Das sind die besten Suchmaschinen für Kinder

  • Wegen mangelnder Jugendschutzfunktionen eignen sich die meisten Suchmaschinen nicht für Kinder und Jugendliche.
  • Sicherer sind Kindersuchmaschinen, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind.
  • Mit diesen vier Suchmaschinen surfen Kinder und Jugendliche sicher durchs Netz.
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Hannover. Für Kinder ist das Internet ein Ort zum Entdecken und zum Lernen. Jedoch können bei gängigen Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo und Co. auch Inhalte ausgespielt werden, die für Kinder nicht geeignet sind. Eine Herausforderung für Eltern, denn Kinder vom Internet komplett fernzuhalten, ist auch keine Lösung.

Gut, dass es spezielle Kindersuchmaschinen gibt. Kinder können sich im Umgang mit dem World Wide Web üben und eigene Medienkompetenz aneignen.

Kindersuchmaschinen - Surfen ohne Risiko

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Suchmaschinen gibt es viele. Die bekannteste und meistgenutzte Suchmaschine der Welt ist Google. Doch auch alternative Suchmaschinen wie Bing, Yahoo, Duckduckgo, Ecosia und mehr stehen im Angebot - allesamt kostenlos und jederzeit nutzbar.

Doch kindgerecht sind diese höchstens, wenn die SafeSearch-Funktion eingeschaltet ist. Diese kann vom Nutzer allerdings selbst ein- und ausgeschaltet werden. Sicherer sind spezielle Kindersuchmaschinen, die auf die Bedürfnisse von Eltern und Kindern gleichermaßen ausgerichtet sind.

Wie funktionieren Kindersuchmaschinen?

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Kindersuchmaschinen filtern über sogenannte Whitelists ungeeignete Inhalte und spielen in ihren Suchergebnissen nur Seiten aus, die in diesen Whitelists hinterlegt sind.

Verschiedene Kriterien entscheiden, ob eine Webseite in die Whitelist aufgenommen wird oder nicht. Pornografie, Gewalt, Glücksspiel und andere für Kinder ungeeignete Themen kommen nicht auf die Whitelist.

Daneben spielen auch Art und Gestaltung bei der Bewertung der Inhalte eine Rolle. Werbeanzeigen sollten nach Möglichkeit gar nicht auftauchen oder zumindest als solche gekennzeichnet sein. Auch beeinflussende Inhalte, die zu Käufen anregen oder die Nutzer dazu bewegen, sensible Daten herauszugeben, können von einer Aufnahme in die Whitelist ausschließen.

Allerdings erfolgt die Indexierung nicht automatisiert wie bei normalen Suchmaschinen. Google etwa schickt sogenannte Googlebots ins komplette World Wide Web, um Inhalte zu durchsuchen und zu analysieren.

Bei Kindersuchmaschinen entscheidet dagegen meist ein Mitarbeiter, welche Inhalte auf den Whitelists landen. Durch die manuelle, redaktionelle Betreuung haben Kindersuchmaschinen eher Webkatalog-Charakter und erinnern an die frühen Tage des Internets.

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Kindersuchmaschinen bieten keinen Komplettschutz

Das Internet ist alles andere als statisch. Täglich, wenn nicht sogar stündlich, ändern sich Inhalte. Werbeanzeigen verändern sich, neue Inhalte werden hochgeladen und Webseiten-Relaunches, also der Neustart einer überarbeiteten Webseite, sind keine Seltenheit.

In diesem dynamischen Umfeld kann es passieren, dass trotz manueller Verwaltung und Pflege durch die Mitarbeiter ungeeignete Inhalte Einzug in die Kindersuchmaschinen erhalten.

Erziehungsberechtigte sollten sich daher nicht ausschließlich auf die Kontrolle der Suchmaschine verlassen. Vielmehr können und sollten sich Eltern angeregt fühlen zum Schutz der Kindersuchmaschinen beizutragen, indem unpassende Inhalte proaktiv gemeldet werden.

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Hinzu kommt, dass ein wesentlicher Teil der Medienerziehung durch die Eltern erfolgen muss. Dazu mehr in unserem Artikel “Gefahren im Internet: Tipps für Kinderschutz im Netz”. In Kombination mit elterlicher Betreuung und Jugendschutzsoftware bieten Kindersuchmaschinen dennoch eine gute Möglichkeit den Umgang mit dem Internet zu lernen.

Die beliebtesten Kindersuchmaschinen

Dies sind die beliebtesten Kindersuchmaschinen:

Im Folgenden stellen wir diese vier Kindersuchmaschinen im Hinblick auf Angebot, Altersgruppe und Besonderheiten vor.

fragFINN.de

fragFINN.de ist eine kostenlose Kindersuchmaschine auf der Kinder von 6 bis 12 Jahren sicher surfen können und zudem spannende Surf-Tipps, Videos und Nachrichten vorgeschlagen bekommen. Die Suchmaschine ist außerdem als App für Smartphones und Tablets verfügbar. Eltern können damit andere Apps auf dem Smartphone sperren, damit das Kind nur auf geeignete Inhalte zugreifen kann.

fragFINN.de umfasst circa 5000 Internetseiten, die von Medienpädagogen redaktionell geprüft werden. Die Online-Angebote bieten Kindern einen sicheren Surfraum, um erste Erfahrungen im Internet zu sammeln.

