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Facebook-Dating: Das neue Flirtportal im Test

  • Lange Zeit nach der ersten Ankündigung hat Facebook seine Datingfunktion in Deutschland auf den Markt gebracht.
  • Ähnlich wie bei anderen Apps können Nutzer sich gegenseitig Likes erteilen und anschließend in Dialog treten.
  • Für wen Facebook Dating geeignet ist und wie es funktioniert – wir haben uns die Features der Anwendung genauer angeschaut.
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In Zeiten, in denen Bars, Restaurants und Clubs geschlossen bleiben und Freizeitaktivitäten ausfallen, verlagert sich das Dating zunehmend ins Internet. Beliebte Vermittlungen und Dating-Apps registrierten in den vergangenen Monaten neue Rekorde. So verzeichnete etwa die Anwendung Tinder im März ganze drei Milliarden sogenannte „Swipes“ an nur einem Tag. Auch die Zahl der geschriebenen Nachrichten in der App stieg um 52 Prozent an.

Kein schlechter Zeitpunkt also für Facebook und seine hauseigene Datingplattform. Eigentlich sollte die neue Funktion deutschen Nutzern bereits seit Februar zur Verfügung stehen, doch wegen Datenschutzbedenken wurde der Start in den Herbst verschoben. Das Angebot richtet sich an alle Nutzer des sozialen Netzwerks ab 18 Jahren. Um den Service nutzen zu können, wird ein separates Profil erstellt. Auf Grundlage von Interessen und Aktivitätsangaben schlägt Facebook anschließend potenzielle Partner vor. Wie genau das funktioniert, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Wie finde ich die Facebook-Dating-Funktion?

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Die erste Herausforderung beginnt bereits mit der Suche nach der neuen Funktion. Hatte Facebook sein Datingportal in den vergangenen Wochen noch prominent über den Newsfeed beworben, so ist der Hinweis mittlerweile verschwunden. Wer das neue Tool nutzen will, benötigt zunächst die Version 290.0 oder neuer, die kostenlos im App oder Play Store heruntergeladen werden kann. Hier ist „Dating“ im Menü verankert oder lässt sich über die Suchfunktion unter dem Stichwort „Dating“ auffinden.

Wie melde ich mich bei Facebook Dating an?

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Bei der ersten Anmeldung erscheint ein Startdialog, durch den sich die Nutzer navigieren müssen. Etwas Skepsis macht sich vor der Installation breit: Treffe ich auf Freunde und Bekannte? Wer kann sehen, dass ich die Anwendung nutze? Der erste eingeblendete Hinweis verschafft dann jedoch direkt Klarheit: „Wir schlagen dir in Dating keine deiner aktuellen Facebook-Freunde vor und benachrichtigen diese auch nicht, dass du dich angemeldet hast“, heißt es da. „Zudem teilen wir deine Aktivitäten mit niemandem außerhalb von Dating“. Mit einem Klick auf „Los geht’s“ öffnet sich zunächst der Regelkatalog. Hier informiert Facebook über die Community-Richtlinien von „Dating“. Neben Tipps zum Blockieren von Personen gibt es zudem nützliche Hinweise zur Sicherheit auf der Plattform.

Anschließend öffnet sich das Datingprofil. Name und Alter werden direkt aus dem Facebook-Profil übernommen und lassen sich nicht mehr ändern. Wer also bei Facebook mit seinem richtigen Namen unterwegs ist, kann sich anschließend nicht unter falschem Namen durch Dating klicken. Anders ist es bei Informationen über Arbeitgeber, Wohnort und Ausbildung. Diese Informationen lassen sich bearbeiten oder ganz aus dem Profil löschen.

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Chatpartner, Freundschaft, Beziehung – was wird gesucht?

Im nächsten Schritt fragt Facebook Dating seine Nutzer nach der sexuellen Orientierung. Entscheidet man sich dafür, diese Informationen preiszugeben, so erscheint erneut ein ausführlicher Hinweis zu „besonders geschützten Daten“. In dem Dialogfeld informiert Facebook darüber, dass diese Daten nach EU-Recht besonderen Schutz genießen. „Wir verwenden diese Informationen, um dir ein sicheres und auf dich zugeschnittenes Erlebnis zu bieten und Dating zu verbessern, z.B. indem wir dir Profilvorschläge zeigen und dein Profil anderen Nutzern in Dating vorschlagen“. Anschließend kann der Nutzer angeben, was er auf Dating zu finden erhofft. Neben „einem Chatpartner“, „Freundschaft“, „einer Beziehung“ oder „etwas Zwanglosem“ kann man den Grund auch für sich behalten oder diesen Schritt überspringen.

Um nach Personen in der Nähe zu suchen, benötigt die App einen Zugriff auf die Ortungsdienste. Dieser Schritt stellt sich im Test als problematisch heraus, da der Anmeldeprozess nach einem Wechsel in die Smartphone-Einstellungen abgebrochen wurde.

