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Erfinder der mp3 im Interview: “Wir waren nicht die einzigen, wir waren nur besser”

  • Vor 25 Jahren begann die Befreiung der Musik.
  • Sechs Erfinder des Fraunhofer-Instituts entwickelten ein Verfahren, Musik stark zu komprimieren – ohne hörbare Qualitätseinbuße.
  • Karlheinz Brandenburg gilt als Vater der mp3. Im RND-Interview spricht er über die Gegenwehr der Musikindustrie, die wichtige Rolle von Suzanne Vegas Lied “Tom's Diner”, die Schönheit der Mathematik – und die Frage, warum er kein Milliardär geworden ist.
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Herr Brandenburg, die Geschichte ist einfach zu schön: Da erfinden eine Handvoll deutsche Tüftler vom Fraunhofer-Institut in weißen Kitteln gegen alle Wiederstände ein revolutionäres Verfahren, um Musikdateien gegenüber der CD praktisch ohne Qualitätsverlust auf ein Zwölftel ihrer Ursprungsgröße zu komprimieren – und heben damit eine globale Milliardenindustrie aus den Angeln. Es war die Befreiung der Musik. Wann war der Moment, als sie spürten: Wir schrauben hier an etwas Größerem?

Da gibt es mehrere Momente. Als ich 1988 noch Student an der Universität in Erlangen war und Grundlagenforschung betrieb, besuchte jemand unser Labor. Mein Doktorvater Dieter Seitzer führte diesem Gast stolz vor, woran wir gerade arbeiteten: an der Komprimierung von digitalen Musikdateien. Und auf dessen Frage, was aus unserer Arbeit mal werden könnte, antwortete ich: “Entweder, meine Dissertation mit dem Titel ‘Ein Beitrag zu den Verfahren und der Qualitätsbeurteilung für hochwertige Musikcodierung’ verstaubt in der Bibliothek – oder die Technik wird ein Standard, der von Millionen Menschen genutzt werden wird.” Davon, was dann tatsächlich passierte, habe ich allerdings nicht zu träumen gewagt.

"Da ist eine Lawine ins Rollen geraten, die niemand mehr aufhalten kann": Die Audiomannschaft des Fraunhofer-Instituts in Erlangen aus dem Jahre 1987 mit (v. l.) Harald Popp, Stefan Krägeloh, Harmut Schott, Berhard Grill, Heinz Gerhäuser, Ernst Eberlein, Karlheinz Brandenburg und Thomas Sporer. © Quelle: Fraunhofer mp3
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Und der nächste Moment?

Das war 1998, als langsam das Gefühl aufkam: Da ist eine Lawine ins Rollen geraten, die niemand mehr aufhalten kann. Irgendwann habe ich in Hongkong das Schaufenster eines Elektronikladens fotografiert, in dem 20 oder 30 verschiedene mp3-Player zu sehen waren. Da wusste ich: Okay, wir sind durch. Die Sache ist klar.

Ihr Erlanger Doktorvater Seitzer hatte 1977 die Idee, Musik über das Telefonkabel zu übertragen. Und alle sagten: “Geht nicht.” Und dann kamen Sie. Welche Anwendung hatten Sie denn ursprünglich im Sinn? Ging es schon um Musik in der Hosentasche?

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Am Anfang ging es um digitale Musikübertragung über ISDN-Telefonleitung. 1987 erweiterten wir das Prinzip auf das digitale Radio DAB. Und als dann allmählich das Internet aufkam, zeigte sich schnell: Da ist viel mehr drin als digitales Radio. Deshalb waren wir auch nicht traurig, dass unser Verfahren bei der Auswahl des europäischen Radiostandards dann unterlegen war. Die Idee von Musik in der Hosentasche lag schon seit vielen Jahren in der Luft. Schon als ich noch studiert habe und es in der Mikroelektronik um das Mooresche Gesetz ging, wonach sich die digitale Speicherkapazität alle zwölf bis 18 Monate verdoppelt, konnte ich ganz leicht ausrechnen, wann die Speicherchips so leistungsfähig sein würden, dass ich Musikstücke auf einen Halbleiterchip packen kann.

Können Sie die Prinzipien, die sich das mp3-Verfahren zunutze macht, kurz erklären? Im Kern geht es darum, all die Daten, die das menschliche Hörsystem ohnehin nicht wahrnimmt, wegzulassen.

So ist es. Damals stand in allen Lehrbüchern, man könne zwar Bilder und Videos und Sprache komprimieren, aber auf keinen Fall Musik. Die sei viel zu empfindlich und komplex. Das war die Ausgangslage. Wir fragten uns: Wie können wir Musik so komprimieren, also die Datenmenge pro Musikstück so verringern, dass der Mensch keinen Unterschied hört? Als wir damals bei der Deutschen Forschungsgesellschaft Geld für die Grundlagenforschung beantragten, bekam ich von einem der anonymen Gutachter den Tipp, auf die sogenannten “qualitätsbestimmenden Parameter” zu schauen. Ich weiß bis heute nicht, wer das war. Das führte uns zu den Forschungen zur Psychoakustik des Münchener Professors Eberhard Zwicker – ein Bereich, der sonst im Studium nicht vorkam.

