Droht wegen der EU das Ende von Apples Lightning-Adaptern?

  • Das Europäische Parlament diskutiert die Einführung eines verpflichtenden Standards für Elektronikladegeräte.
  • Dagegen hatte sich Apple zuletzt vehement gewehrt – um den Lightning-Adapter zu retten.
  • Geht es nach einigen Parlamentariern, könnte das in Zukunft schwerer werden.
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Im Europäischen Parlament wird derzeit über Ladegeräte für Smartphones und andere Elektronik debattiert – genauer gesagt über die Frage, wie sich dabei Standards schaffen lassen. Eigentlich wollte die Europäische Union das den Herstellern überlassen. Doch offenbar wurde das Ziel verfehlt.

„Die freiwillige Vereinbarung der Akteure aus der Industrie hat nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht“, heißt es nun in der Vorlage des Europäischen Parlaments für die heutige Sitzung. In der wollen einige Parlamentarier die Etablierung eines verpflichtenden Standards für die Ladegeräte von Smartphones und anderen Geräten besprechen.

Hintergrund ist das Ladekabelchaos, das viele Verbraucher über Jahre geplagt hat. Zuletzt hatte sich USB als freiwilliger Standard weitgehend durchgesetzt, viele Geräte können damit angeschlossen werden.

Vor allem Apple setzt als großer Hersteller aber weiterhin auf ein eigenes Steckerformat. Der sogenannte Lightning-Adapter ist dabei proprietäre Technologie, er kann nicht ohne Weiteres in anderen Geräten verbaut werden.

Apple befürchtet Unmengen Elektroschrott

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Lightning sei mittlerweile bei mehr als einer Milliarde Apple-Geräten im Einsatz, betont Apple allerdings – und spricht sich gegen andere, verpflichtende Standards aus. „Diese würden in nie da gewesenen Mengen Elektroschrott resultieren“, befürchtet man bei dem Techkonzern für den Fall, dass Lightning abgeschafft werden muss.

Bis die EU-Kommission oder das Europäische Parlament möglicherweise durchgreifen werden, wird es noch eine Weile dauern. Ein Termin für eine Abstimmung zu dem Thema steht im Europäischen Parlament noch aus. Die EU-Kommission prüft außerdem explizit, ob auch eine Überarbeitung des bisherigen Systems freiwilliger Standards infrage kommt.

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RND/hö