Nutzer entscheidet, wie viel er von sich preisgibt

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Wer will kann in den nächsten Schritten Angaben zu seiner Größe, seinem Heimatort, seiner Berufsbezeichnung, seinem Arbeitgeber, Hobbies, Familienstand und Bildungsabschluss machen. Auch interessiert sich Dating dafür, ob der Nutzer Kinder hat, raucht oder Alkohol trinkt. All diese persönlichen Fragen können aber auch übersprungen werden. Zuletzt wird dann das angezeigte Profilbild festgelegt. In einer Übersicht kann man die Angaben seines Profils noch einmal einsehen und gegebenenfalls anpassen. Hier lässt sich zum Beispiel auch ein Instagram-Account verknüpfen, eine individuelle Beschreibung und weitere Bilder hinzufügen.

Anders als bei Konkurrenten wie Tinder oder OkCupid nimmt der Anmeldeprozess bei Facebook Dating enorm viel Zeit in Anspruch. Wer alle Hinweise und Informationen im Dialog sorgsam durchlesen will und alle seine Angaben editieren will, benötigt dafür etwa 15 bis 20 Minuten.

Wie funktioniert Facebook-Dating?

Wer den Anmeldeprozess abgeschlossen hat, wird schließlich auf die Startseite des Datingbereichs weitergeleitet. Hier blendet die Plattform potenzielle Profile ein. Wie bei Tinder lassen sich die angezeigten Accounts mit einem „X“ oder einem „Like“ versehen. In den Profilen ist zu sehen, welche gemeinsamen Freunde geteilt werden, auch die individuellen Interessen und Vorlieben des anderen werden eingeblendet. Bei einem Klick auf’s „X“ verschwindet das Profil und der nächste Vorschlag erscheint. In den Einstellungen können die Suchpräferenzen angepasst werden. Hier haben Nutzer die Möglichkeit, ihr ideales Match zu beschreiben oder die Entfernung der Suche festzulegen.

Wichtig: Wenn ein Profil mit einem „Like“ versehen wird, so ist dies für den Profilinhaber in der App sichtbar. Erteilten sich beide gegenseitig ein „Like“, so wird dies unter „Matches“ angezeigt. Hier lässt sich dann auch ein Dialog starten. In dem Chatfenster können Nachrichten, Emojis und Gifs verschickt werden, der Versand von Fotos ist nicht möglich. Wer sein Profil nicht vollständig ausgefüllt hat, wird von Facebook kontinuierlich darauf hingewiesen. „Personen sehen dich mit geringerer Wahrscheinlichkeit, wenn dein Profil nicht vollständig ist“, heißt es immer wieder.

Sonderfunktionen: Secret Crush und gemeinsame Veranstaltung

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Facebook Dating verfügt über einige Zusatzfunktionen, die sich von anderen Apps unterscheiden. So erlaubt das „Secret-Crush“-Feature, Facebook-Freunde aus der eigenen Liste als heimlicher Schwarm hinzuzufügen. Diese werden nicht darüber informiert, erhalten aber den Hinweis, dass sich jemand für sie interessiert. Erst wenn der Facebook-Freund ebenfalls Dating nutzt und man sich gegenseitig auf die „Crush“-Liste hinzugefügt hat, erhalten beide Seiten eine Benachrichtigung und erfahren, wer sich dahinter verbirgt. Öffentlich sind die Aktivitäten nicht einsehbar. Neben Facebook-Bekanntschaften können auch Instagram-Follower zur Liste hinzugefügt werden.

Über gemeinsame Gruppen und gemeinsame Veranstaltungen lassen sich zudem gezielt Profile von Menschen finden, die ähnliche Interessen verfolgen. Sobald es wieder möglich ist, lassen sich so gezielt Konzerte, Festivals oder andere Events nach Datingnutzern durchsuchen. Auch Zusammenkünfte wie zum Beispiel Nachbarschaftsgruppen eignen sich, um nach Profilen aus der Nähe zu stöbern.

Facebook-Dating: Wie melde ich mich wieder ab?

Wer die Plattform wieder verlassen will, kann sein Profil jeder Zeit wieder entfernen. Dazu in den Einstellungen auf „Allgemeines“ und „Konto“ gehen. Unter „Profil löschen“ können anschließend alle Informationen entfernt und alle „Matches“ gelöscht werden.

Fazit:

Wer sich an die Übersichtlichkeit von Tinder und Co. gewöhnt hat, für den wird vor allem der langatmige Anmeldeprozess zunächst gewöhnungsbedürftig sein. Um sich vor allerhand Datenschutzbedenken abzusichern, hat Facebook sich mehrfach abgesichert und die Dialoge umfangreich ausformuliert. Als Pluspunkt weiß der Nutzer allerdings, welche seiner Daten wofür verwendet werden und für wen sie sichtbar sind.

Wer Wert auf viele Gemeinsamkeiten legt oder ganz gezielte Vorstellungen von einem potenziellen Partner hat, für den ist Facebook Dating gut geeignet. Mit Funktionen wie „gemeinsame Veranstaltungen“ und dem ausführlichen Profil, steigt die Wahrscheinlichkeit für gezieltere Matches. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass einem das ein oder andere bekannte Gesicht über den Weg läuft. Denn durch den exakten Standort und die Freunde-von-Freunden-Anzeige ist es durchaus möglich, dass man einem Profilvorschlag schon einmal begegnet ist. Wer lieber etwas anonymer im Internet nach einem potenziellen Partner sucht, sollte lieber auf andere Apps zurückgreifen.

RND/mkr

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