Darum schicken dieser Frau Hunderte Männer Fotos von ihrem Penis

  • Die wenigsten Frauen freuen sich über ein willkürliches Penis-Foto von einem Fremden.
  • Damit Frauen künftig nicht mehr mit ungefragten Dick Pics belästigt werden, arbeitet eine junge Entwicklerin aus den USA an einer Software, die Penis-Fotos aus den Nachrichten herausfiltert.
  • Um den Algorithmus zu optimieren, ruft sie auf Twitter dazu auf, ihr Fotos von Penissen zu schicken.
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Hannover. Ob per Mail, Messenger oder Direktnachricht: Zahlreiche Frauen, insbesondere Influencerinnen und Bloggerinnen, mussten im Netz bereits die Bekanntschaft mit ungefragten Fotos von Penissen, auch bekannt als Dick Pics, machen. Oft stammen die Aufnahmen von Fremden. Es ist ein Phänomen, das seit Jahren besteht und bereits in zahlreichen Studien untersucht wurde. Kelsey Bressler, einer jungen Frau aus Seattle, reicht es jetzt: Sie arbeitet an einer Software, die mithilfe von Machine Learning Bilder von Penissen erkennen und automatisch aussortieren kann.

Wieso verschicken Männer Fotos von ihrem Penis?

Wieso verschicken Männer willkürlich Fotos von ihrem Penis? Diese Frage stellen sich viele Frauen. Um dem Mysterium auf den Grund zu gehen, wurden im Rahmen einer Studie der Fachzeitschrift „Journal of Sex Research“ 1000 Männer befragt. Die Hälfte der Probanden hätte in der Vergangenheit schon ein- oder mehrmals ungefragt ein Dick Pic versendet. Der Großteil von ihnen hätte sich erhofft, im Gegenzug ein Nacktfoto von der jeweiligen Frau zu bekommen. Einige gaben an, es würde ihre sexuellen Wünsche befriedigen, anderen ein Foto der eigenen Genitalien zu schicken. Erschreckend: 14 Prozent der Probanden, die nach eigenen Angaben bereits Dick Pics verschickt haben, wollten mit den Fotos beim virtuellen Gegenüber Angst schüren und Druck erzeugen.

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Entwicklerin Kelsey Bressler hat genug von Dick Pics

Die Studentin habe vor einiger Zeit selbst das Foto eines Penis von einem fremden Mann zugeschickt bekommen, erzählt sie der British Broadcoasting Corporation (BBC). „Wenn du so ein Foto unaufgefordert bekommst, fühlt sich das respektlos und verletzend an“, erklärt Bressler. „Es ist das virtuelle Äquivalent von Exhibitionismus.“ Ihr Partner habe anschließend die Idee gehabt, sie könne eine Software entwickeln, die dafür sorgt, dass Dick Pics gefiltert werden. Bresslers Wunsch sei es, dass sowohl soziale Netzwerke als auch Dienste wie Twitter und Messenger ihr Programm integrieren. Falls es dafür nicht genug Interesse vonseiten der Anbieter gäbe, halte sie sich die Option offen, einen eigenständigen Dienst anzubieten, den interessierte Nutzerinnen abonnieren könnten.

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Twitter-Aufruf: „Send nudes for science“

Um den Code, der Dick Pics zum Beispiel aus Twitter-Direktnachrichten aussortieren soll, zu optimieren, bittet die Studentin Männer darum, ihr bei Twitter Bilder von männlichen Geschlechtsteilen zu schicken. Das soll zu einer besseren Trefferquote beitragen – denn Bilder von Hotdogs, Möhren oder Bananen sollen nicht gefiltert werden.

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Der Account @showYoDiq wurde im September erstellt und hat schon mehr als 1200 Abonnenten. „Send nudes for science“, also „Schickt Nacktfotos für die Wissenschaft“, heißt es in der Beschreibung. Die Voraussetzung: Die Teilnehmer müssen älter als 18 Jahre sowie Urheber der Fotos sein. „Leute schicken mir ziemlich viele Fotos von Trumps Gesicht. Aber sie versuchen auch, den Filter zu testen oder auszutricksen“, erzählt Bressler im Interview mit dem Onlineportal Golem. „Einer hat seinen Penis in ein Hotdog-Brötchen gepackt, ein anderer hat ihn komplett mit Glitter überzogen. Ein Mann schickte mir ein Foto von sich mit einem gefrorenen Truthahn – das Bild würde ich im Nachhinein gerne aus meinem Gedächtnis löschen.“

Mittlerweile haben sich aber so viele Freiwillige gemeldet, dass der Posteingang, wohl vorübergehend, geschlossen werden musste.