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Corona-Warn-App: Wichtig für die Pandemie­bekämpfung – oder inzwischen überflüssig?

  • Seit mehr als einem Jahr soll die Corona-Warn-App Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen.
  • Die Entwicklerinnen und Entwickler haben die App im Laufe der Pandemie weiterentwickelt und mit neuen Funktionen ergänzt.
  • Auch wenn die Fallzahlen sinken, sind die Funktionen für den Alltag weiterhin wichtig.
Talisa Moser
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Seit mehr als einem Jahr gibt es die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung. Was als Anwendung zur Kontakt­personen­verfolgung angefangen hat, wurde im Laufe der Zeit mit zahlreichen Updates erweitert.

Nutzerinnen und Nutzer können in der App inzwischen auch ein Kontakttagebuch führen, Testergebnisse und Impfnachweise hinterlegen. Doch könnte mit den niedrigeren Fallzahlen auch die Nutzung zum Erliegen kommen?

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Neue Features passen sich dem Verlauf der Pandemie an

Die Corona-Warn-App soll die Nachverfolgung von Kontakten ermöglichen, die die Gesundheits­ämter nicht ermitteln können – also solche mit Unbekannten im öffentlichen Raum. Das war nicht nur im Winter und im Frühjahr relevant, als die Fallzahlen in Deutschland besonders hoch waren: „Bei einer erhöhten Frequentierung des öffentlichen Raumes durch die Bevölkerung im Zuge der Lockerungen kommt der Corona-Warn-App entsprechend eine besondere Bedeutung zu“, erklärt Wolfgang Scheida von der Pressestelle des Robert Koch-Instituts (RKI) gegenüber dem Redaktions­Netzwerk Deutschland. Die Corona-Warn-App sei kein Allheilmittel zur Bekämpfung der Pandemie und ersetze nicht die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln, sie sei aber weiterhin eine wichtige Ergänzung.

Die Anwendung wird von den Entwicklerinnen und Entwicklern kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. „Es geht dabei nicht nur um technische Verbesserungen, sondern vor allem um die Ergänzung neuer Features und Funktionen: von der Symptomerfassung über das Kontakttagebuch bis hin zur Schnelltestintegration, der Eventregistrierung und dem Impfzertifikat“, so Scheida.

Die Zahl der Neuinfektionen ist gesunken – und damit auch die Angaben über positive Testergebnisse

Bisher haben laut dem RKI ungefähr 30 Millionen Menschen (Stand: 15. Juli) die Corona-Warn-App heruntergeladen – etwa drei Millionen mehr als noch Mitte April, als die Corona-Fallzahlen in Deutschland besonders hoch waren. Bis zum 15. April wurden 12,5 Millionen Testergebnisse in der App geteilt. Heute, drei Monate später, sind es zwar mehr als doppelt so viele, allerdings wurde mit einem Update im Mai auch die Registrierung von Schnelltests ermöglicht. Knapp 25,4 Millionen Ergebnisse von PCR und Antigen-Schnelltests wurden mittlerweile bereits digital übermittelt.

Die Zahl der tatsächlich geteilten positiven Testergebnisse stagniert nun aber seit einigen Wochen. Der Sieben-Tage-Mittelwert bezogen auf die Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer, die täglich ihr positives Ergebnis teilen, lag Mitte April laut RKI-Angaben noch bei 3654 Personen. In der Woche zum 14. Juli waren es gerade einmal 160 Personen, die in der Corona-Warn-App ein positives Testergebnis hinterlegt haben. Das dürfte allerdings vor allem darauf zurückzuführen sein, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Mitte Mai deutlich gesunken ist.

Auch die Zahl der täglichen Anrufe bei den Corona-Warn-App-Hotlines hat seit April abgenommen. Im Zeitraum vom 7. bis 14. April riefen durchschnittlich 1437 Menschen wegen technischer oder inhaltlicher Fragen an, im Juli gingen durchschnittlich 875 Anrufe ein.

Impfzertifikat als wichtige Ergänzung

Inzwischen wird die Corona-Warn-App von vielen Geimpften, Genesenen oder Getesteten als Nachweis genutzt. Seit Mitte Juni können vollständig Geimpfte nämlich ihr digitales Impfzertifikat auch in der Corona-Warn-App speichern.

„Mit dem digitalen Impfzertifikat hat die Corona-Warn-App eine weitere sehr wichtige und praktische Funktion erhalten, welche die Vielseitigkeit der App als Werkzeug im Kampf gegen die Pandemie unterstreicht“, so Scheida. Aufgrund des dezentralen Ansatzes der Corona-Warn-App gebe es allerdings keine Daten darüber, welche Funktionen der App aktuell am häufigsten genutzt werden.

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