• Startseite
  • Digital
  • Final Fantasy VII Test: Release und Preload, Spielzeit und mehr - lohnt sich das neue FF7 auf der PS4?

“Final Fantasy VII Remake” im Test: Großartiges Geduldsspiel

  • Am 10. April erscheint “Final Fantasy VII Remake“ exklusiv für Playstation 4.
  • Das Rollenspiel ist umwerfend inszeniert, hat aber Macken.
  • Erzählt wird nur der Anfang des Originals – weitere Spiele sollen folgen.
Anzeige
Anzeige

Er sieht aus wie ein miesgelaunter Teenager, gefangen im Niemandsland zwischen K-Pop und Emo: Cloud Strife hat eine ganze Generation von Spielern genervt, beeindruckt und geprägt. Er ist der Held im Mittelpunkt von “Final Fantasy VII”. 1997 erschien das japanische Rollenspiel und es gilt bis heute als Meilenstein des Genres. Dieses Spiel bewies, dass Computerspiele wie Kinofilme erzählen können. Es prägte das Design anderer Rollenspiele auf Jahrzehnte. Und es gab Millionen pubertierender Spieler eine Identifikationsfigur.

“Final Fantasy Remake”: Release, Preload, Preis – alle Infos

  • Release: Am 10. April erscheint “Final Fantasy VII Remake” für die Playstation 4.
  • Preload: Offenbar sind Preloads auf der PS4 bereits möglich, ursprünglich waren diese für den 9. April geplant.
  • Die “Final Fantasy VII Remake” Standard Edition kostet 70 Euro.
  • Die “Final Fantasy VII Remake” Deluxe Edition kostet 90 Euro. Sie enthält ein Steelbook, ein Artbook, eine Minisoundtrack-CD und eine Beschwörungsmateria, die im Spiel eingesetzt werden kann.
  • Das Spiel besitzt eine USK-Freigabe ab 16 Jahren.
Anzeige
Früher ein Pixelhaufen – jetzt erstrahlt Cloud Strife in neuem Gewand. © Quelle: Square Enix

“Final Fantasy VII Remake”: Spielzeit in Midgar – wie lange dauert das Abenteuer?

Lange sehnten die treuen Fans das Remake herbei. 2015 wurde es offiziell angekündigt. Jetzt ist es da – zumindest der Anfang. Auch, wenn das nicht deutlich genug auf der Packung steht: Dieses Spiel ist kein vollständiges Remake. Es erzählt den Anfang der Geschichte, in der Stadt Midgar. Im Original auf der Playstation 1 waren das nur die ersten Spielstunden, auf der ersten von drei Discs. Diesmal ist es das komplette Abenteuer: 30 Stunden Spielzeit können Fans einplanen.

Können sich sehen lassen: Cloud und Barret im neuen “Final Fantasy 7 Remake”. © Quelle: Square Enix
Anzeige

Kein ganzes Spiel: “Final Fantasy VII Remake” erscheint in Episoden

Warum hat das Remake so lange gedauert? Warum liefert es nur einen Teil der Geschichte? Wer das “Final Fantasy VII Remake” spielt, der versteht vieles. Die Welt ist irrsinnig detailliert, das Erzähltempo ausgesprochen langsam. Es wirkt, als seien die Entwickler in Ehrfurcht vor ihrem eigenen Spiel erstarrt. Jeder Wegwerfdialog, jeder Nebencharakter und jede Mülltonne sind wichtig. Dem Spiel sieht man die jahrelange Arbeit immer an.

Anzeige

“Final Fantasy VII Remake”: Neues Kampfsystem mit mehr Action

Die Entwickler haben allerdings auch verstanden, dass Spiele heute anders funktionieren als damals. Die größte Änderung ist das Kampfsystem; früher rundenbasiert und taktisch, jetzt mit deutlich mehr Action. Im Standardmodus sind die Kämpfe fordernd. Vor allem größere Gegner müssen die Spieler gut beobachten, sich richtig positionieren und ihre Aktionen auf den richtigen Moment abpassen. Wer sich Zeit lassen will, der wird enttäuscht: Es gibt zwar einen Modus, in dem Spieler nur Magie und Fertigkeiten auswählen, während die Action pausiert. Er ist aber so einfach, dass die Scharmützel damit zu bunten Musikvideos werden.

