt Trump den chinesischen Messengerdienst Wechat ins Visier.
  • Hinter dem Tool verbirgt sich der Techgigant Tencent, der besonders im Gamingbereich aktiv ist.
  • Auswirkungen auf beliebte Videospiele wie “Fortnite” sind aber erst mal nicht zu erwarten.
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Donald Trump hat seine Drohungen gegenüber den chinesischen Apps Tiktok und Wechat konkretisiert. In zwei Exekutivanordnungen, die das Weiße Haus am Donnerstagabend veröffentlichte, verbietet der Präsident US-amerikanischen Unternehmen Geschäfte mit Wechat und Tiktok.

Die Verbreitung von Tiktok in den USA bedrohe die nationale Sicherheit, ausländische Politik und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten, heißt es in der Anordnung: Die Datensammlung von Tiktok könne der Kommunistischen Partei Chinas Zugang zu persönlichen und geschützten Informationen ermöglichen. Daraus resultierend könne China möglicherweise die Standorte von Bundesbeschäftigen und Auftragnehmern verfolgen, Dossiers mit persönlichen Informationen für Erpressung erstellen oder Unternehmensspionage betreiben.

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Steht Tiktok vor dem Aus?
5:06 min
Die Plattform Tiktok aus China gehört zu den beliebtesten Apps von Teenagern. Der Siegeszug könnte jetzt allerdings abrupt gestoppt werden.  © RND
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Tencent-Aktie fällt nach Anordnung

Neben Tiktok richtet sich das drohende Verbot, das in 45 Tagen in Kraft treten soll, auch gegen die Messenger-App Wechat und den dahinterstehenden Tech-Konzern Tencent. “Wie Tiktok erfasst Wechat automatisch riesige Informationsmengen von seinen Benutzern. Diese Datenerfassung droht der Kommunistischen Partei Chinas den Zugriff auf persönliche und geschützte Informationen der Amerikaner zu ermöglichen”, heißt es in einer zweiten Anordnung. Die Tencent-Aktie stürzte nach der Ankündigung um fast sieben Prozent ab.

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In den USA ist der Nachrichtendienst Wechat nur vereinzelt verbreitet. Ansässige Chinesen nutzen die Anwendung etwa, um mit ihren Verwandten in Kontakt zu bleiben und auch für Geschäftsgespräche wird die App genutzt. Bekannt ist Wechat dafür, dass es in seiner App zahlreiche Funktionen vereint. So können Nutzer unter anderem Zahlungen tätigen, Fahrdienste bestellen, Videos anschauen und ihre Identität bestätigen. Mehr als eine Milliarde aktive User verzeichnete die App im ersten Quartal 2020 – ähnlich viele nutzen den Facebook Messenger. In China gibt es kaum Alternativen zu Wechat, da internationale Tools wie Whatsapp und Telegram von der Regierung blockiert werden.

Tencent dominiert den Gaming-Markt

Deutlich größere Auswirkungen würde ein tatsächliches Verbot von Geschäftsbeziehungen zum Mutterkonzern Tencent haben. Der chinesische Tech-Konzern ist mittlerweile mit zahlreichen westlichen Unternehmen verwoben. Nach umfangreichen Investitionen ist Tencent unter anderem an Tesla, Snap und Spotify beteiligt.

Vor allem seine Geschäfte in der Gaming-Branche hat Tencent in den letzten Jahren intensiviert. Fast 50 Prozent hält das Unternehmen etwa an dem Spieleunternehmen Epic Games, das unter anderem den Erfolgstitel “Fortnite” auf den Markt brachte. Weitere Beteiligungen hat Tencent an Activision Blizzard (“Call of Duty”) und Ubisoft (“Assassin’s Creed”). Die Firma Riot Games (“League of Legends”) ist seit 2015 eine Tochtergesellschaft des chinesischen Konzerns.

Unter anderem auf Twitter wurde nach den Anordnungen spekuliert, inwieweit die Gaming-Unternehmen von dem Wechat-Bann betroffen sind.

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Könnte der Bann also auch ein Verbot von Videospielen mit sich ziehen? Aktuell ist dies eher unwahrscheinlich. Wie die “LA Times” unter Berufung auf das Weiße Haus berichtet, handelt es sich bei der Anordnung um eine reines Verbot von Geschäftsbeziehungen zu Wechat. Andere Tencent-Gesellschaften seien davon ausgeschlossen.

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