Datum beschlossen: Vodafone schaltet 3G-Netz ab

  • “Nicht mehr zeitgemäß”: Der Netzanbieter Vodafone hat angekündigt, den 3G-Standard künftig abzustellen.
  • Stattdessen soll der Ausbau von 5G vorangetrieben werden.
  • Was ändert sich für Kunden?
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Vodafone will sein 3G-Mobilfunknetz in Deutschland Ende Juni 2021 abschalten. Das bisher dafür genutzte Frequenzspektrum solle stattdessen für den LTE-Datenfunk (4G-Standard) verwendet werden, kündigte der Telekommunikationskonzern am Donnerstag an. Der vor fast zwei Jahrzehnten eingeführte 3G-Standard – auch als UMTS bekannt – sei nicht mehr zeitgemäß, hieß es zur Begründung. Über ihn liefen nur noch fünf Prozent des Datenverkehrs im Mobilfunknetz von Vodafone. Die bisherigen Antennen bleiben bei der “Umwidmung” zu 4G montiert. Die notwendige zusätzliche Ausrüstung soll von den beiden Vodafone-Lieferanten Ericsson und Huawei kommen.

Mit UMTS, das im Jahr 2001 eingeführt wurde und mit dem erstmals mobiles Internet auf dem Handy möglich war, sind Übertragungsraten bis zu 42 Mbit/s möglich. Um ein Vielfaches höher sind die Geschwindigkeiten mit LTE; hierbei werden Daten mit bis zu 500 Mbit/s heruntergeladen. Auch ist die Netzabdeckung auf einer größeren Fläche gesichert. Laut Vodafone seien mittlerweile 98 Prozent des Landes mit LTE versorgt. Noch schneller geht der Download übrigens beim neuen 5G-Standard mit Raten bis zu 1 Gbit/s.

3G-Ende: Wer ist betroffen?

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Von der Umstellung betroffen sind meist Nutzer älterer oder simpler Smartphone-Modelle. Generell sollten Smartphones, die nach 2013 verkauft worden sind, 4G-kompatibel sein. Ob ein Handy über die LTE-Technologie verfügt, kann in den Netzeinstellungen überprüft werden. Ist dort der Menüpunkt LTE/4G nicht zu finden, ist die mobile Datennutzung künftig nicht mehr möglich. Auch Inhaber von Prepaid- und Discounter-Verträgen müssen sich auf einen Wechsel einstellen. Die genauen Konditionen finden sich in den Vertragsunterlagen.

UMTS-Abschaltung: Was müssen Kunden wissen

Kunden, die bisher nur 3G-Verträge hatten, werden auf LTE (4G) umsteigen oder für Telefonate auf das 2G-GSM-Netz zurückgreifen müssen. Dieses werde weiterhin aktiv bleiben – es wird unter anderem für die Kommunikation zwischen Maschinen genutzt. Vodafone will betroffene Kunden in den kommenden Monaten über den Wechsel informieren. Für die drängendsten Fragen hat Vodafone auf seiner Webseite eine FAQ-Liste zusammengestellt. Auch können sich Kunden in den Vodafone-Shops über die Umstellung auf LTE informieren.

Wie schalte ich LTE an meinem Smartphone ein?

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Wer ein LTE/4G-fähiges Gerät besitzt, kann den verwendeten Netzmodus selbst einstellen. Bei iOS-Hardware erfolgt die Aktivierung über Einstellungen > Mobiles Netz > Datenoptionen > Sprache & Daten > 4G & VoLTE aktivieren. Auf den meisten Android-Geräten findet sich der Punkt unter Einstellungen > Verbindungen > Weitere Einstellungen > Mobile Netzwerke > Netzmodus > LTE/WCDMA/GSM.

Was bedeutet VoLTE?

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Mit Voice over LTE (VoLTE) sind Sprachanrufe über das 4G-Netz gemeint. Im Vergleich zu 2G oder 3G ermöglicht die Technologie eine verbesserte Qualität der Anrufe und einen verringerten Stromverbrauch. Auch werden die Verbindungen schneller aufgebaut. Der Gebrauch von VoLTE ist nur möglich, wenn die technischen Voraussetzungen des Endgeräts gegeben sind. Vodafone plant, den Service bald auch Prepaid-Kunden zu ermöglichen.

Telefónica und Telekom: Wie sieht es bei anderen Anbietern aus?

Auch die Telekom hat durchblicken lassen, dass ein baldiges 3G-Ende bevorsteht. In seinen AGBs garantiert das Telekommunikationsunternehmen den UMTS-Standard nur noch bis Ende 2020. In einer Pressemitteilung zum 5G-Ausbau hieß es, dass das 3G-Netz vorerst bis auf Weiteres bestehen bleibe. Einen festen Termin für den letztendlichen Umstieg gibt es noch nicht. Bei Telefónica ist noch kein genauer Zeitpunkt bekannt. Das Unternehmen plant frühestens ab 2022 eine Abschaltung des 3G-Netzes.

RND/mkr/dpa

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