• Startseite
  • Digital
  • Datenschützer für mehr Klarheit: Wann sind anonymisierten Daten wirklich anonym?

Datenschützer für mehr Klarheit: Wann sind anonymisierten Daten wirklich anonym?

Beim Online-Shopping wird man häufig gefragt, ob man der Verwendung seiner Daten für Marktforschungszwecke zustimmt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte kritisiert: Die vermeintlich anonymisierten Daten lassen sich oft leicht wieder konkreten Menschen zuordnen.

Anzeige
Anzeige

Berlin. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber fordert mehr Verlässlichkeit, wenn Verbraucher in angeblich anonymisierte Datennutzung im Internet einwilligen sollen. "Ganz oft geht es in Wirklichkeit nur um pseudonymisierte Daten. Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail stehen nicht mehr drin, aber viele weitere Merkmale bleiben erhalten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist kein Schutz." Solche Daten seien mit Hilfe neuer Technologien mit hoher Wahrscheinlichkeit oft doch leicht wieder personalisierbar, könnten also konkreten Personen zugeordnet werden.

Wirklich anonyme Daten bräuchten keine Einwilligung

Konkret geht es etwa darum, dass Nutzer bei Online-Käufen gefragt werden, ob sie einer anonymisierten Verwendung von Daten für Marktforschungszwecke zustimmen. "Es braucht mehr Klarheit, wann man überhaupt davon ausgehen kann, dass Daten wirklich anonym sind", sagte der oberste Datenschützer. "Dafür sind sicherlich auch mehr gesetzliche Handreichungen nötig, damit betroffene Bürger und Unternehmen die Situation richtig einschätzen können."

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Lesen Sie hier: Warum Standortdaten zur Gefahr werden können

Kelber erläuterte: "Wenn Daten wirklich anonymisiert wären, bräuchte es gar keine Einwilligung zu einer anonymen Nutzung, denn dann wären es keine personenbezogenen Daten mehr."

dpa