Diese Verbindung bahnte der Weg zur mp3?

Genau. Es geht darum, zu verstehen, wie das menschliche Gehör funktioniert, damit in unserem Encoder, der die Musik komprimiert, ganz ähnliche Dinge passieren wie im Innenohr. Auch im Innenohr werden ja nicht alle Daten über die Nervenfasern an das Gehirn weitergegeben. Das Gehirn gleicht Töne immer mit einer internen Referenz ab, es prüft quasi, was es kennt. Hinzu kommen sogenannte Maskierungseffekte: Wenn Sinneshärchen im Ohr zittern, werden die anderen Sinneshärchen automatisch auch angeregt. Das führt dazu, dass Töne einander überlagern und gar nicht wahrgenommen werden können. Das liegt an der Mechanik des Innenohrs. Daran haben wir uns orientiert, als es um die Frage ging: Bei welchen Daten können wir die Detailgenauigkeit reduzieren, ohne dass man es hört? Wo wäre eine gröbere Datenstruktur akzeptabel? Diesen Trick haben wir nicht in Erlangen erfunden. Wir waren nicht die Einzigen, die daran gearbeitet haben. Wir haben diese Erkenntnisse nur schneller zu konkreten Ergebnissen geführt und besser optimiert.

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Stimmt es, dass Sie in einem Erlanger Musikladen für 1000 Mark Schallplatten gekauft haben, um Komprimierungsmaterial zu haben?

Das stimmt. Wir hatten das Projekt beantragt und brauchten unbedingt bessere Lautsprecher, eine kleine Schallkabine und vor allem jede Menge Hörbeispiele. Also bin ich Platten kaufen gegangen: einfache Stücke, komplexe Stücke, Musik aus allen Genres, quer Beet. Wir wussten ja nicht, was funktionieren würde und, noch wichtiger, was nicht.

Welche Art Musik machte Ihnen denn am meisten zu schaffen?

Die kritischsten Stücke waren die, in denen Einzelinstrumente oder einzelne Stimmen zu hören waren, weil in diesen Fällen die Maskierungseffekte geringer sind. Außerdem reagiert das Gehirn anders darauf. Für die Komprimierung eignet sich Musik mit größerer Frequenzververteilung besser, in der quasi viel los ist: viel Orchester, ein vielschichtiger Popsong. Ganz einfache Töne sind schwieriger – wie eine Flöte, eine Oboe oder tieffrequente Streichinstrumente. Da hatten wir auch ganz fürchterliche Beispiele. Aber Suzanne Vega hat eigentlich alles getoppt.

Sie meinen das berühmte Beispiel von Suzanne Vegas Song “Tom’s Diner”, dessen A-capella-Intro mit “Da da da da...” zur Feinjustierung des psychoakustischen MP3-Modells diente. Worum ging es da genau?

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Das war eine besondere Herausforderung: dichte Töne, die das Ohr aber trotzdem sehr gut herausfiltern kann. Meine Dissertation war damals fast fertig und ich glaubte eigentlich: Ich bin durch, mein Verfahren funktioniert für jede Art von Musik. Aber dann las ich in einer HiFi-Zeitschrift, dass Suzanne Vegas Stimme zum Testen von Lautsprechern genutzt worden war. Ein Kollege hat dann die CD eingekauft, weil wir wissen wollten: Was passiert, wenn wir diese Musik komprimieren? Das Ergebnis war eine Katastrophe.

"Wenn Techniker zusammensitzen, kann man doch über Technik sprechen": Ein mp3-Feldtest während der Olympischen Spiele in Albertville 1992. © Quelle: Fraunhofer mp3

Und wie haben Sie das Problem gelöst?

Es gab zwei Lösungen. Die erste bestand in der Erkenntnis, dass das, was wir in der Fachliteratur über die Funktionsweise der Maskierung solcher spektralreichen Signale gelesen hatten, nicht wirklich gestimmt hat. Wir erkannten also, dass die Psychoakustik in diesen Fällen anders vonstatten geht, als es die damaligen Veröffentlichungen nahelegten. Wir haben dann ausprobiert, was passiert, wenn wir die tieferen Frequenzen sehr genau übertragen und bei den höheren Frequenzen dafür weniger komplex werden zugunsten eines geringeren Speicherplatzes. Das hat funktioniert. Damals war ich schon als Postdoc bei den AT&T Bell Labs in den USA. Ich weiß noch: Einen Gang weiter arbeitete ein ganz berühmter Psychoakustiker. Den habe ich gefragt, was zu tun sei, und er hat nur geantwortet: “Ich weiß es auch nicht. Niemand weiß es. Probier’s halt aus.”

