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Digitaler Kassenbon: Anbieter fordern einen einheitlichen technischen Standard

  • Digitale Kassenzettel sind eine Alternative zu ausgedruckten Bons.
  • Doch einen Standard für die Digitalversion gibt es bislang nicht: Es konkurrieren verschiedene Verfahren.
  • Ein Entwickler schlägt beispielsweise vor, dass jeder registrierte Nutzer für sein Handy einen eigenen QR-Code zum Scannen bekommt.
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Bremen/Hannover. Eigentlich ist die Branche einer einheitlichen Lösung nicht abgeneigt. „Lasst uns eine Norm schaffen, die dann alle nutzen können!“, sagte Amir Karimi, Geschäftsführer der Softwareschmiede A&G in Bremen. Seine Firma hat eine App namens Admin entwickelt, mit der sich Kunden Kassenbons aufs Smartphone schicken lassen können. Die Markteinführung soll im Mai sein.

In Hannover besuchte der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) an diesem Donnerstag einen weiteren Entwickler digitaler Kassenbons, das Startup epap.

Digitaler Kassenbon: Nutzung von QR-Codes könnte eine Lösung sein

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Beispiele der unterschiedlichen technischen Lösungen: Bei Karimis App Admin soll jeder registrierte Nutzer für sein Handy einen eigenen QR-Code bekommen, der beim Bezahlen an einer Kasse mitgescannt wird. So kann der Käufer Bons abrufen und in der App verwalten. Bäckereien in Braunschweig testen ein umgekehrtes Verfahren der örtlichen Firma Kamphenkel Datensysteme. Dort ist der Digitalbon über einen QR-Code abrufbar, den der Kunde mit seinem Handy erfassen muss.

Ein Vorteil ist, dass der Kunde nicht in einem bestimmten System registriert sein muss. Dafür bekommt er aber keine Software zur Verwaltung der Bons. Kamphenkel-Geschäftsführer Marc Kamphenkel sagt, er sei sehr für eine Vereinheitlichung der Verfahren.

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Standardisierung der E-Bons könnte Entwicklung des Markts beeinträchtigen

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Doch selbst, wenn die Hersteller für einen Standard bei E-Bons sind, ist doch die Bundesregierung dagegen. Das antwortete das Finanzministerium auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. „Nahezu wöchentlich treten neue Anbieter am Markt auf oder entwickeln Ideen für elektronische Belege“, schrieb die Parlamentarische Staatssekretärin Sarah Ryglewski (SPD). Eine Standardisierung könnte diese Entwicklung beeinträchtigen. Es solle „ein möglichst diverser Markt für elektronische Belege“ entstehen.

„Die Bonpflicht ist an sich eine gute Sache“, sagt Geschäftsführer Karimi in Bremen. Es sei wichtig, etwas gegen Schattenwirtschaft und Steuerhinterziehung zu tun. Seine App solle erreichen, dass weder der Handel noch die Kunden künftig noch Belege auf Papier brauchen. So werde umweltschädliches Thermopapier eingespart. Kosten würden gesenkt. Statt 3 Cent für einen Papierbeleg koste ein digitaler Bon den Handel nur einen Cent.

RND/dpa

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