Telekom und SAP wollen Corona-Warn-App nachbessern

  • Die Corona-Warn-App der Bundesregierung soll dabei helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und diese schneller zu durchbrechen.
  • Doch in der vergangenen Tagen wurde zunehmend Kritik an der Anwendung laut.
  • Einem Bericht zufolge, soll die App bis Anfang 2021 umfangreiche Updates und neue Funktionen erhalten.
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Seit Mitte Juni ist die Corona-Warn-App auf dem Markt, mehr als 21 Millionen Mal wurde sie seither heruntergeladen. Doch die hohe Downloadmarke steht im Gegensatz zu der geringen Zahl der Warnungen, die die App-Nutzer bisher versendet haben. Auch deswegen mehrte sich in den vergangenen Wochen die Kritik an der Anwendung. Sie sei ein „zahnloser Tiger“ sagte etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Und auch die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, bezeichnete die App gegenüber der Funke Mediengruppe als wenig hilfreich.

Unter anderem wurden Rufe nach Verbesserungen und einer Überarbeitung der Funktionen laut. Diese scheinen bei den Entwicklern nun Gehör gefunden zu haben. Wie „Business Insider“ unter Berufung auf vertrauliche Projektpläne von SAP und Telekom berichtet, soll die App bis März 2021 umfassend überarbeitet werden. Als erstes Update steht demnach eine Erinnerungsfunktion an. Diese soll Nutzer, die ein positives Testergebnis erhalten haben, mehrmals dazu auffordern, ihren Befund anonym zu teilen. Bisher mussten Nutzer ihr positives Ergebnis aktiv teilen. Nur knapp 60 Prozent haben diesen letzten Schritt seit der Einführung der App auch durchgeführt und somit andere Nutzer gewarnt. Die neue Erinnerungsfunktion soll bereits Ende November eingeführt werden.

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Kontakttagebuch und häufiger Datenabgleich

Ebenfalls wollen SAP und Telekom laut „Business Insider“ die Frequenz des Datenabgleichs erhöhen. So sollen Nutzer früher vor möglichen Risikobegegnungen gewarnt werden. Bisher werden die Schlüssel nur einmal täglich untereinander abgeglichen. Ab Ende November planen die Entwickler eine höhere Taktung.

Zusätzlich sollen Nutzer ab Frühjahr 2021 darüber informiert werden, wann genau eine Risikobegegnung stattgefunden hat. Dazu soll in der App eine Historie der risikoreichen Begegnungen angezeigt werden. So können Nutzer nachvollziehen, wann sie sich möglicherweise angesteckt haben. In einem ergänzenden Kontakttagebuch können Nutzer zudem ihre Begegnungen mit anderen Menschen protokollieren, um so im Falle einer Infektion eine schnellere Nachverfolgung zu ermöglichen.

Statistiken und QR-Check-In

Eine weitere Funktion, die sich viele Nutzer wünschen, ist die Anzeige von offiziellen Statistiken. So könnte die Corona-Warn-App auch als Informationsquelle genutzt werden. Laut „Business Insider“ sollen ab der Version 1.8 App- und Pandemiestatistiken integriert werden, um so die Nutzung der Anwendung weiter zu steigern.

Darüber hinaus planen die Entwickler den Einbau von Links zu externen Angeboten. So sollen sich App-Nutzer beispielsweise in Restaurants über einen QR-Code mit ihren Kontaktdaten einloggen können. So fällt etwa das Ausfüllen der Kontaktbögen weg.

RND/mkr


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