Twitch sperrt berühmten Streamer Dr Disrespect

  • Die Streamingplattform Twitch hat eines seiner prominentesten Gesichter offenbar dauerhaft gesperrt.
  • Die Seite von Dr Disrespect ist nicht mehr erreichbar.
  • Über die Hintergründe für den Bann schweigen der Streamer und die Plattform bisher.
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Einer der größten Streamer der Plattform Twitch ist am Donnerstag unverhofft gesperrt worden. Seither ist die Seite des erfolgreichen Gamers Herschel “Guy” Beahm alias Dr Disrespect nicht mehr aufrufbar. Wie unter anderem “The Verge” berichtet, handelt es sich dabei nicht um eine temporäre Sperre sondern einen permanenten Bann.

Dr Disrespect zählt zu den bedeutendsten Streamern der Plattform. Stets mit Perücke, Schnurrbart und Sonnenbrille bekleidet, spielte sich der 38-Jährige durch Klassiker wie “Fortnite”, “Playersunknown’s Battlegrounds” und “Call of Duty”. Insgesamt konnte er mehr als vier Millionen Follower auf seinem Kanal vereinen. Erst vor drei Monaten unterschrieb er einen exklusiven Zwei-Jahres-Vertrag mit Twitch.

Warum der Streamer nun ohne Ankündigung verbannt wurde, hat die Plattform bisher nicht begründet. Gegenüber der Gamingwebseite “Kotaku” erklärte Twitch lediglich: “Wie es unser Vorgehen ist, ergreifen wir geeignete Maßnahmen, wenn wir Belege dafür haben, dass ein Streamer gegen unsere Community-Richtlinien oder Nutzungsbedingungen verstoßen hat. Dies gilt für alle Streamer, unabhängig von ihrem Status oder ihrer Bekanntheit.” Welche Richtlinien dabei überschritten wurden, ist allerdings nicht bekannt. Erste Follower sollen laut “Kotaku” ihre Zahlung für kostenpflichtige Abonnements erstattet bekommen haben. Auch die speziellen Dr-Disrespect-Emojis wurden von der Plattform gelöscht.

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Sexismus und Beleidigung auf Twitch: Plattform kündigt Konsequenzen an

Zunächst vermuteten einige Quellen einen sogenannten DMCA (Digital Millenium Copyright Act)-Takedown, also dass Beahm gegen Urheberrechtsverletzungen verstoßen habe. Doch der Journalist Rod Breslau, ein Insider der Gamingbranche, twitterte, die Sperrung habe andere Gründe. Der Bann folgte nur wenige Tage nachdem Twitch angekündigt hatte, härter gegen Streamer vorgehen zu wollen, die Beleidigungen und Hass verbreiten und gegen die Richtlinien der Plattform verstoßen.

Zuvor hatten vor allem weibliche Streamerinnen Probleme mit sexistischen Beleidigungen auf Twitch gemeldet. In Form einer Protestaktion unter dem Hashtag #Twitchblackout riefen in der vergangenen Woche zahlreiche Nutzer dazu auf, die Plattform für einen Tag zu meiden, um darauf aufmerksam zu machen. Ob konkrete Sexismusvorwürfe gegen Dr Disrespect vorliegen, ist nicht bekannt.

Rassismusvorwürfe gegen Dr Disrespect

Der Streamingstar war im vergangenen Jahr bereits für einen kurzen Zeitraum gesperrt worden, nachdem er bei der Spielemesse E3 eine Videosequenz aus einer Toilette filmte. Auch in jüngerer Zeit machte Beahm mit kontroversen Aussagen auf sich aufmerksam. So empfanden Zuschauer einige seiner Parodien als rassistisch. Zudem verbreitete er über seinen Stream Verschwörungstheorien zur Coronavirus-Krise. Er blendete dabei unter anderem ein Video ein, das einen vermeintlichen Zusammenhang zwischen dem Virus und der 5G-Mobilfunktechnologie herstellt.

Auf Twitter meldete sich Dr Disrespect am Wochenende selbst zu Wort. Allerdings lässt auch seine Stellungnahme die Follower weiterhin ahnungslos zurück. “Twitch hat mich nicht über die genauen Gründe für seine Entscheidung informiert... Ein kräftiger Handschlag für alle, die mich während dieser schwierigen Zeit unterstützen.”

RND/mkr

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