Bilder und Videos leiten bei fragFINN.de, anders als bei normalen Suchmaschinen, nicht weiter. Stattdessen verlinken Bilder statt auf die Datei auf Artikel. Videos sind direkt eingebettet und leiten auf den Tigerentenclub weiter.

Zu den Besonderheiten der Kindersuchmaschine gehören der spezielle Menüpunkt “Leichte Sprache”, sowie der sogenannte “FINNreporter”. “Leichte Sprache” erklärt die Webseite und die Suchfunktion in einfachen und verständlichen Worten. Unter dem FINNreporter können Kinder eigene, kleine Videoreportagen hochladen.

Webseitenbetreiber können ein Antragsformular einreichen und die Webseite zur Prüfung in Auftrag geben. Zuvor lohnt es sich zu prüfen, ob die Seite unter Umständen bereits in der Whitelist von fragFINN.de aufgenommen wurde.

blinde-kuh.de

Bereits seit 1997 gibt es die Kindersuchmaschine blinde-kuh.de. Damit ist sie deutschlandweit das älteste Angebot und eine der Top-Adressen, wenn es um kindergerechte Suchmaschinen geht. Die Aufnahmebedingungen bei blinde-kuh.de gelten als sehr streng.

Die Suchergebnisse sind auch bei blinde-kuh.de redaktionell aufbereitet - der Index umfasst allerdings ganze 30.000 Webseiten und ist damit um einiges größer als das Angebot von fragFINN.de. Nützlich: Die Kindersuchmaschine gibt bei jedem Suchergebnis eine Altersangabe sowie ein kleines Bild samt Beschreibungstext mit an. Die Suchmaschine richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren.

Allerdings wirkt die Benutzeroberfläche der Webseite etwas veraltet. Insgesamt erinnert das Design an Webseiten der frühen 2000er. Zudem ist das Suchfeld etwas klein geraten. Onlinespiele werden von der Suchmaschine noch über einen veralteten Flash-Player bereitgestellt und können daher nicht auf allen Endgeräten angezeigt werden.

Vorschläge zu Webseiten werden nach Kategorien, zum Beispiel Nachrichten oder Videos sortiert. In der Kopfzeile befinden sich ein paar einzigartige Bereiche wie “Surf Tipps”, “Zufallsmaschine”, “Mach mit!” und “Sicherheit”. Im Mitmachbereich können Kinder eigene Berichte, Geschichten und Reportagen einreichen.

Hinter dem Bereich “Seitenstark” verbirgt sich eine besondere Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten. Hier können Kinder auch ohne konkrete Suchanfrage auf Entdeckungstour gehen. Blinde-kuh.de wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt und wurde im Jahr 2006 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

helles-koepfchen.de

Helles Köpfchen ist weniger eine Kindersuchmaschine, sondern vielmehr ein großes Web-Portal für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren. Das Angebot umfasst verschiedene Bereiche wie Wissen, Nachrichten, Spiele oder Basteltipps. In den Ergebnisseiten spielt Helles Köpfchen die eigenen Beiträge prominenter aus. Erst im Anschluss folgen weitere Treffer aus dem Internet, dargestellt mit kurzem Auszug der Ergebnisseite und einem Bild. Die Suchleiste ist dabei immer sichtbar.

Helles-kopefchen.de wird vom privaten Anbieter Cosmos Media UG betrieben und ist Teil der Initiative “Ein Netz für Kinder”. Die Kindersuchmaschine ist daher auf Werbefinanzierung angewiesen, was sich auf dem Portal leider auch für Nutzer bemerkbar macht. Immerhin: Der Portal-Betreiber bietet auf der Startseite die Möglichkeit, Werbung abzuschalten.

Kindex

Kindex ist seit 1999 online. Die relativ kleine Suchmaschine war ursprünglich als Forum für Kinderthemen gedacht. Mit der Zeit hat sich Kindex weiterentwickelt und bietet inzwischen mit rund 2000 indexierten Webseiten eine umfassende Themenseite für Kinder im Netz.

Dennoch bietet Kindex weniger Inhalte für Kinder, denn Themen über Kinder, wie Jugendschutz oder Familienpolitik. Daher richtet sich das Angebot eher an Eltern, Lehrer und Kinderbetreuer.

Interessant für Kinder ist jedoch, dass der Betreiber der Webseite Spieleentwickler ist. Games, ob online oder offline, stellen ein großes Alleinstellungsmerkmal von Kindex dar. Das Design ist jedoch etwas veraltet. So ist die Navigation nicht intuitiv und die Suchleiste nicht prägnant auf der Seite zu finden.

Kindersuchmaschinen als Unterstützung für die Medienerziehung

Kindersuchmaschinen sind eine gute Möglichkeit für Kinder, das Internet zu erkunden. Für Eltern bedeutet das jedoch nicht, die Kinder allein vor den Rechner zu setzen und es sich selbst zu überlassen.

Jede der hier vorgestellten Kindersuchmaschinen hat ihre Vor- und Nachteile. Die Empfehlung für Eltern lautet daher: ausprobieren. Und zwar am besten zusammen mit den Kindern.

Von RND/tr