Und die zweite Lösung bei “Tom’s Diner”?

Die bestand darin, die beiden Stereosignale links und rechts nicht unabhängig voneinander zu codieren, sondern das System dazu zu bringen, adaptiv den Zusammenhang zwischen links und rechts zu nutzen. Und wenn der Schwerpunkt der Stimme in der Mitte zwischen links und rechts war, wurde wie im alten FM-Rundfunk auf Summe und Differenz umgeschaltet. Verbunden mit der richtigen Ansteuerung gibt einem das nochmal die notwendigen Dezibel, damit es wirklich gut klingt. Entscheidend bei dieser Optimierung war damals Professor Jürgen Herre, der heute bei den AudioLabs in Erlangen arbeitet. Die Grundideen stammten aber zum Teil auch von anderen Forschern. Wie es so schön heißt in der Wissenschaft: “Standing on the shoulders of giants.” Früher habe ich das noch nicht verstanden, aber heute weiß ich: Wenn es irgendwo eine gute Idee gibt, nimm sie auf und baue sie ein. Man muss nicht aus fehlgeleitetem Ehrgeiz alles selbst entwickeln. Aber man muss ehrlich dabei sein und offen zitieren, wer verantwortlich ist und wo die Patente liegen. Das ist die viel bessere Idee, als zu versuchen, alleine die Welt zu erobern.

Es gab dann heftigen Streit um die mp3. Die Moving Pictures Experts Group (MPEG), die vor 25 Jahren über den endgültigen Standard zu entscheiden hatte, hatte damals aus drei Systemen zu wählen. Der mächtige Philips-Konzern hat 1995 mit allen Mitteln versucht, mit der mp2 ein eigenes System zur Komprimierung durchzudrücken. Haben Sie die Tricks und Finten damals irritiert?

Irritiert auf jeden Fall. Ich hatte damals die Illusion: Wenn Techniker zusammensitzen, kann man doch über Technik sprechen. Aber dann musste ich erleben, dass in einer Sitzung des Standardisierungsgremiums ein durchaus anerkannter Kollege aufgestanden ist und Dinge erzählte, die schlicht falsch waren. Und er musste das wissen, hat also gelogen.

Da ging es um Politik und Marktmacht und nicht um Wissenschaft.

Genau. Die MPEG hat sehr viele Hörtests veranstaltet. Und normalerweise hätte klar sein müssen: Über die Ergebnisse dieser Hörtests kann man sich kaum hinwegsetzen.

Ist die Bitterkeit von damals inzwischen ausgeräumt?

Überwiegend ja. Mit einigen Kollegen konnten wir sehr freundschaftlich sprechen, zum Beispiel mit denen vom Institut für Rundfunktechnik in München. Mit denen haben wir uns erst erbittert gestritten, aber das hat sich alles aufgelöst.

© Quelle: Fraunhofer mp3

Die Geschichte wird gern als David-gegen-Goliath-Kampf erzählt: mp3 gegen mp2. Warum hat sich die mp3 am Ende durchgesetzt? War die technische Überlegenheit ausschlaggebend?

Nein. Technische Überlegenheit allein ist in einem solchen Fall nicht entscheidend. Natürlich hilft sie, aber es hilft auch, wie man persönlich auftritt. Ich bin damals viel herumgereist und auf Podiumsdiskussionen aufgetreten, auf technischen und nicht ganz so technischen. Ich erinnere mich, dass bei einer Veranstaltung an der Westküste der USA, bei der es um die verschiedenen Verfahren ging, mal jemand aufstand und sagte, er habe unsere Arbeit jetzt lange verfolgt, “und wenn die Fraunhofer-Leute etwas sagen, dann stimmt das”. Wir hatten einen Vertrauensvorschuss. Der war sehr wichtig.

Es hält sich hartnäckig die Legende, dass Sie zwar hervorragende Wissenschaftler, aber nur mäßige Vermarkter waren. Warum hat die mp3 Sie nicht zum Milliardär gemacht?

Man soll das ja in Deutschland nicht sagen, aber wenn Sie von der Milliarde ein paar Nullen wegnehmen, dann stimmt die Rechnung. Ich konnte ohne Kredit ein Traumhaus bauen und meine eigene kleine Venture-Capital-Firma gründen.

Es sollen 20 verschiedene Patente hinter dem Verfahren stehen. Wie hoch sind die Lizenzgebühren, die Fraunhofer mit mp3 eingenommen hat?

