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Trotz Warnung der Mitarbeiter: Facebook tat zu wenig gegen Hass und Fake News

  • Falschinformationen verbreiten sich rasant in den Sozialen Netzwerken, anonymer Hass ist ein weiteres großes Problem.
  • Der US-Konzern Facebook wusste offenbar, dass seine Systeme zur Überwachung der Inhalte nicht ihren Aufgaben gerecht wurden.
  • Unternommen hat er trotzdem nichts – aus bestimmten Gründen.
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New York/Washington. Facebook-Mitarbeiter haben das weltgrößte soziale Netzwerk jahrelang gewarnt, angesichts des rasanten Wachstums zu wenig gegen Hassrede und Falschinformationen zu tun. Das geht aus internen Dokumenten hervor, in die die Nachrichtenagentur Reuters Einsicht nehmen konnte, sowie aus Gesprächen mit fünf früheren Mitarbeitern.

Demzufolge wusste der US-Konzern, der mehr als 2,8 Milliarden Nutzer weltweit zählt, dass er zu wenig Mitarbeiter mit Sprachkenntnissen und Informationen über lokale Veranstaltungen beispielsweise in Schwellenländern eingestellt hatte. Das sei vor allem in von Gewaltausbrüchen besonders stark bedrohten Ländern wie Myanmar und Äthiopien gefährlich, warnte demnach ein Mitarbeiter intern.

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Aktuell ist Facebook in mehr als 190 Ländern aktiv und Inhalte werden in mehr als 160 Sprachen veröffentlicht. Mehr als 90 Prozent der monatlich aktiven Nutzer leben außerhalb der USA und Kanada.

Monetarisierung über Sicherheit der Nutzer gestellt

Zudem geht aus den Dokumenten hervor, dass dem Konzern bewusst war, dass die Systeme zur Überwachung der Inhalte nicht ihren Aufgaben gerecht wurden und es für Nutzer verhältnismäßig kompliziert war, umstrittene Posts zu melden, die möglicherweise gegen die Regeln verstießen.

Eine Firmensprecherin teilte auf Anfrage mit, Facebook beschäftige Muttersprachler, die Inhalte in mehr als 70 Sprachen weltweit prüften, und zudem auch Menschenrechtsexperten. Der frühere Chef des Politik-Geschäfts von Facebook im Nahen Osten, Ashraf Zeitoon, sagte, Facebook habe kolonial agiert und die Monetarisierung des Angebots über die Sicherheit der Nutzer gestellt.

Die von Reuters eingesehenen Unterlagen sind unter denen, die von der Ex-Mitarbeiterin Frances Haugen der US-Börsenaufsicht SEC bereitgestellt wurden. Sie fordert von dem weltgrößten Internetnetzwerk mehr Transparenz und spricht sich für eine Regulierung des am Markt rund eine Billion Dollar teuren US-Technologiekonzerns aus.

RND/Reuters

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