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Erfinderisch in der Corona-Krise: Fünf Digitalprojekte, die 2020 einen Unterschied gemacht haben

  • Viele Menschen in Deutschland haben die schwierigen Zeiten der letzten Monate genutzt, um neue Ideen zu entwickeln.
  • Ob Einkaufshilfe für Nachbarn oder ein Chatangebot für Jugendliche: Die Not macht erfinderisch.
  • Wir stellen Ihnen fünf soziale Innovationen vor, deren Potenzial auch über die Krise hinausgeht.
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Während der anhaltenden Pandemie sind immer mehr Unternehmen und Einrichtungen in ihrer Existenz bedroht. Doch auch in Krisenzeiten ist Platz für Innovationen und neue Ideen. Eine Gründung in der Pandemie fordert Voraussicht und unternehmerischen Mut. Vor allem im sozialen Bereich haben sich seit Jahresbeginn mehrere Menschen für ihre Projekte starkgemacht. Wir stellen Ihnen fünf davon vor.

Krisenchat für Jugendliche

Auch junge Menschen leiden stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wie eine Studie des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf ergab, fühlen sich mehr als 70 Prozent der Elf- bis 17-Jährigen durch die Krise seelisch belastet. Wenn die Treffen mit Freunden oder Hobbys ausfallen, bleiben viele Kinder und Jugendliche mit ihren Problemen allein. Um ihnen auch für schwierige Zeiten einen Gesprächspartner zur Seite zu stellen, haben die drei Berliner Kai Lanz, Julius de Gruyter und Jan Wilhelm eine Krisenberatung speziell für Jüngere entwickelt. Mittlerweile steht ein 100-köpfiges Team aus Psychologen, Seelsorgern und Therapeuten als Berater zur Verfügung. Alle arbeiten ehrenamtlich und ermöglichen den Jugendlichen somit eine kostenlose Hilfe.

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Per Whatsapp können sich die Betroffenen rund um die Uhr melden und Kontakt zu einem Krisenberater aufnehmen. Die Nachrichten erreichen das Beraterteam dann anonymisiert – ohne Handynummer und ohne Profilbild. „Die Angstthemen sind durch Corona ins Brennglas gestellt und noch einmal verstärkt worden“, erklärt Gründer Julius de Gruyter im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch nach Ende der Corona-Zeit wollen die drei Jungunternehmer ihre Beratung aufrechterhalten. „Wir haben eine Lücke entdeckt beziehungsweise einen Bereich, wo noch Nachfrage da ist und bei dem wir froh sind, eine Lösung bieten zu können.“

Lernplattformen für den Unterricht

Die Corona-Krise stellt die Bildungseinrichtungen in Deutschland vor nie da gewesene Herausforderungen. Lief die Digitalisierung in Schulen bisher nur schleppend ab, so mussten sich Lehrer und Schüler in den vergangenen Monaten zügig neue Methoden und Arbeitsweisen aneignen. Auch heute noch ist die Situation unübersichtlich: Teilweise werden in einzelnen Bundesländern mehrere verschiedene Lernplattformen genutzt, einige von ihnen funktionieren nicht richtig, haben beispielsweise Probleme mit ausgelasteten Servern oder fehlender Kompatibilität.

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Doch viele Lehrer und Schüler zeigten in diesen Zeiten Eigeninitiative und sorgten selbst für funktionierende Lernsysteme. Ein Beispiel für die gelungene Digitalisierung ist das Jenaplan-Gymnasium in Nürnberg. Innerhalb von nur einer Woche haben es Schüler und Lehrer geschafft, ihren Unterricht eigenständig zu digitalisieren und eine eigene Plattform für den Austausch gegründet. Für mehr Chancengleichheit hat die Schule zudem mehrere Tablets an Schüler ausgeliefert, die nicht über eine entsprechende Hardware verfügten. Um auch andere Bildungseinrichtungen zu ermutigen und ihnen Ähnliches zu ermöglichen, hat die Schule Teile des digitalen Unterrichts sowie ihr Know-how online zur Verfügung gestellt.

Digitale Kommunikation für Senioren

Wenn die Besuche von Familie und Freunden ausbleiben, sind viele ältere Menschen auf sich allein gestellt. Die verschärften Kontaktbeschränkungen verstärken die Einsamkeit vieler Senioren. Die prekäre Lage hat die Hamburgerin Dagmar Hirche frühzeitig erkannt. Gemeinsam mit ihrem Verein Wege aus der Einsamkeit bietet sie älteren Menschen Hilfe bei dem Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln und dem Surfen im Internet. Egal ob Banking, Videokonferenz oder das Einrichten eines E-Mail-Postfaches: In mehreren Youtube-Anleitungen und in Onlineworkshops vermitteln Hirche und ihr Team Grundlagen für die ersten Schritte in der digitalen Welt. „Wenn Corona noch länger unser Leben bestimmen wird, wovon wir ausgehen müssen, dann müssen wir aber auch die technische Infrastruktur schaffen, dass Menschen digital teilnehmen können und nicht von anderen abhängig sind“, sagt Hirche im Gespräch mit dem RND.

Einkaufshilfe in der Nachbarschaft

Ältere Menschen und Risikogruppen benötigen dieser Tage besondere Unterstützung. Nicht alle können dabei auf die Hilfe von Nachbarn, Freunden oder Familie bauen. Ein Start-up, das sich mit dem Problem beschäftigt, ist Bring & Ring. Über die App der Münchner Gründerin Zarah Bruhn können sich Nutzer melden, die Einkäufe für andere erledigen möchten. Menschen, die auf Hilfe bei Erledigungen angewiesen sind, können sich ebenfalls registrieren und ihre Einkaufszettel an Helfer übermitteln. Die Bezahlung erfolgt dann digital per App. So vermeiden sie Kontakte und schützen sich im Alltag vor möglichen Ansteckungen.

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Ehrenamtliches Engagement finden

Auch während der Krisenzeit halten die vielen Ehrenamtler in Deutschland die Gemeinschaft am Laufen. Ob digitale Hausaufgabenhilfe, die Betreuung von Websites oder die Beschaffung von Spenden und Hilfsgütern: Auch von zu Hause können viele soziale Projekte unterstützt werden. Der 21-jährige Ludwig Petersen und der 22-jährige Paul Bäumler haben im Jahr 2018 die App „Let’s Act“ mit dem Ziel gegründet, Freiwillige und Einrichtungen miteinander zu verbinden. Auf der Plattform können Nutzer die Einsatzorte in ihrer Nähe einsehen und über einen Klick Interesse bekunden. Wer möchte, kann direkt über die App Kontakt aufnehmen und sich für das Engagement anmelden. In der Corona-Krise haben die jungen Gründer die Anzeigen mit dem zusätzlichen Hinweis „von zu Hause“ versehen. So können Interessierte auch gezielt nach Angeboten suchen, die kein persönliches Erscheinen erfordern.

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