Es waren um die 50 bis 100 Millionen Euro jährlich, über viele Jahre. Und es gibt in Deutschland Gesetze, auf welche Weise die Erfinder daran beteiligt werden. Das ist unser großer Vorteil. Ein Kollege bei Bell Labs in den USA hat zu einem anderen Patent nur ein Glückwunschschreiben seiner Firma bekommen nach dem Motto: Danke, dass Sie uns reich gemacht haben. Unsere Lizenzen unterschieden sich auch je nach Gerät. Irgendjemand aus unserem Team war so genial, in unseren Lizenzverträgen Computer so zu definieren, dass Smartphones nicht darunter fallen. Das brachte also Extrageld. Insgesamt haben alle Technologien rund um die mp3 mindestens eine halbe bis eine Milliarde Euro an Einnahmen gebracht.

2017 sind die letzten Patente zur mp3 ausgelaufen. Was bedeutet das für Ihr Konto?

Das bedeutet, dass inzwischen deutlich weniger Geld hereinkommt. Das Nachfolgeformat AAC, das ja auch wesentlich von uns mitentwickelt wurde und zum Beispiel bei Apple das Format der Wahl ist, ist allerdings noch nicht ganz ausgelaufen. Das ist aber nicht mehr lange hin.

Sie haben kurz in den USA gearbeitet, als Postdoc bei den Bell Labs. Und Sie sollen mit dem Gedanken gespielt haben, sich im Silicon Valley anzusiedeln und dort neue Technologien zu entwickeln. Aber die zündende Geschäftsidee fehlte. Warum sind Sie nie in die Wirtschaft gegangen? Sie hätten ein Elon Musk der Neunziger sein können.

Jein. Tatsächlich habe ich auf dem Höhepunkt der DotCom-Blase mit dem Gedanken gespielt, eine Firma in den USA zu gründen. Das war in den späten Neunzigerjahren. Damals hat dort jeder, der das Wort “Internet” buchstabieren konnte, zehn Millionen Dollar hinterhergeworfen bekommen. Die ersten Menschen, denen ich von der Firmenidee berichtete, hatten sogar schon gefragt: “Wie hoch dürfen wir einsteigen?” Aber für mp3 war damals alles schon gelaufen. Die Vermarktung war erledigt. Und ein neues Produkt gab es eben noch nicht.

Stattdessen sind Sie nach Ilmenau in Thüringen gegangen. Warum?

Ich kam aus den USA zurück und hatte den Wunsch, etwas anderes zu machen. Der Freistaat Thüringen hat mir dann angeboten, das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau aufzubauen – mit einer ähnlich guten staatlichen Anschubfinanzierung wie ich sie von VCs in den USA bekommen konnte. Das passte für mich alles zusammen. Es fühlte sich an wie eine neue Firma – aber ich konnte die Verbindungen nach Erlangen halten und mit früheren Kollegen zusammenarbeiten und das alles war in der direkten Umgebung einer sehr guten Universität (TU Ilmenau) mit einem genau zu unseren Themen passenden Studiengang (Medientechnologie) angesiedelt.

Am 10. August 1996 tauchte im Netz in einem IRC-Chat die erste raubkopierte mp3 auf: “Until It Sleeps” von Metallica. Sie waren nie Teil der Filesharing-Community, und Sie haben die Rechte der Künstler und Unternehmen immer verteidigt. Trotzdem hat die mp3 einen globalen Piraterieboom ausgelöst. 1999 ging die Musiktauschbörse Napster online, zwei Jahre später wurden dort jeden Monat zwei Milliarden Songs getauscht. Haben Sie die Musikindustrie zerstört oder gerettet?

Wir sind durchaus gewarnt worden. Ende 1994 sagte der britische Unternehmerkollege Ricky Adar: “Ist euch klar, was ihr getan habt? Ihr werdet die Musikindustrie zerstören.” Wir wussten, dass da ein ernsthaftes Problem entstehen könnte. Wir waren damals aber der Meinung, dass wir das gemeinsam mit der Musikindustrie in die richtigen Bahnen würden lenken können. Die Plattenfirmen haben sich allerdings eisern an ihre alten Geschäftsmodelle geklammert.

© Quelle: Fraunhofer mp3

Ursprünglich wollten Sie die Encodersoftware, die Musikstücke ins mp3-Format wandelte, für viel Geld an interessierte Entertainmentfirmen verkaufen. Aber 1997 kaufte ein australischer Student mit einer gestohlenen Kreditkartennummer ein solches Programm und stellte es frei verfügbar ins Netz – mit dem freundlichen Hinweis “thank you Fraunhofer”. Damit war Ihr Geschäftsmodell kaputt, oder nicht?

Richtig. Das hat nicht mehr funktioniert. Wir wollten den Encoder eigentlich teuer an die Musikindustrie vertreiben, verbunden mit einem Kopierschutz. Das war unser Angebot. Diese Bemühungen jedoch haben die Plattenfirmen mit dem Satz quittiert: “Was haben wir damit zu tun?”

Wie haben Sie auf diesen Diebstahl reagiert?

Wir haben großen Aufwand betrieben, um alle, die den Encoder auf ihre FTP-Server stellten, abzumahnen und sie darauf hinzuweisen: Leute, das ist gestohlene Software – wenn ihr die weiterhin zur Verfügung stellt, schicken wir euch den Staatsanwalt. Wir mussten aber lernen: Das hilft nichts. Das Problem kriegt man auf diese Weise nicht weg. Aber der Dieb hatte seine Spuren nicht gut verwischt. Ihn haben wir in Australien erwischt. Irgendwann war er sehr überrascht, als er plötzlich einen Juristen der Fraunhofer-Gesellschaft am Telefon hatte. Er ist dann auch verurteilt worden. Ich finde, wenn jemand eine gestohlene Kreditkartennummer verwendet, um etwas zu kaufen, dann muss das geahndet werden. Das ist Diebstahl. Unsere andere Reaktion war aber, das Geschäftsmodell zu ändern: Auch Encoder konnten, zum Beispiel als Teil der Music Match Jukebox einer amerikanischen Firma, sehr günstig erworben werden.

Die Plattenfirmen haben lange nichts mit der mp3 anfangen können. Die wollten weiter CDs für 20 Mark verkaufen.

Genau. Und das, obwohl wir selbst in Kontakt waren mit der Musikindustrie. Als 1997 die ersten Berichte darüber erschienen, dass sich an amerikanischen Colleges und Unis wie der Wind mp3s zum Download verbreiten, habe ich Kontakt zur Recording Industry Association of America (RIAA) in Washington aufgenommen. Es gab dann ein Gespräch. Das hat denen gezeigt, dass wir nicht die Bösen sind, die noch Öl ins Feuer gießen, sondern dass wir großes Interesse daran haben, das Geschäfts mit mp3s auf technisch elegante Weise zu legalisieren und zu verstetigen – und zwar zu vernünftigen Preisen. Dagegen wehrte sich die Industrie – bis Steve Jobs kam.

“Als die Profite dank illegaler Tauschbörsen zu schmelzen begannen, verhielt sich die Musikindustrie wie Nero im brennenden Rom: Sie holte die alte Leier heraus und tat so, als sei nichts passiert”, schrieb der Musikexperte Gareth Murphy. Sehen Sie das auch so?

Die Branche hat schon etwas unternommen. Sie hat ihre Juristen darauf angesetzt. Es gab dann ab Dezember 1998 auch die “Secure Digital Music Initiative”, die versucht hat, eine technische Lösung zu finden. Es gab in dem Konsortium aber Firmen, die nicht daran glaubten, dass man einen technischen Standard für den digitalen Musikverkauf festlegen könne. Das sei gegen den Wettbewerb. Ich hab den Leuten dort mehrfach ins Gewissen geredet: Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten – entweder, ihr einigt euch auf einen vernünftigen, einfachen und für die Leute begreifbaren Standard, oder mp3 wird gewinnen, und zwar ohne jeden Kopierschutz und ohne einen Dollar Gewinn. Aber man hat damals nicht auf uns gehört.

Im Mai 1998 kam der erste MP3-Player für Privatkunden auf den Markt: der MPMan F10 des koreanischen Herstellers Saehan mit gerade einmal 32 Megabyte Speicher. Das heißt: Mehr als fünf Songs passten nicht drauf. Dabei hatten Sie schon 1994 einen MP3-Player gebaut. Was war das für ein Gerät?

Das war ein Prototyp. Damals gab es den allerersten mp3-Decoderchip von der 1952 gegründeten Freiburger Firma Intermetall, einem der ältesten deutschen Unternehmen für Halbleiterbauteile. Bei der Programmierung des Codes haben wir geholfen. Irgendwann kam die Nachricht: Jetzt könnten wir das Ding testen. Also ist jemand mit einem Board, auf den dieser Prozessor gelötet war, von Freiburg zu uns nach Erlangen gefahren. Und Professor Heinz Gerhäuser, der Chef unserer Entwicklergruppe und spätere Fraunhofer-Institutsleiter, sagte: Okay, wenn es uns gelingt, heute noch Musik zu hören aus diesem Gerät, dann tragen wir den Martin Dietz aus unserem Team, der hauptverantwortlich war für diese Programmierung, auf einer Sänfte ums Institut. Und womit niemand gerechnet hatte: Nach ein paar Workarounds konnten wir tatsächlich Musik hören. Am selben Tag. Also haben wir aus zwei langen Latten eine Sänfte gebaut und Martin ums Haus getragen.

Der erste kommerzielle mp3-Player für Endkunden: Das Modell "MPMan F10" des koreanischen Herstellers Saehan aus dem Mai 1998 - mit gerade einmal 32 MByte Speicher. Etwa fünf Songs passten darauf. © Quelle: Fraunhofer mp3

Dieser mp3-Player hatte aber noch gar keinen Speicherplatz.