Das Kampfsystem ist bei allen Final-Fantasy-Teilen essenziell. Aerith und Co. werden im Remake aber deutlich aktionlastiger unterwegs sein. © Quelle: Square Enix
Tifa im Kampf: Der klassische rundenbasierte Kampfmodus wurde grundlegend verändert. © Quelle: Square Enix

Spektakulär sehen nicht nur die Kämpfe aus. Die alten, neuen Charaktere wirken lebensecht. Die Kamerafahrten sind atemberaubend. Immer wieder belohnt das Abenteuer seine Spieler mit spektakulären Ausblicken. Auf diese Art fühlt sich das neue Final Fantasy sehr ähnlich an, wie das alte: wie eine überraschend lange, wendungsreiche Reise voller Aufs und Abs, getragen von einer tollen Präsentation.

“Final Fantasy VII Remake”: Erzähltempo und Charakterentwicklung brauchen ihre Zeit

Anzeige

Dabei ist vor allem der Anfang des Abenteuers eher holprig. Schon die Sprachwahl ist eine kleine Herausforderung. Die deutsche Sprachausgabe klingt professionell, aber etwas blass. Deutlich lebendiger wirkt sie auf Japanisch, dann müssen die Spieler aber bücherweise Untertitel lesen.

Vor allem die Erzählung kommt durch das neue Schneckentempo zuerst nicht aus dem Quark. Dass sich die ersten Missionen in ihrer Art wiederholen, war im Originalspiel kein Problem, denn sie waren schnell vorüber. Jetzt aber füllen größere Storymissionen locker einen Abend. Wenn sich der bunte Heldenhaufen zum dritten Mal in Folge aufmacht, um endlose graue U-Bahntunnel und lange Gänge zu durchqueren, wenn sie dabei wieder und wieder dieselben Gegner erlegen, dann wird das Spiel zwischendurch schlicht langweilig.

Auch die Helden selbst brauchen Zeit, um warmzulaufen. Wie im Original startet der Rebellenführer Barret als ein nerviger Schreihals. Cloud dagegen schmollt nonstop. Wie im Original zeigen beide im Lauf der Geschichte auch andere Seiten und können Spielern aufs Neue ans Herz wachsen. Aber das dauert.

Beliebter Antagonist: Sephiroth gehört zu den wohl bekanntesten Gegenspielern der Videospielgeschichte. © Quelle: Square Enix

Viel zu tun in Midgar: Side-Story, Secrets, Minigames

“Final Fantasy VII Remake” ist ein Spiel für geduldige Menschen – so wie oft in diesem Genre. Mehrfach haben Spieler die Chance, nach einer großen, spannenden Mission durchzuatmen und einen Haufen optionaler, harmloser Nebenaufgaben zu erledigen. Sie können einkaufen gehen, sich besser ausrüsten, Musikstücke kaufen und sammeln, Minispiele absolvieren, kleine Geheimnisse entdecken. Dann können sie in aller Regel selbst Bescheid sagen, wenn es in das nächste große Kapitel der Story gehen soll. Und dann gibt es wieder ausladende Zwischensequenzen zu bestaunen.

Anzeige
Neben der Story können Spieler auch Nebenquests erledigen – und Midgar auf eigene Faust erkunden. © Quelle: Square Enix

“Final Fantasy VII Remake”: Fazit

Das Trödeltempo kann sich mitunter so anfühlen wie beim Schauen einer Fernsehserie. Anfangs nervige Charaktere offenbaren überraschende Schwächen, Ängste und Wünsche. Plötzlich ertappen sich die Spieler beim Mitfiebern. Und wenn die Charaktere sich in der Geschichte entwickeln, wenn sie neue Seiten an sich entdecken, dann will man ihnen unweigerlich auf die Schulter klopfen. Durch immer neue Überraschungen und Tonwechsel bleibt die Geschichte fast immer spannend. Und auf jeden Hänger folgt eine Belohnung.

Ein Problem ohne Lösung bleibt das Ende. Fans werden sich nach dem Abschluss dieses Kapitels sehr schnell das nächste wünschen. Wann es kommt, ist allerdings offen. Ein Spiel dieses Maßstabs braucht Jahre der Entwicklungsarbeit. Konkrete Termine oder auch nur eine Zahl der Spiele, auf die das Remake sich aufteilen wird, hat “Square Enix” noch nicht verraten.


Jan Bojaryn



  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen