Deep Nostalgia: KI erweckt alte Familienfotos zum Leben

  • Geliebten Verwandten, die längst verstorben sind, oder auch nie real gewesenen Personen kann zumindest kurzzeitig Leben eingehaucht werden.
  • Mit dem KI-Programm Deep Nostalgia werden Bilder, egal ob alte Familienbilder oder Gemälde, zu lebensechten Animationen.
  • Vor allem in sozialen Netzwerken geht das Tool viral und die Menschen tauschen ihre gruseligen, witzigen oder auch sehr emotionalen Erfahrungen darüber aus.
Melina Runde
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Hannover. Jeder kennt diese alten Bilder von Verwandten, die bei den Großeltern an der Wand hängen oder in irgendeinem uralten Fotoalbum verstauben. Beim Blick auf solche Bilder kommen meist einige Fragen auf: Wie waren diese Personen wohl im wahren Leben, womit haben sie ihr Geld verdient und was ist ihr Geschichte? Mit einem neuen Programm kann diesen Fragen zumindest ein Stück weit auf den Grund gegangen werden. Die Software Deep Nostalgia der Ahnenforschungsplattform My Heritage erweckt längst verstorbene Menschen für einen kurzen Augenblick wieder zum Leben.

Gemälde werden zu Personen

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Egal, ob ein alter Verwandter, den man sehnlichst vermisst oder dem man gar nie begegnet ist, berühmte Gemälde oder Personen der Zeitgeschichte. Deep Nostalgia gibt zumindest für einen kurzen Moment einen Einblick in die Mimik der Person auf dem Bild. Auch wenn die Meinungen darüber auseinandergehen, wer die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci wirklich war und ob sie eine reale Person darstellt – das Programm lässt es zumindest so erscheinen, als würde sie einem direkt gegenüberstehen.

Das Programm verbreitet sich wie ein Lauffeuer

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Aktuell gehen die Erfahrungen mit dem Tool durch alle sozialen Netzwerke, wie auf Instagram und Twitter. Auch der amerikanische Talkshow­moderator Jimmy Kimmel berichtet begeistert in seiner Show, wie er und sein Team mit dem Programm experimentiert und seinen Urgroßvater aus dem 19. Jahrhundert animiert haben. Für die einen ist das eine witzige und auch gruselige Spielerei, bei der das Lieblingsgemälde, bekannte Wissenschaftler oder sogar Memes zum Leben erweckt werden. Für andere sind diese nahezu lebensechten Bewegungen der Bilder eine eher emotionale Erfahrung: Einige teilen Videos von längst verstorbenen Kindern oder Eltern.

Doch wie funktioniert dieses Programm? Dahinter steckt eine Art künstliche Intelligenz. Die lizenzierte Software von My Heritage läuft mithilfe einer Deep-Learning-Technik. Diese verwendet mehrere Treiber, also einzelne Videos, die bestimmte Abfolgen von Bewegungen und Gesten beinhalten. Beim Hochladen eines Bildes greift das Programm auf diese Datenbank zurück und wendet einen passenden Treiber für das Bild an. Daraus entsteht das Video. „Der Treiber steuert die Bewegungen in der Animation, sodass Sie sehen können, wie Ihre Vorfahren lächeln, zwinkern und den Kopf drehen“, heißt es von My Heritage. Die Plattform verkauft auch weitere Erforschungsmöglichkeiten der eigenen Familiengeschichte wie DNA-Tests oder Forschungen zum Familien­stammbaum.

Der Selbstversuch mit vertrauten Menschen zeigt allerdings auch die Grenzen der Algorithmen auf. Wohlbekannte Gesichter verziehen da teilweise ihre Münder zu Fratzen, die mit der Originalmimik nicht das Geringste zu tun haben. Da bleibt manche positive Erinnerung doch die bessere Lösung.

Nutzer verlieren beim Hochladen nicht die Urheberrechte an den Bildern

Wer diese Technik mit eigenen Familienbildern ausprobieren möchte, muss sich zunächst auf der Seite anmelden. Die ersten fünf Animationen sind kostenlos möglich, danach muss ein Abo abgeschlossen werden. Zum Datenschutz der Bilder verspricht die Plattform, die Bilder nicht an Dritte weiterzugeben, und sie sagt einen Schutz der Privatsphäre zu. Außerdem verliere man mit dem Hochladen der Bilder nicht das Urheberrecht daran und auch das Video gehöre den Nutzern selbst und nicht My Heritage. So zumindest die Aussage der Onlineplattform.

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