So ist es. Wir haben dann für einige Messen noch einen Speicher auf diesen Chip gesetzt. Es handelte sich um die gigantische Menge von einem Megabyte. Damit konnte man einen Viertelsong hören. Das ganze Ding wog mit seinen dicken Monozellen als Batterien plus Kopfhöreranschluss mindestens ein Kilogramm. Aber es war ein Gerät ohne bewegliche Teile, das Musik abspielen konnte.

Ein früher Meilenstein auf dem Weg zu dem, was heute Milliarden Menschen in der Tasche haben. Aber warum waren die ausländischen Konzerne schneller als die Deutschen bei der Entwicklung eines serienreifen mp3-Players?

Es gab damals schon nicht mehr so viele Firmen in Deutschland, die Unterhaltungselektronik herstellten. Dieses Geschäft war schon überwiegend nach Fernost ausgelagert. Bei Siemens allerdings gab es einzelne Leute, die den richtigen Riecher hatten. Siemens hat mit viel Aufwand dann 2001 mit dem SL45 das erste Handy mit eingebautem mp3-Decoder auf den Markt gebracht. Aber es hat sich nicht durchgesetzt.

Erst als Apple-Chef Steve Jobs 2003 den iTunes Music Store eröffnete, zwei Jahre nach der Präsentation des ersten iPod, begann der Siegeszug des digitalen Musikverkaufs. Was hat er richtig gemacht?

Marketing. Der iPod hat vor der Eröffnung des Music Store ja im Prinzip nicht anders funktioniert als alle damaligen vergleichbaren Geräte: Man hatte auf seinem PC ein Musikverwaltungsprogramm, das man mit CDs gefüttert hat, um die Dateien auf den Player zu überspielen. In Deutschland war das von Anfang an legal, in den USA war diese Frage noch etwas länger umstritten.

Steve Jobs soll in Verhandlungen mit Warner-Managern zu iTunes mal gebrüllt haben: “Sie haben doch ihren Kopf im Arsch.” Können Sie diesen Zorn über die Dickfelligkeit der Branche verstehen?

Ja, das kann ich. Ich habe ihn nie persönlich getroffen. Aber nach allem, was ich über ihn gehört habe, könnte das passen. Aber man muss auch sagen, dass es durchaus Versuche gab für kommerzielle digitale Musikplattformen, zum Beispiel MOD (Music on Demand) von der Deutschen Telekom. Da konnte man Musik über ISDN herunterladen – also die uralte Idee meines Doktorvaters Seitzer. Aber die Industrie hat immer darauf geachtet, dass das auf keinen Fall günstiger sein darf, als wenn man in den Laden geht und eine CD kauft. Ein großer Fehler.

Ihren Beitrag zur Befreiung der Musik haben Steve Jobs oder Apple nie öffentlich gewürdigt. Aber so ganz unbedeutend für die Milliarden von Apple sind Sie ja nicht. Wie geht es Ihnen damit?

Wenn man im iPod die Lizensierungshinweise nachliest, findet sich dort neben all den Patenten auch der Hinweis: “Software licensed by Fraunhofer IIS Erlangen”. Andere Firmen haben uns solche Credits auch versprochen und sich nie daran gehalten. Bei Apple hat das geklappt.

Ihre Erfindung hat auch massive kulturelle Folgen. 130 Jahre lang war Musik auf Trägermedien gespeichert – auf Schellackplatten, Magnetbändern, Vinylscheiben, auf liebevoll zusammengestellten Mixkassetten, auf CDs. Joachim Ringelnatz hat die Schallplatte das “Karussell der geistigen Welt” genannt. Heute liegt Musik dank Ihnen quasi einfach in der Luft, wie Sauerstoff. Musik ist entgegenständlicht, ein amorpher Datensatz aus Nullen und Einsen. Ist das nicht auch bedauerlich?

In keinster Weise. Es eröffnet neue Möglichkeiten für sehr viele Menschen. Über die Jahre hinweg habe ich immer wieder auch professionelle Musiker getroffen. Die haben sich immer gefreut über diese neuen Möglichkeiten. Niemand hat sich beschwert. Auch wenn sie noch so sehr gegen Raubkopien waren – die Technologie selbst fanden sie immer klasse. Die Befreiung der Musik ist eine Nebenwirkung der Technologie, aber es ist eine Nebenwirkung, auf die wir sehr stolz sind.

Glauben Sie, dass es bei der Debatte um die Klangqualität in audiophilen Kreisen eher um Psychologie und Glaubensfragen ging?

Kurze Antwort: ja, das glaube ich. Aber auch bei mir hat sich bei der Frage nach der Qualität etwas verändert. Heute sage ich: Die mp3 war an bestimmten Stellen ein politischer Kompromiss, und das hat man auch in der Tonqualität gelegentlich gemerkt. Man kann das an bestimmten Musikstücken demonstrieren, wenn sie kodiert und dekodiert werden und man das Gehör ein bisschen trainiert hat. Kann man den Unterschied hören? Ja, das kann man. Die mp3 ist nicht perfekt.

Bisher haben Sie immer gesagt, man könne den Unterschied nicht hören.

Nein, ich habe immer gesagt: In normalen Hörumgebungen ist kein Unterschied festzustellen. Im Zug oder im Flugzeug ist die mp3 gut genug. AAC war dann ja auch für Apple das Format der Wahl. Und da bleibt bei höheren Bitragen in all den Blindtests, die wir gemacht haben, wirklich kein Unterschied mehr übrig.

Klingt Vinyl nicht doch wärmer und vertrauter?

Da gibt es eine sehr schöne Untersuchung der University of Huddersfield in England. Dort wurde Testpersonen eine Aufnahme von einem Schallplattenspieler vorgespielt. Parallel lief dieselbe Aufnahme auf einem digitalen Server. Die Tester konnten hin- und herschalten, und die Probanten sollten sagen, was besser klang: Vinly oder digital. 60 Prozent der Teilnehmer sagten hinterher, dass Vinyl besser klinge. Was die Leute aber nicht wussten: Beide Signale waren identisch, von der Platte kam nur ein Code, um das Abspielen zu steuern. Auf der Vinlyplatte war nur am Anfang leichtes Knistern zu hören, damit es realistischer klang. Ergebnis: Beim Hören spielen Erwartungen eine große Rolle. Ich rechne also damit, dass Vinyl vom Plattenteller besser klingen muss – deshalb hört es sich subjektiv auch besser an. Ich habe nichts dagegen, dass Menschen schwere Vinylplatten und teure Kabel für ihre Stereoanlage kaufen und überzeugt sind, die Qualität sei besser. Es fühlt sich für sie so an, das ist völlig in Ordnung.

Wundern Sie sich manchmal, dass sich die mp3 bis heute gehalten?

Sie ist halt das Format, das überall spielt. Das ist ihr großer Vorteil. Die enorme Verbreitung.

Wohin geht denn die Entwicklung? Heute ist Speicherplatz billig, die Bandbreite von Internetverbindungen steigt ständig. Glauben Sie, dass am Ende wieder das RAV-Format, also das ursprüngliche CD-Format, für Musikübertragung genutzt werden wird?

Das hängt von der Anwendung ab. Und es gibt immer noch genug Anwendungen, bei denen die Dateigröße oder die Übertragungsgeschwindigkeit eine Rolle spielen. Die Bitrate dessen, was heute im privaten Audiobereich als perfekt empfunden wird, ist zwar immer weiter angestiegen. Auf der anderen Seite aber gibt es mp3-Nachfolger wie das neuere Verfahren Unified Speech and Audio Coding (USAC), die auf sehr niedrige Bitraten ausgelegt sind, zum Beispiel für das ameriklanische Digitalradio. Das erfordert nur 48 Kilobit pro Sekunde für ein Stereosignal. Die Bandbreite dessen, was benötigt wird, ist sehr vielfältig. Wo die Kodierung schon nach kurzer Zeit keine Rolle mehr spielte, ist der Studiobereich. Und das würde ich auch dringend empfehlen. Alles, was Umwandlung von einem Format ins andere bedeutet, ist schädlich für die Qualität. Es gibt ja Menschen, die sagen: mp3 klingt nicht so gut, dann codiere ich den Song mal um in AAC, dann muss es doch besser klingen! Das ist eine ganz dumme Idee.

Sie gelten als früher Protagonist des Nerdtums, das in der Popkultur längst allgegenwärtig ist. Bei Wikipedia steht schlicht: “Karlheinz Brandenburg, Techniker”. Sie sollen kein Freund des Scheinwerferlichts sein, sondern lieber über “polyphasische Quadratur-Filterbänke” sprechen.

Wenn jemand behaupten würde, dass ich nicht stolz bin auf das, was ich getan habe und dass ich es nicht manchmal genieße, in der Öffentlichkeit zu stehen, wäre das die Unwahrheit. Ich versuche aber immer, konsequent und ehrlich zu sein. Ich habe bestimmt viel richtig gemacht, das haben andere aber auch getan. Ich hatte zusätzlich noch Glück.

Der Musikfachmann Stephen Witt schreibt in seinem Buch “How Music got free” sehr putzige Dinge über Sie. Ich zitiere: “In seiner Persönlichkeit vereinen sich zwei starke, für ein extrem nüchternes Wesen sorgende Kräfte: die natürliche Skepsis des Ingenieurs und der spießige, nationalspezifische Konservativismus, der selbst von den Einheimischen oft als “typisch deutsch” bezeichnet wird.” Fühlen Sie sich korrekt charakterisiert?

Vielleicht gilt das für eine bestimmte Zeit in meinem Leben. Politisch gesehen wäre Konservativismus sicher falsch. Und was das Nerdsein angeht: Ich habe schon verstanden und meinen Leuten auch immer gesagt: Gut zu sein reicht nicht, stellt euer Licht nicht unter den Scheffel, sondern sprecht darüber, wenn etwas gelungen ist.

Sie waren bei den Pfadfindern und im Landesjugendkonvent der evangelischen Jugend in Bayern aktiv. Hat das in irgendeiner Weise geholfen in Ihrer Karriere?

Ja. Als Gruppen- oder Regionsleiter hat man es zum Beispiel immer mit Freiwilligen und Ehrenamtlichen zu tun. Das ist anders als in einer Firma. Das bedeutet: Man muss die Menschen überzeugen. Das habe ich früh gelernt. Außerdem hat mich der christliche Glauben mit einem Urvertrauen ausgestattet. Viele Mitarbeiter sagten mir später: Wir haben uns damals immer gewundert, warum du sagtest, wir würden ganz bestimmt erfolgreich sein mit der mp3, obwohl wirklich alle Zeichen gegen uns standen. Das hat vielleicht mit dem christlichen Hintergrund zu tun. Und mein Umgang mit Menschen wird sicher auch vom christlichen Menschenbild geprägt. Obwohl mir durchaus auch Leute Ungeduld nachgesagt haben.

Lassen Sie uns über Mathematik sprechen. Worin liegt die Schönheit dieser Wissenschaft?

Über die Jahrhunderte gab es immer eine Symbiose zwischen Mathematik und Musik. Wer Musik liebt, liebt oft auch elegante Lösungen und Darstellungen in der Mathematik. In beidem liegt eine bestimmte verwandte Ästhetik. Viele Menschen, die nur Formeln sehen, können das nicht nachvollziehen. Ich bin auch kein großer Mathematiker geworden, aber die Suche nach einer mathematischen Lösung fühlt sich auch bei mir im Kopf an wie ein Bild, das entsteht. Es ist ein kreativer Prozess. Und, ganz wichtig: Genug Mathematik macht komplizierte Dinge einfacher. Das ist ein Phänomen.

Sie sind heute als Protagonist einer Erfolgsgeschichte auch Repräsentant der deutschen Forscherwelt. Was raten Sie der deutschen Wissenschaft?

Der Technologiestandort Deutschland ist viel besser als sein Ruf. Kleines Beispiel: Um 1990 gab es einen TV-Bericht über Forschungen im Medienbereich an der US-Westküste, und als ich den sah, dachte ich: Liebe Leute, das ist ja schön und gut, was ihr da zeigt – aber in diesem Bereich sind wir in Deutschland längst weiter. Diese Wahrnehmung ist deutlich besser geworden.

Aber zeigt das nicht auch: Amerikaner sind besser darin, sich zu vermarkten?

Das habe ich ja versucht, zu ändern. Wir müssen offensiv darüber sprechen, wenn wir etwas gut können.

Deutsche Ingenieure erfinden die Standards, Asien stellt die Geräte her, Amerikaner verdienen das Geld damit. Ist da etwas dran?

Nicht in dieser Absolutheit, aber natürlich haben wir bestimmte strukturelle Nachteile. Zum Beispiel braucht es Wagniskapital, um Projekte vorantreiben zu können. Und diese Summe ist in den USA mehr als zehnmal so hoch wie bei uns. Das ist natürlich ein Wettbewerbsnachteil. Als ich 1991 aus den USA zurückkam, hätte ich ein Haus verpfänden müssen, um einen Kredit zur Firmengründung zu bekommen. Ich hatte kein Haus, also gab es keinen Kredit.

Warum ist Ihre Geschichte noch nicht verfilmt worden?

Ich weiß es nicht. Vor zehn Jahren gab es schon mal eine Anfrage aus Norddeutschland. Aber daraus ist dann nichts geworden. Die Leute haben sich nicht mehr gemeldet. Wichtig ist aber nicht so sehr meine Person, sondern die ganze Geschichte mit allen, die dabei waren.

Und falls es doch mal so kommt: Welcher Schauspieler sollte Sie spielen?

Ich bin jemand, der eher Musiker kennt als Filmschauspieler.

Herr Brandenburg, vielen Dank für das Gespräch.

Der Forscher Karlheinz Brandenburg (66) hat Elektrotechnik und Mathematik studiert und promovierte 1989 zum Thema Musikkodierung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Danach forschte er am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen sowie an den Bell Laboratories von AT&T in den USA. Für die Erfindung des MP3-Formats wurden Brandenburg, der Teamleiter Heinz Gerhäuser und sieben weitere Fraunhofer-Ingenieure vielfach ausgezeichnet: Harald Popp, Stefan Krägeloh, Hartmut Schott, Bernhard Grill, Ernst Eberlein, Thomas Sporer und Jürgen Herre. Seit 2004 leitete Brandenburg das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau. In diesem Jahr ging er in den Ruhestand.

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